Ferrari, Berkshire, Pemex Emission von Euro-Anleihen nimmt zu

Anleihen in Euro sind derzeit beliebt bei Emittenten. Mit Ferrari und Berkshire Hathaway setzen zwei große Konzerne auf Bonds, die in der Gemeinschaftswährung denominiert sind. Doch das Marktumfeld bleibt volatil.
Auch die Investment-Gesellschaft von Vermögens-Guru Warren Buffett will auf Euro lautende Bonds platzieren. Quelle: AFP
Berkshire-Hathaway-Gründer

Auch die Investment-Gesellschaft von Vermögens-Guru Warren Buffett will auf Euro lautende Bonds platzieren.

(Foto: AFP)

LondonWarren Buffetts Berkshire Hathaway und Ferrari gehören zu den führenden Emittenten von auf Euro lautenden Anleihen. Die Ausgabe von Bonds, die in der Gemeinschaftswährung denominiert sind, belebt sich.

Berkshire will laut informierten Kreisen Papiere im Gesamtvolumen von 2,75 Milliarden Euro mit Laufzeiten von vier, acht und zwölf Jahren platzieren, deren Erlös zur Rückzahlung von Krediten benutzt werden soll, die für den Erwerb von Precision Castparts aufgenommen wurden. Einen Tag vor der Offerte platzierte Berkshire Anleihen im Rekordvolumen von 9 Milliarden Dollar.

Auch Ferrari und Petroleos Mexicanos lassen sich anlocken von Fremdkapitalkosten, die angesichts der Aussicht auf weitere geldpolitische Lockerung durch die Europäische Zentralbank sinken, und kommen mit Euro-Anleihen auf den Markt. In der vergangenen Woche platzierten Unternehmen mit starken Bonitätsnoten Papiere im Volumen von über 30 Milliarden Euro, wie sich aus von Bloomberg zusammengestellten Datenergibt. Das ist fast die Hälfte des Gesamtvolumens von 63 Milliarden Euro aus dem Januar.

Die größten Anleihe-Deals aller Zeiten
Platz 13: France Télécom - heute Orange
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Die Anleiheplatzierung über 16,4 Milliarden Euro von France Télécom liegt mehr als anderthalb Jahrzehnte zurück – der Bondverkauf vom 6. März 2001 ist aber bis dato der größte Deal am Anleihemarkt eines Unternehmens aus dem Euro-Raum. Seinerzeit war es sogar die weltweit größte Unternehmensanleihe. Grund für den Kapitalhunger der Franzosen war die Refinanzierung der teuren UMTS-Lizenzen und die Übernahme des Mobilfunkkonzerns Orange. Im Sommer 2013 hat sich France Télécom in Orange umbenannt. Wie alle Mega-Anleihen gab es dabei verschiedene Tranchen mit verschiedenen Laufzeiten. Dazu sammelten die Franzosen das Geld in verschiedenen Währungen – Dollar, Euro und Britischem Pfund – ein.

Quelle: Dealogic

Platz 12: Roche
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Das Schweizer Pharmaunternehmen Roche begab acht Jahre nach France Télécom einen Mega-Bond und sammelte am 18. Februar 2009 16,5 Milliarden Dollar mit einer Anleihe ein. Damit refinanzierte Roche einen Teil der Komplettübernahme der US-Tochter Genentech.

Quelle: Dealogic

Platz 11: Amazon
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16 Milliarden Dollar hat sich der Online-Händler am 15. August 2017 geliehen. Das Geld braucht der Konzern, um den Brückenkredit für die Übernahme von Whole Foods Markets zu refinanzieren. Amazon teilte den Bond in sieben verschiedene Laufzeiten von drei bis 40 Jahren auf. Die Zinskupons variierten zwischen 1,9 für die drei- und 4,25 für die 40jährige Tranche.

Quelle: Bloomberg

Platz 10: AbbVie
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Am 5. Mai 2015 lieht sich der US-Pharmakonzern AbbVie auf einen Schlag 16,7 Milliarden Dollar bei Anleiheinvestoren. Zuvor hatte der Pharmakonzern 21 Milliarden Dollar gezahlt, um den Spezialanbieter Pharmacyclics zu übernehmen.

Quelle: Dealogic

Platz 9, Teil 1: Microsoft
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Der US-Konzern hat am 30. Januar die größte Anleihe des Jahres 2017 begeben. Der Softwaregigant begab Bonds in sieben verschiedenen Dollar-Tranchen über zusammen 17 Milliarden US-Dollar. In der Liste der Top-Ten der größten Bond-Emissionen taucht Microsoft damit gleich zweimal auf. Anleihen über 17 Milliarden Dollar haben aber auch noch zwei weitere US-Unternehmen begeben.

Quelle: Dealogic

Platz 9, Teil 2: Medtronic
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Der amerikanische Medizintechnikkonzern Medtronic hatte 2014 die irische Covidien für 43 Milliarden Dollar übernommen. Einen Teil davon refinanzierte Medtronic am 1. Dezember 2014 mit einer Mega-Anleiheplatzierung über insgesamt 17 Milliarden Dollar.

Quelle: Dealogic

Platz 9, Teil 3: Apple
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Auch Apple holte sich auf einen Schlag 17 Milliarden Dollar am Anleihemarkt, und zwar am 30. April 2014. Das war damals die größte Bond-Emission. Der iPhone und iPad Konzern brauchte das Geld aber nicht für eine Übernahme, sondern um die Dividende zu erhöhen und Aktien zurückzukaufen. Dabei diente die Bond-Emission als Steuersparmodell. Der Grund: Apple hatte Barreserven von 145 Milliarden Dollar, von denen 102 Milliarden Dollar außerhalb der USA kurzfristig geparkt waren. Bei einer Überweisung dieser Gelder in die USA wären Steuern fällig geworden.

Quelle: Dealogic

„Die Neu-Emissionen kommen wieder in Gang, aber das Marktumfeld bleibt recht volatil“, sagte Chris Bowievom Vermögensverwalter Twentyfour Asset Management in London. „Ich sähe es nicht gern, wenn die Renditen noch weiter schrumpfen würden“, sagte er im Hinblick auf die Berkshire-Offerte.

Berkshire hat bei ihrer Anleiheplatzierung die Renditeaufschläge gegenüber der ursprünglichen Indikation verringert. So wurden die 4-jährigen Anleihen laut einer mit dem Vorgang vertrauten Person zunächst mit einer Rendite von 85 Basispunkten über dem mittleren Swapsatz vermarktet, platziert wurde die 1 Milliarde Euro schwere Tranche zu 60 Basispunkten über dem mittleren Swapsatz. Bei den 8-jährigen Papieren für 1 Milliarde Euro sank der Spread von ursprünglich 120 Basispunkten auf 95 Basispunkte. Für die 12-jährigen Anleihen im Volumen von 750 Millionen Euro waren anfangs 165 Basispunkte geplant, auf den Markt kamen sie zu 140 Basispunkten.

90 Basispunkte über der Benchmark
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