Europäische Staatsanleihen Ist die griechische Grippe gebannt?

Spanien und Italien müssen deutlich weniger Zinsen für ihre Staatsanleihen bezahlen. In den vergangenen Wochen gab es eine Rally der Schuldpapiere. Warum der Optimismus trotz der Lage in Griechenland groß ist.
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Investoren schicken jüngst wieder lieber Euros nach Italien und Spanien. Quelle: dpa

Investoren schicken jüngst wieder lieber Euros nach Italien und Spanien.

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DüsseldorfEs sind Zahlen, die beruhigend wirken. Am Freitag sind die Renditen italienischer und spanischer Staatsanleihen erstmals seit Monaten unter wichtige Schwellenwerte gefallen. So notierten zehnjährige Italien-Papiere bei 5,839 Prozent, nachdem sie am Vortag noch knapp über sechs Prozent abgeworfen hatten und Anfang Januar gar über sieben Prozent. Für  Anleihen aus Spanien ging es am Freitag gar unter die Grenze von fünf Prozent. Die zehnjährigen Titel notierten bei 4,941 Prozent – nach etwa 5,5 Prozent zu Jahresbeginn.

Die Märkte scheinen also durchzuschnaufen. Selbst die Herabstufung Italiens, Spaniens und anderer europäischer Länder durch die Ratingagentur Fitch am Freitagabend konnte die Stimmung nicht trüben. Ist also die viel beschworene Ansteckungsgefahr womöglich schon gebannt? Brauchen die größeren südlichen Euroländer die griechische Grippe nicht mehr zu fürchten? Darauf deuten tatsächlich einige Indizien hin.

Die Verhandlungen mit den privaten Gläubigern Griechenlands laufen wohl auf eine Einigung an diesem Wochenende hinaus. Damit wäre eine der größten Unsicherheiten in der Staatsschuldenkrise gebannt. „Viele Investoren hatten sich ja inzwischen auf eine Hängepartie bis Mitte März eingestellt. Jetzt keimt doch Hoffnung auf, dass schon vorher eine Lösung gefunden wird“, sagte ein Händler.

Am 20. März muss Griechenland Schulden über 14,5 Milliarden Euro begleichen und braucht dafür neue Überweisungen von seinen internationalen Geldgebern. Diese haben ihre Zahlungen aber von einer Einigung mit den privaten Gläubigern abhängig gemacht.

Das erste Anzeichen für eine deutliche Beruhigung an den Märkten für Staatsanleihen hatte es am 12. Januar gegeben. Spanien hatte für Schuldpapiere mit einer Laufzeit bis Mitte Juni 2015 nur 3,38 Prozent Zinsen zahlen müssen nach über fünf Prozent für vergleichbare Papiere im Dezember.

Der Chart zeigt die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen in den vergangenen vier Monaten. Seit Jahresbeginn gibt es für sie nur einen Weg - nach unten. Quelle: Screenshot

Der Chart zeigt die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen in den vergangenen vier Monaten. Seit Jahresbeginn gibt es für sie nur einen Weg - nach unten.

(Foto: Screenshot)

Marktbeobachter führten das zwar maßgeblich darauf zurück, dass die Europäische Zentralbank den Geschäftsbanken im Dezember erstmals über drei Jahren Geld geliehen hatte – und zwar gleich fast 500 Milliarden Euro. Die immense Summe konnten die Geldhäuser in wenigen Wochen nicht in Kredite umwandeln und suchten nach Anlagemöglichkeiten.

Zum einen schauten sie zur EZB selbst, die absolute Sicherheit verspricht, aber für Übernachteinlagen nur mickrige Zinsen bietet. Staatsanleihen könnten sich da als willkommene Alternative angeboten haben.

Hedgefonds-Guru wirbt für italienische Staatsanleihen
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9 Kommentare zu "Europäische Staatsanleihen: Ist die griechische Grippe immer noch ansteckend?"

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  • Das HB sollte lieber zumachen.

