Erstmals nach Dieselgate VW wagt sich wieder an den Anleihemarkt

VW war lange Zeit einer der aktivsten Emittenten am Anleihemarkt. Nach Bekanntwerden der Diesel-Affäre hat sich das geändert. Nun kündigt der Wolfsburger Autobauer die Rückkehr an den europäischen Anleihemarkt an.
Update: 22.03.2017 - 15:08 Uhr Kommentieren
Nach Bekanntwerden des Dieselskandals wich der Wolfsburger Autobauer auf forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS) und Geldmarktpapiere aus. Quelle: AP
VW-Werk in Wolfsburg

Nach Bekanntwerden des Dieselskandals wich der Wolfsburger Autobauer auf forderungsbesicherte Wertpapiere (ABS) und Geldmarktpapiere aus.

(Foto: AP)

LondonVolkswagen wagt sich zum ersten Mal seit Bekanntwerden des Dieselskandals vor eineinhalb Jahren wieder an den europäischen Anleihemarkt. Das kündigte die Finanzierungs-Tochter Volkswagen International Finance am Mittwoch auf einer Telefonkonferenz mit Investoren an. Der Wolfsburger Autobauer hatte sich in der Zwischenzeit anders - und zum Teil teurer - finanziert. Der Skandal, der den Konzern Milliarden an Strafen und Schadenersatzzahlungen kostet, hatte die Risikoaufschläge für unbesicherte Volkswagen-Papiere nach oben schnellen lassen. Bankern zufolge scheute der Konzern auch davor zurück, sich im Anleiheprospekt zu Einzelheiten der Abgas-Affäre äußern zu müssen.

Voraussichtlich dürfte VW schon am Donnerstag den Appetit der Investoren testen: Erwartet wird eine Euro-Anleihe in vier Tranchen im Volumen von insgesamt vier bis fünf Milliarden Euro, wie der Reuters-Informationsdienst IFR berichtete. Geplant seien eine zweijährige variabel verzinste Euro-Anleihe und drei Bonds mit Laufzeiten von vier, sechseinhalb und zehn Jahren und einem festen Zinssatz. Im Vorfeld war über eine bis zu zehn Milliarden schwere Emission spekuliert worden. Noch in diesem Jahr wolle Volkswagen auch den Markt für Dollar-Anleihen testen, sagte der für die Refinanzierung zuständige VW-Manager Jörg Boche. Im zweiten Halbjahr könnten Hybridanleihen folgen.

Das sind die Bestseller von VW
Platz 10: VW Up - 158.795 verkaufte Fahrzeuge
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Trotz gesunkener Verkaufszahlen reicht es noch für Platz zehn: Der Kleinstwagen von VW überzeugt mit pfiffigen Lösungen auf engstem Raum. Agilität in der City und geringe Kosten, damit kann der Zweitürer ebenso punkten.

Quelle: VW Konzernbericht 2017

Platz 9: VW Gol – 203.148 verkaufte Fahrzeuge
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Der Kleinwagen wird speziell für den lateinamerikanischen Markt gebaut und ist dort eines der erfolgreichsten Autos überhaupt. 2017 konnte Volkswagen den Absatz deutlich steigern.

Platz 8: VW Santana - 293.313 verkaufte Fahrzeuge
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Auch die dritte Generation ist ein echter Verkaufserfolg. In Deutschland führte das damals noch sehr kantige Modell eher ein Langweiler-Schattendasein, machte aber international Karriere: 2013 wurde ein komplett neu entwickelter Santana speziell für den chinesischen Markt vorgestellt.

Platz 7: VW Bora - 334.900 verkaufte Fahrzeuge
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Dass der Name der fünftürigen Limousine zwischen Golf- und Passat-Größe überhaupt noch geführt wird, ist der Bedeutung des chinesischen Automarktes zu verdanken, der für die Wolfsburger so unglaublich wichtig geworden ist. Und egal was man von der Formgebung in Europa hält: Chinesen lieben nun mal klassische Limousinen.

Platz 6: VW Lavida - 507.574 verkaufte Fahrzeuge
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Und noch eine Limousine, wobei diese untere Mittelklasse sogar in China entwickelt wurde. Den hierzulande unbekannten Lavida bietet VW seit zwei Jahren auf dem größten Wachstumsmarkt an. Mit Erfolg.

Platz 5: VW Passat/Magotan - 660.996 verkaufte Fahrzeuge
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Platz, Qualität und High-Tech überzeugen viele Käufer. Die geräumige untere Mittelklasse ist in Deutschland vor allem als Kombi für Dienstwagen-Fuhrparks gefragt, der Rest der Welt findet die Limousine interessanter. Den Absatz des Bestsellers, den es schon seit mehr als 40 Jahren gibt, ging im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück.

Platz 4: VW Polo – 755.506 verkaufte Fahrzeuge
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Egal welche Generation - der deutsche Kleinwagen-Klassiker dominiert die Neuzulassungsstatistiken oft Monat für Monat in Folge. 2017 präsentierte VW-Markenvorstand Herbert Diess die neueste Variante des Polo.

Vor dem Skandal war VW einer der aktivsten Emittenten am Anleihemarkt gewesen. Doch seither war der Wolfsburger Autobauer auf forderungsbesicherte - also etwa mit Autofinanzierungen unterlegte - Wertpapiere (ABS) und Geldmarktpapiere ausgewichen. Finanzvorstand Frank Witter hatte die Rückkehr an den Bond-Markt bereits in der vergangenen Woche angedeutet: Er hatte gesagt, VW werde den teuren 20 Milliarden Euro schweren Brückenkredit aus dem Juni 2016 nicht verlängern. An flüssigen Mitteln mangelt es dem Konzern nicht: Sein Liquiditätspolster ist im vergangenen Jahr sogar auf 27,2 von 24,5 Milliarden Euro angeschwollen.

  • rtr
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