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EZB-Tagung Draghi-Rede drückt die Rendite von Bundesanleihen weiter unter die Null-Marke

Obwohl Investoren draufzahlen, wenn sie in Bundesleihen investieren, greifen sie weiter nach der sicheren Anlage. Der Grund heißt einmal mehr Mario Draghi.
Update: 27.03.2019 - 14:15 Uhr Kommentieren
Rendite von Bundesanleihen fällt auf Zweieinhalb-Jahres-Tief Quelle: Reuters
Euro-Münzen

Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sinkt weiter in den roten Bereich.

(Foto: Reuters)

FrankfurtNach einer Rede von EZB-Chef Mario Draghi haben sich Investoren am Mittwoch mit als sicher geltenden Bundesanleihen eingedeckt. Draghi hatte bei einer Rede auf einer Notenbankkonferenz in Frankfurt angedeutet, die Zinswende im Euro-Raum könnte sich weiter nach hinten verschieben. Die Geldpolitik werde die Wirtschaft weiter unterstützen, indem sie ihren Zinsausblick anpasse. „Wir haben keinen Mangel an Instrumenten, um unser Mandat zu erfüllen“, versicherte Draghi.

Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank daraufhin auf bis zu Minus 0,053 Prozent, von zuvor minus 0,014 Prozent und lag damit so niedrig wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr.

Wie stark die Nachfrage nach Bundesanleihen am Markt ist, zeigte am Mittwoch auch eine Auktion von Papieren mit zehnjähriger Laufzeit. Wie die Deutsche Finanzagentur mitteilte, erzielte sie dabei eine Rendite von 0,05 Prozent. Das bedeutet, dass Anleger dem Bund unter dem Strich etwas dafür zahlen, dass sie ihr Geld an diesen verleihen dürfen. Zuletzt war das bei einer Auktion zehnjähriger Anleihen im Herbst 2016 der Fall gewesen.

Die Finanzagentur, die im Auftrag des Finanzministeriums die Auktionen abwickelt, hatte die bis 2029 laufende Anleihe um drei Milliarden Euro aufgestockt. Sie hätte jedoch auch ein doppelt so hohes Volumen am Markt platzieren können. Damit überstieg das Investoreninteresse eine Auktion zehnjähriger Bundesanleihen Ende Februar – und damals war die Rendite noch positiv.

Dass sich die Investoren selbst von negativen Renditen abschrecken lassen, liegt vor allem an den Konjunktursorgen, die EZB-Chef Draghi mit seiner jüngsten Rede noch einmal unterstrichen hat. Die Notenbank sehe inzwischen eine hartnäckige Verschlechterung der Nachfrage von außerhalb der Euro-Zone, sagte er.

Mohammed Kazmi, Portfoliomanager bei der französischen Privatbank UBP sagte, Draghi „zeigte sich zunehmend vorsichtig“, was beispielsweise die Entwicklung der Industrieproduktion in Europa angehe. „Dies deutet darauf hin, dass wir in absehbarer Zeit nicht mit einer signifikanten Umkehrung der Renditen der Bundesanleihen rechnen können.“

Zudem warteten Investoren auf Signale, wie das Ringen um den EU-Ausstieg Großbritanniens ausgehen könnte. Das britische Parlament will im Tagesverlauf über Alternativen zum Brexit-Deal von Premierministerin Theresa May beraten.

Der Markt für Bundesanleihen bleibe deswegen schlagzeilengetrieben, erläuterten die Analysten der BayernLB. Damit die Bundesrendite wieder über null steige, brauche es konkretere Nachrichten aus London, wonach Mays Deal wahrscheinlicher geworden sei. „Da Nachrichten wohl bis zum Abend ausbleiben, positionieren wir uns neutral.“

Mit Material von Reuters.

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