EZB-Kaufprogramm Zentralbank hält Tempo der Anleihenkäufe

Die EZB hat in der vergangenen Woche Anleihen für insgesamt 9,8 Milliarden Euro erworben und behält damit die bisherige Geschwindigkeit bei. Das groß angelegte Kaufprogramm soll die Inflation und Konjunktur anschieben.
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Die EZB und die nationalen Notenbanken erwarben seit dem Start der Käufe am 9. März insgesamt Staatsbonds im Gesamtumfang von mittlerweile 289,5 Milliarden Euro. Quelle: dpa
Neubau der EZB

Die EZB und die nationalen Notenbanken erwarben seit dem Start der Käufe am 9. März insgesamt Staatsbonds im Gesamtumfang von mittlerweile 289,5 Milliarden Euro.

(Foto: dpa)

Frankfurt am MainDie Europäische Zentralbank (EZB) hat die Geschwindigkeit ihres großangelegten Anleihen-Kaufprogramms annähernd beibehalten. Die EZB und die nationalen Notenbanken erwarben seit dem Start der Käufe am 9. März insgesamt Staatsbonds im Gesamtumfang von mittlerweile 289,5 Milliarden Euro, wie die Euro-Wächter am Montag in Frankfurt miteilten. In der Woche zum 28. August nahmen sie für 9,8 Milliarden Euro Staatsbonds in ihre Bücher. In der Woche davor waren es 9,9 Milliarden Euro gewesen.

EZB-Chef Mario Draghi will mit der großen Geldschwemme Banken in der Euro-Zone dazu bewegen, statt in Anleihen zu investieren mehr Kredite an die Wirtschaft zu vergeben. Durch die Käufe sollen die Bondrenditen sinken, wodurch die Titel als Investment weniger attraktiv werden. Reichen die Banken deshalb mehr Kredite an Firmen und Haushalte aus, würde die Konjunktur beflügelt und auch die nach Ansicht der EZB gefährlich niedrige Inflation nach oben getrieben.

Zuletzt war die Kreditvergabe im Euro-Raum bereits leicht gestiegen. Trotz der Käufe blieb aber bislang der große Inflationsschub aus: Die Teuerung lag im August wie schon im Juli nur bei 0,2 Prozent und damit deutlich vom EZB-Ziel von knapp zwei Prozent entfernt. Einen solchen Preisanstieg betrachtet die EZB als ideal für die Wirtschaftsentwicklung.

Pro Monat wollen die Währungshüter im Schnitt Wertpapiere - dazu gehören neben Staatsbonds auch Pfandbriefe ("Covered Bonds") und Hypothekenpapiere ("ABS") - im Umfang von rund 60 Milliarden Euro erwerben. Während der Ferienzeit soll der Umfang etwas geringer sein. Das Gesamtprogramm soll bis mindestens September 2016 laufen und dann einen Umfang von etwa 1,14 Billionen Euro haben. Griechische Staatsanleihen sind gegenwärtig nicht Teil des Kaufprogramms.

  • rtr
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6 Kommentare zu "EZB-Kaufprogramm: Zentralbank hält Tempo der Anleihenkäufe"

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  • das tempo der Anleihekäufe wird gehalten. so so, was für ein blöder Titel! es müsste lauten: bei dem tempo sind wir schneller kaputt, gell?

  • Fachleute bezeichnen die Strategie der EZB als "cornern".

    Wäre Draghi nicht Präsident der EZB sondern Vorstand einer "normalen" Bank, wäre er schon lange im Knast.

    So ist das eben mit der Gleichheit vor dem Gesetz.

  • Das gilt nicht für Super Draghi !

  • @ Herrn Gerd St

    Stellen Sie sich vor, Sie haben eine phänomenale Fähigkeit: Wann immer Sie Ihre rechte Hand schließen und wieder aufmachen, liegt ein Goldstück darin.

    Was würde Sie jemandem erwidern, der zu Ihnen kommt und mahnt Sie sollten vorsichtiger mit dem Ausgeben sein, sonst wären Sie bald pleite?

  • Inflation = Erhöhung der nachfragewirksamen Geldmenge [im Vergleich zum Vorjahr; nach BIP-relevanten Gütern] - Wirtschaftswachstum

    1. Man kann die nachfragewirksame Geldmenge erhöhen wie man will, es wird keine Inflation entstehen, wenn dies, wie im Euroraum vorhanden, auf hohe Arbeitslosigkeit trifft. Das Geld wird durch das Wirtschaftswachstum neutralisiert.

    2. Ob trotz niedriger Zinsen überhaupt mehr Kredite nachgefragt werden, ist schon mal nicht selbstverständlich. Wer sollte denn das tun? Die privaten Haushalten sind schon mal zum Teil aus den unterschiedlichsten Gründen nicht kreditwürdig (Arbeitslose, prekär Beschäftigte mit Einkommen unter der Pfändungsfreigrenze, Insolvente) oder nehmen grundsätzlich keine Kredite auf, was vernünftig ist, nachdem man sich in kurzer Zeit im Falle von Arbeitslosigkeit auf dem sozio-kulturellen Existenzminimum wiederfindet. Die Staaten sollen ja sparen und die Unternehmen haben die Angewohnheit nur zu investieren, wenn die entsprechende Nachfrage vorhanden ist. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.

    3, Selbst wenn Kredite in Anspruch genommen werden, heißt das noch lange nicht, dass dies auch BIP-relevant ausgegeben wird. Der Kauf von Aktienpaketen etc. zählt eben nicht.

    Kurz: Die traditionelle Geldpolitik ist am Ende und das ist auch kein vorübergehendes Phänomen, sondern das erwartbare globale Ergebnis von hohen Sparsummen aufgrund von hohen Einkommensungleichverteilungen.

    Das weiss auch Draghi. Er kommuniziert es zwar so wie beschrieben, in Wirklichkeit ist aber QE eine Methode um Geld ins Ausland zu pumpen und damit den Export der Eurozone anzukurbeln. Die Anlage in Wertpapiere des Gemeinschaftswährungsraum wird mehr und mehr unattraktiv und die Spekulanten schauen sich nach Fremdwährungsanlagen um. Damit wird der Euro geschwächt, genau das ist das Ziel und dies wird nur vorübergehend etwas nützen. Die anderen Zentralbanken werden diesem Treiben nicht lange zusehen. Auch das weiß Draghi.

  • Kann es sein, dass auf ihrem Bild bereits die Pleitegeier um den Turm der EZB kreisen ?
    Das mach Sinn.

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