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Chaos auf Bondmarkt Nur noch raus aus Griechen-Anleihen

Investoren rechnen fest mit einer Pleite Griechenlands. Der Markt bricht zusammen. Nur noch Zocker handeln die Papiere. Auch für Anleihen anderer Schuldenstaaten kommt der Handel zeitweise zum Erliegen.
26 Kommentare
Viel Zeit bleibt nicht mehr: Investoren rechnen mit einer Pleite Griechenlands. Quelle: Armin Dahl

Viel Zeit bleibt nicht mehr: Investoren rechnen mit einer Pleite Griechenlands.

(Foto: Armin Dahl)

Frankfurt/DüsseldorfDer Anleihemarkt spielt verrückt. Bei griechischen Bonds ist der Markt fast vollkommen zusammengebrochen. Die Kurse befinden sich im freien Fall, die Renditen erreichen absurde Höhen. Auch bei Anleihen anderer Schuldenstaaten funktioniert der Handel längst nicht mehr reibungslos.

Während die Politik noch an eine Rettung glaubt, haben die meisten Investoren Griechenland offenbar schon abgeschrieben. „Es geht nur noch darum, den Restwert zu handeln. Die Frage ist nur, wie groß der Abschlag am Ende sein wird“, sagt David Schnautz, Zinsexperte der Commerzbank.

Nur noch wenige Anleger trauen sich an die hellenischen Bonds ran. „Bei sehr kurzen Laufzeiten wird noch ein wenig spekuliert. Als Käufer treten vermutlich nur noch hochspekulative Anleger wie zum Beispiel Hedgefonds auf“, erklärt Schnautz.

Die heißeste Wette lautet: Schaffen es die Griechen noch bis zum März? Wer darauf setzt, kauft Griechen-Anleihen mit Fälligkeit am 20. März 2012. Das Papier notiert aktuell mit einem Abschlag von fast 50 Prozent auf den Nennwert. Die Rendite liegt bei unglaublichen 175 Prozent, auch Renditen über 200 Prozent sind in den vergangenen Tagen schon vorgekommen. Sollte die Anleihe zum vollen Wert ausbezahlt werden, hätten die Zocker ein gutes Geschäft gemacht.

Allerdings gehen am Markt nicht mehr viele davon aus, dass die Wette gut geht. Wer die Papiere verkaufen will, kommt kaum noch raus. Gehandelt wird meist nur auf Orderbasis und in kleinen Stückzahlen - der Verkäufer muss darauf warten, dass er zufällig einen Abnehmer findet.

Bei Bonds längerer Laufzeit sind die Abschläge noch größer. Der Kurs für zweijährige Griechen-Anleihen fiel auf 41,26 Prozent, der für zehnjährige bei 40,33 Prozent. Hier ist ein beträchtlicher Schuldenschnitt schon eingepreist.

Es ist „unvermeidbar, dass Griechenland sowohl zahlungsunfähig sein als auch aus der Eurozone austreten wird“, sagte Gerard Lyons, Chefvolkswirt von Standard Chartered, in einem Interview mit dem britischen TV-Sender Sky News. Die Wirtschaft des Landes könne „nicht mit der Rezession fertig werden, die als Folge der notwendigen Maßnahmen“ eingesetzt habe. Dies würde "nicht notwendigerweise" in den nächsten ein bis zwei Monaten eintreten, „aber es ist meiner Meinung nach recht wahrscheinlich, dass es zu gegebener Zeit passiert".

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Handel mit italienischen Bonds kommt zeitweise zum Erliegen
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26 Kommentare zu "Chaos auf Bondmarkt : Nur noch raus aus Griechen-Anleihen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Es ist traurig, daß zur Lösung großer Probleme immer so viele Dummheiten gemacht werden !!!!

