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Experten halten die Rendite angesichts des hohen Ausfallrisikos der Bonds für zu niedrig Fiat-Anleihen sind nur scheinbar attraktiv

Experten halten die Rendite angesichts des hohen Ausfallrisikos der Bonds für zu niedrig.
  • Andrea Cünnen und Marcello Berni (Handelsblatt)

FRANKFURT/MAILAND. Investoren, die im mageren Zinsumfeld nach hohen Renditen suchen, werden bei den Anleihen von Fiat fündig. Selbst die Euro-Anleihe, die schon in zweieinhalb Jahren fällig wird bietet eine Realverzinsung von 5,10 Prozent. Damit bekommen Anleger immerhin satte zwei Prozentpunkte mehr Rendite als bei einer vergleichbaren Bundesanleihe.

Vor einem Jahr lag die Rendite sogar bei fast zwölf Prozent. Damals steckte der Mischkonzern, der den meisten Umsatz mit der Automobilsparte erzielt, in einer ernsten Liquiditätskrise. Die Ratingagenturen Moody’s, Standard & Poor’s (S&P) und Fitch stuften die Kreditwürdigkeit daraufhin in die Spekulationsklasse hinab und haben ihre Urteile inzwischen noch weiter nach unten revidiert. Die Ratingausblicke sind bei allen drei Agenturen negativ.

Dass die Anleihe dennoch so gut gelaufen ist – Bondrenditen sinken, wenn die Kurse steigen –, erklärt Fondsmanager Alexis Renault von West AM damit, dass viele italienische Privatanleger den Bond gekauft haben. Diese seien davon überzeugt, dass Italiens größter Industriekonzern nicht pleite gehen könne und notfalls der Staat einspringen werde. Renault ist da aber nicht so sicher und hält die Anleihen angesichts des Risikos für zu teuer. Auch die Anleiheexperten von Merrill Lynch und HSBC raten dazu, Fiat-Bonds zu meiden.

Nachdem der italienische Traditionskonzern im Geschäftsjahr 2002 einen Rekordverlust von 4,3 Mrd. Euro gemacht hatte, legte er im Sommer einen Sanierungsplan vor. Im dritten Quartal lag der Verlust dank umfangreicher Verkäufe von Vermögensteilen „nur“ noch bei 84 Mill. Euro. Dank einer Kapitalerhöhung über 1,8 Mrd. Euro hat Fiat die Konzernschulden unter 3 Mrd. Euro gesenkt. Damit gilt die Liquidität des Unternehmens zwar zunächst als gesichert. Die Gewinnzone wird der Konzern nach eigenen Angaben aber erst 2005 wieder erreichen, die Autosparte werde gar erst 2006 wieder profitabel werden.

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