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Drohender Staatsbankrott Argentinien stemmt sich gegen die Flucht der Investoren

Die Zentralbank des Landes versucht, die Banken vor einem Kollaps zu bewahren. Die Pläne der Regierung zur Umschuldung werden immer konkreter.
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Der argentinische Präsident schafft es nicht, die Kapitalflucht der Investoren zu stoppen. Quelle: Bloomberg
Mauricio Macri

Der argentinische Präsident schafft es nicht, die Kapitalflucht der Investoren zu stoppen.

(Foto: Bloomberg)

Frankfurt Im Kampf gegen die Wirtschaftskrise plant die argentinische Regierung die Einführung von Kapitalverkehrskontrollen. Ab sofort müssen sich Banken Dividendenzahlungen von der Zentralbank absegnen lassen.

Ziel sei es, die Liquidität des Finanzsystems zu gewährleisten und sicherzustellen, dass Bankkunden auf ihr Erspartes zugreifen können, hieß es. Damit soll zudem verhindert werden, dass Vermögen aus dem Land abgezogen wird und der Peso weiter einbricht.

Die Landeswährung hatte sich im August im Vergleich zum Dollar um 26 Prozent verbilligt. Der Nachrichtenagentur Reuters zufolge hat die argentinische Zentralbank allein seit Mitte vergangener Woche eine Milliarde Dollar ihrer Devisenreserven verwendet, um den Peso zu verteidigen. Doch bislang bleiben alle Versuche der Regierung unter Präsident Mauricio Macri erfolglos, die Flucht der Investoren zu stoppen.

Argentinien steckt seit den Vorwahlen für das Präsidentenamt Mitte August in der Krise. Oppositionsführer Alberto Fernández, der mit der ehemaligen Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner als Vizepräsidentin antritt, hatte deutlich mehr Stimmen geholt als der konservative Amtsinhaber Macri. Nun fürchten Investoren, dass Fernández im Oktober die Macht übernimmt und die marktfreundliche Politik seines Vorgängers zurückdreht.

Weiter verschlimmert hat sich die Situation, nachdem Argentinien Mitte vergangener Woche angekündigt hat, die Rückzahlungen einiger kurzlaufender Anleihen auszusetzen. Anleihen mit einem Volumen von sieben Milliarden Dollar sollen sechs Monate verzögert bedient werden.

Zudem plant das Land der „FT“ zufolge eine „freiwillige Neubewertung“ von langfristigen Schulden in Höhe von 50 Milliarden Dollar, die hauptsächlich von ausländischen Investoren gehalten werden. Zuvor war es der Regierung Macris nicht gelungen, kurzfristige Anleihen auf den Markt zu bringen, um die fälligen Papiere refinanzieren zu können.

Rating im freien Fall

Die Ratingagenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch werteten das als „technischen Zahlungsausfall“ und stuften die Kreditwürdigkeit des Landes herunter. Argentinien habe einseitig beschlossen, fällige Schuldtitel erst später zurückzubezahlen, teilte Fitch mit. Darum habe man einen Zahlungsausfall bei dem Land festgestellt.

Daraufhin waren einige institutionelle Anleger gezwungen, argentinische Anleihen zu verkaufen. Die Papiere fielen auf neue Rekordtiefs: Die 2117 fällige Jahrhundertanleihe notiert aktuell mit einem Abschlag von über 60 Prozent auf den Nennbetrag.

Neben der Fälligkeit von Staatsanleihen will die argentinische Regierung auch den Rückzahlungstermin für die Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 44 Milliarden Dollar verschieben. Er habe mit dem Fonds Verhandlungen über die Fälligkeit der Kredite aufgenommen, sagte Finanzminister Hernán Lacunza.

„Wir verstehen, dass die Regierung diesen Schritt gemacht hat, um für Liquidität zu sorgen und die Reserven zu schützen. Wir stehen in diesen herausfordernden Zeiten an der Seite von Argentinien“, sagte IWF-Sprecher Gerry Rice. Der Fonds hatte Argentinien 2018 einen Bereitschaftskredit von insgesamt 57 Milliarden Dollar gewährt.

Mehr: Argentinien steckt in einer schweren Wirtschaftskrise. Knapp zwei Monate vor der Präsidentenwahl werden die Ratingagenturen noch pessimistischer.

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