  • Dass Griechenland de facto pleite ist, war schon bei der 1. Rettungsaktion klar, aber man wollte den europäischen Banken Zeit kaufen, sprich, die Misere einer Staatspleite minimieren. Ich wette, daß man mit der Staatspleite offi-ziell warten wird, bis Trichet den Stab an Draghi über-geben hat und bis auch das letzte Euroland den erweiterten Rettungsschirm verabschiedet hat. Natürlich wird die Stützung des Finanzsektors etwas kosten, aber das ist eine einmalige Aktion und kein Dauerzustand und m.E. billiger als es eine permanente Stützung Griechenlands gewesen wäre. Übrigens kommt "Bürger" von "bürgen"....

  • Zitat:
    Nur noch wenige Anleger trauen sich an die hellenischen Bonds ran. „Bei sehr kurzen Laufzeiten wird noch ein wenig spekuliert. Als Käufer treten vermutlich nur noch hochspekulative Anleger wie zum Beispiel Hedgefonds auf“, erklärt Schnautz.
    Zitat Ende:

    Das stimmt nicht ganz!
    Die EBB (ex. EZB) kauft alle Schrottpapiere auf!
    Und der "erweiterte EFSF" wurde extra dafür "erfunden".
    Also alles Null Problemo!

  • Ganz frisch aus dem Ticker:::


    Griechenland: Die Troika aus IWF, EZB und EU wird ihr Votum über eine Freigabe der nächsten 8-Mrd.-Euro-Tranche erst Ende September abgeben. Erst dann steht fest, ob der Rettungsfonds EFSF auch für Bankenrettungen verwendet werden kann. Das aber wäre bei einer Insolvenz Griechenlands umgehend notwendig.

    .21:43- Echtzeitnachricht


    Offenbar nimmt man die Insolvenz Griechenlands jetzt doch in's Kalkül. Noch spielt man auf Zeit, vielleicht beantragt dann Griechenland selbst die Insolvenz.....

  • ... und "Zack!" sind die Deutschen mal wieder aus ameriakn. Sicht Schuld an der Misere, wenn die dt. Banken keine Schrott-Anleihen mehr kaufen. Schön einfach machen es sich da S&P bzw. sie versuchen, Propaganda zu streuen. Wer das da oben noch glaubt, dem ist nicht mehr zu helfen!

  • Diesen elenden Jammerlappen und obersten Dummschwätzer Chaos-Ron777 abwickeln. DANKE !!!

  • Alle Euro-Retter im Bundestag, die uns diesen ganzen Mist eingebrockt haben und noch weiter machen wollen, sollten ab sofort nur noch mit Griechischen Staatsanleihen bezahlt werden. Und wenn Griechenland wieder auf Drachmen ist, sollen sie ihre Pensionen auch nur in Drachmen bekomme

  • Der Euro-Finanzmarkt wird nicht mehr auf die Beine kommen. Machen Sie eine einfache Rechnung: Allein letzte Woche musste die EZB notgedrungen 14 Mrd. Euro Krisenanleihen vom Markt abschöpfen, trotzdem stiegen die Zinsen für italienische und spanische Anleihen weiter signifikant. Wird die EZB gezwungen, diesen Weg auch nur ein Jahr durchzuhalten, müsste sie innerhalb der nächsten 12 Monate zusätzliche Schrottanleihen im Wert von 780 Mrd. Euro kaufen. Das ist schlicht nicht finanzierbar. Zum Vergleich: Der deutsche Staatshaushalt beträgt gerade einmal 300 Mrd. Euro. Wir sind am Ende des Weges -die Flache leer. Abwickeln der Chaoswährung, sonst gibt es ein Unglück!

  • S&P: Deutsche Banken könnten eine Insolvenz Griechenlands ohne staatliche Hilfe bewältigen.

    S&P: Der Gewinn deutscher Banken wird vorraussichtlich zunächst rückläufig sein, dies ist jedoch nicht bedrohlich.
    vor 1 Min (14:24) - Echtzeitnachricht

  • Sie scheinen mit Ihrem Informationsstand im Mai 2010 stecken geblieben zu sein, dass Sie noch nicht von realen Verwerfungen, Ungleichgewichten und Ponzi-Staatsfinanzierungen gehört haben und immer noch an das Märchen vom "kaputt reden" als allein selig machende Ursache glauben. Sicher übertreiben "die Märkte" -wie immer- aber die Richtung ist ganz klar real determiniert.

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