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Euro-Anleihen legen zu Erneuter Ölpreisverfall sorgt für Nachfrage

Der Ölpreisverfall und die Schwäche der Aktienmärkte beflügeln die Nachfrage nach Bonds aus dem Euro-Raum. Zehnjährige Bundesanleihen rentieren nahe der Nullgrenze. Die Vorzeichen bleiben günstig.
Die Schwäche der Rohstoff- und Aktienmärkte lässt die Renditen von Bundesanleihen purzeln. Quelle: dpa
Euro-Münzen

Die Schwäche der Rohstoff- und Aktienmärkte lässt die Renditen von Bundesanleihen purzeln.

(Foto: dpa)

Frankfurt Deutsche Bundesanleihen und andere Staatsanleihen des Euroraums haben am Donnerstagmittag zugelegt. Die Verluste bei Rohöl und die Schwäche der Aktienmärkte lösten Nachfrage aus.

Mit Abgaben von mehr als zwei Prozent setzte sich der Kursverfall bei Öl fort. Deutlich höher als erwartet ausgefallene US-Lagerbestände hatten am Mittwoch zu einem Ende der Zwischenerholung geführt. Dadurch wuchs die Verunsicherung an den Finanzmärkten, was Anleihen stützte. „Die hiervon abgeleitete Skepsis der Marktteilnehmer hinsichtlich der weiteren gesamtwirtschaftlichen Entwicklung hat die Investoren erneut in die sicheren Häfen getrieben“, hieß es von der Nord/LB.

Angesichts der quantitativen Maßnahmen der Europäischen Notenbank bleiben die Vorzeichen für Anleihen günstig: „Die Renditen der zehnjährigen deutschen Staatsanleihen könnten in den Bereich ihrer Tiefs fallen“, hieß es vom Devisenstrategen Laurence Mutkin von BNP Paribas in einer Studie.

So macht der Bund Schulden
Schritt 1: Politische Entscheidung
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Die Haushaltsreferate der einzelnen Bundesministerien planen ihre Haushalte für die folgenden Jahre, der Finanzminister trägt die Vorhaben zusammen. Die Bundesregierung beschließt im Kabinett den Haushalt für den Bund – in der Regel im Sommer für das jeweilige folgende Jahr.

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Brüssel gibt seinen Segen
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Mittlerweile müssen die nationalen Haushalte auch bei der EU-Kommission vorgelegt werden. Die Behörde in Brüssel prüft im Herbst, ob etwa die Höhe vorgesehener Schulden den Regeln der Europäischen Union entspricht.

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Bundestag
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Das Parlament hat die Hoheit: Der Bundestag beschließt endgültig über den Haushalt des Bundes. Seit dem Jahr 2016 gilt dabei die sogenannte Schuldenbremse. Sie begrenzt die Nettokreditaufnahme auf 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

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Schritt 2: Finanzministerium
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Seitdem Finanzminister Wolfgang Schäuble 2014 die „Schwarze Null“ durchgebracht hat, spart sich der Bund die Netto-Neuverschuldung. Neue Kreditpapiere bringt der Bund trotzdem auf den Markt– um alte Kredite abzulösen.

Zur Fälligkeit muss der Staat den Nennwert begebener Anleihen und Geldmarktpapiere inklusive Kuponverzinsung an die Investoren zurückzahlen. Das Geld dafür beschafft er sich, indem er kurz vorher neue Anleihen begibt. An welchem Tag welche Bundeswertpapiere in welchem Umfang begeben werden legt die Finanzagentur – der oberste Schuldenmanager des Bundes – jeweils im Dezember für das Folgejahr fest.

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Schritt 3: Finanzagentur
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„Ja, der Bund zahlt das Geld für Zinsen und Tilgung an die Käufer von Anleihen immer fristgerecht zurück“, heißt es bei der Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur, die Detuschlands Schulden managt. Die Regierung könne kurzfristig eingreifen, ist seit Jahren liquide und werde von allen drei Rating-Agenturen regelmäßig mit einem „Triple A“ (AAA)-Status ausgezeichnet.

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Rating für Deutschland
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Neben Standard & Poor's geben regelmäßig Moody's und Fitch Urteile über Deutschlands Kreditwürdigkeit ab. Wegen des Top-Ratings ist der deutsche Staat so beliebt im Geschäft mit Bundesanleihen. Nachdem das Finanzministerium entschieden hat, welche Anleihen-Art er genau begeben will, wird die Deutsche Finanzagentur tätig. Sie berät das Finanzministerium, wie es die Anleihen möglichst günstig und gleichzeitig kurzfristig auf dem Markt anbieten kann.

(Foto: dpa)
Bundesbank.
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Jens Weidmann ist der Präsident der Bundesbank, die in Schritt 3 des Schuldenmachens ein ausführendes Organ ist. Die Bundesbank organisiert gemeinsam mit der Finanzagentur die Bieterauktionen für die begebenen Schuldtitel.

Die Auktionen finden in der Regel zwei Mal die Woche statt, und zwar montags und dienstags oder montags und mittwochs. Montags werden kurzlaufende Geldmarktpapiere mit Laufzeiten von sechs Monaten versteigert. Zweijährige Bundesschatzanweisungen gibt es einmal im Monat an einem Dienstag, fünf- zehn- und 30jährige Anleihen jeweils mittwochs. Dazu gibt es noch an bis zu zehn Dienstagen inflationsindexierte Wertpapiere des Bundes.

(Foto: Reuters)

Zehnjährige Bundesanleihen rentierten mit 0,17 Prozent drei Basispunkte niedriger. Der Bund-Future kletterte um 44 Basispunkte auf 163,17 Prozent. Die Rendite von zehnjährigen US- Bonds sank um einen Basispunke auf 1,87 Prozent.

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