  • Habe bislang noch nix von einer Problemlösung erfahren - eher im Gegenteil das Wachstum bricht durch die Sparprogramme ein und Staatsdefizite steigen. Der Patient ist ja nicht gesundt nur weil der Doktor es behauptet.
    Leider muss ich zustimmen, dass der Normalbürger wirklich dauerhaft von Politik und Medien verarscht wird und die Probleme immer nur verschoben werden. Wie hoch sollen die Staatsschulden weiter steigen? Die Staatsverschuldung in D liegt mit Einbezug der Pensionsleistungen für Beamte bei 5 Billionen EUR.(sprich wir wären dann effektiv bei einer Staatsverschuldungsquote von160%) und niemand redet hierüber. Es ist wirklich lächerlich - wie kurzfristig unsere Herren und Frauen Politiker denken....Ein guter Rat an Pensionäre und Rentner kauft euch Fruchtbares Ackerland - darauf wird es wohl hinauslaufen.

  • Ach wie süß … wir hüsteln weiter an der griechischen Grippe? Was für ein Witz … die Notenbanken, also die Staaten selbst geben Geld gen NULL Prozent an die Banken heraus, damit diese zur Abschöpfung von gut 5 Prozent den Volkswirtschaften über die Steuermittel und die öffentlichen Haushalte das Geld aus der Tasche ziehen können. Wenn das kein gutes Geschäft ist? Die Rate-Agenturen sorgen durch runter-raten für die Steigerung der Marge. Ja, so funktioniert heutzutage die Volksausbeute und die exponentielle Mehrung der Geldberge und die Verarmung auf der anderen Seite durch eben diese krankhafte Umverteilung. Wer mag da jetzt von einem Ende der Grippe reden, wo gerade der Krebs so richtig sein Werk beginnt.

    Und wenn wir dieses kaputte Geldsystem tatsächlich behalten wollen, dann sollten wir einen anderen Vorschlag ernsthaft überprüfen, der zumindest die Verarmung bremsen würde, dem Stat die absolute Kontrolle belassen würde und die Institutsgrößen auf überschaubare Größenordnung begrenzen würde. Nichts mehr mit „too big zu fail“.

    Alle Hartz IV Bezieher machen jeweils eine Privat-Ich-Bank-AG auf, die dann nur mündelsichere Kredite an Staaten vergeben dürfen. Den Rest der Geschichte nebst entsprechender Berechnungen kann man hier nachlesen:

    http://qpress.de/2011/09/17/bfa-will-banken-grundungswelle-in-deutschland/

  • Wenn ich Journalist wäre würde ich mich schämen ständig nur von den Symptomen zu berichten anstatt meinem journalistischen Auftrag nachzukommen und über die Ursachen zu recherchieren und zu debatieren. Dabei sind die Ursachen relativ klar. Unendliches quantitatives Wachstum, Geldschöpfung aus dem Nichts, Geldschöpfungsmonopol und Zentralisierung haben noch nie in der Geschichte der Menschheit zu etwas positivem geführt. Was herauskam war immer nur Faschismus. Und da sind wir wiedern.

  • Schulden mit Schulden bekämpfen. Was im Privatbereich nicht funktioniert, funktioniert beim Staat erst recht nicht.

    Warten wir einfach ab. Vielleicht gehts nun wieder ein paar Jahre. Kann gut sein. Aber bevor ich in Rente gehen kann, wirds sicher knallen. Dann bin ich froh, wenn ich vorgesorgt habe.

  • @schlaumeier.
    Natürlich haben Sie recht! Aber es lebt sich eben leichter wenn man vor der unabdingbaren Realität die Augen verschließt. Zumal es auch leider nicht bewiesen ist dass die Wissenden besser durch dieses Chaos, was uns bevor steht, kommen. Einzige Fatalität; Die Angst der Menschen sorgt immer dafür dass sie den Schönrednern hinterher rennen, die es alles nur noch viel schlimmer machen. Ist halt Gott gewollt!

  • Der einzige, der den Schuss noch nicht gehört hat sind Sie, Dünnbrettborer!

  • Das HB ist nichts anderes als als ein systemkonformes Blatt. Wer moeglichst objektiv informiert werden moechte, kann sich hier allenfalls die Themen holen um dann zu recherchieren.
    So vorgegangen kommt man zu staunenswerten Ergebnissen!

  • Das Handelsblatt sollte doch mal recherchieren, wer den Müll von Anleihen kauft. Natürlich die Banken, wie von der EZB vorgesehen. Mittlerweile schreibt das Handelsbaltt wie eine Schülerzeitung, allen voran ihr Oberschreiben GABOR. Der gute Mann hat nun wirklich den "Schuss" nicht gehört.

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