Fitch-Studie EZB-Programm wird die Kreditvergabe nicht ankurbeln

Das milliardenschwere Staatsanleihekaufprogramm der EZB wird kaum Früchte tragen, sagt die Ratingagentur Fitch. Die Kreditnachfrage werde gering bleiben. Eine andere Ratingagentur widerspricht allerdings der Studie.
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Draghis Angst vor der Deflation

FrankfurtNach Ansicht der Ratingagentur Fitch werden die angekündigten und milliardenschweren Staatsanleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) das angepeilte Ziel voraussichtlich verfehlen. Es sei weder mit einer erhöhten Kreditvergabe der Banken noch mit gewinnerhöhenden Effekten in den Bankenbilanzen zu rechnen, hieß es in einer am Montag in London vorgelegten Studie der Fitch-Analystin Bridget Gandy.

„Die wirtschaftlichen Aussichten bleiben ungewiss, und damit ist kaum mit einer erhöhten Kreditnachfrage zu rechnen“, stellte sie fest. Den Banken selbst erschwerten strengere regulatorische Vorgaben die Ausweitung ihrer Kreditausgabe.

Die EZB hatte in der abgelaufenen Woche Staatsanleihekäufe als Teil eines Aufkaufprogramms von insgesamt 1,1 Billionen Euro angekündigt. Ziel ist vor allem die Stimulation der kaum in Gang kommenden Konjunkturentwicklung in Europa. Diese historische Entscheidung werde vermutlich allenfalls vorübergehende Effekte auslösen, falls die Regierungen der Euroländer nicht ihrerseits mit Reformen das Wachstum in Gang brächten und die Banken vermehrt Mittel aus ihren Bilanzen für die Kreditausreichung zur Verfügung stellten, hieß es in der Fitch-Studie überdies.

Das internationale Regelwerk nach Basel III erlegt den Banken zunehmende Summen für die Risikovorsorge gegen notleidende Kredite auf, wie Fitch weiter erklärte. Verwiesen wurde auch auf die notwendigen Kapitalreserven, die eine verbesserte Widerstandskraft der Banken bei finanziellen Krisen zum Ziel haben, was den europäischen Steuerzahler vor weiteren Bankenrettungszahlungen schützen solle.

Laut Fitch können einzelne Banken zwar in der Lage sein, mehr Handelsergebnis zu generieren, aber die Effekte würden voraussichtlich von den niedrigeren Renditen wieder ausgeglichen. Die Bilanz falle entsprechend vermutlich neutral oder sogar leicht negativ für die Gewinne aus.

Im Gegensatz zu Fitch erwartet die konkurrierende Ratingagentur Moody's Investors Service einen „positiven, wenn auch begrenzten“ Effekt der Maßnahme auf das Wachstum in Europa, wie aus einer Studie in der letzten Woche hervor ging.

  • Bloomberg
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4 Kommentare zu "Fitch-Studie: EZB-Programm wird die Kreditvergabe nicht ankurbeln"

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  • Nur mal so nebenbei ein Beispiel warum es nicht funktionieren wird.

    Ein Kumpel von mir will sich einen neuen BMW für 80000 Euro holen (40000 Kredit und 40000 Bar), er macht es nicht da er nur einen 3 Jahresvertrag hat. Alle die Zeitarbeitsverträge haben investieren nicht mehr, Werksverträge sind davon betroffen und von den Hartz Leuten, 400 Euro Jobber, Praktikanten, Mindest-Lohn ist ja schon gar nichts mehr zu erwarten. Schröder Reform kommt hier gerade als Bumerang zurück und in anderen Ländern sieht es nicht anders aus. Griechenland, Portugal, Spanien und demnächst Italien, Frankreich und Belgien.

    Wer ständig wie in den letzten 15 Jahren Arbeitsplätze effizient für Profit=Börse Wegrationalisiert braucht sich nicht zu wundern, dass die Nachfrage sinkt.

    Sinkende Nachfrage = sinkende Investitionen = sinkende Preise da Firmen kosten und Profit und Kredit bedienen müssen.

    Wenn der Hobby-Banker Draghi Investitionen anschieben will sollte er jedem Bürger der EU, der unter 1000 Euro verdient – jeden Monat 1000 Euro überweisen und schon wär das Problem gelöst.

    Die Börsen können doch gar nicht mehr so schnell Kacken (der Stuhlgang muss wirklich schon eklig sein) wie sie das Geld in den Arsch geschoben bekommen.
    Hobby-Banker Draghi kann noch die nächsten 100 Jahre so weiter machen, die Schrittgeschwindigkeit des Game Over wird schneller.

    Da können in diesem oder im nächsten Jahr EU-Parlamentspräsident Martin Schulz und Eurogruppenchef Dijsselbloem wieder Licht am Ende des Tunnels sehen, D-Zug fährt immer mit Licht im Tunnel.
    MfG

  • Ich glaube es geht der EZB gar nicht mehr um weitere Kreditvergaben. Durch die Aufkäufe von Anleihen jeder Art wird den europäischen Anlegern weitere Möglichkeiten genommen. Sie gehen in Aktien bis die dort erzielbare Rendite das Geld dann in Anlagen im Ausland treibt. Das Geld kommt dann mindestens zum Teil nachfragewirksam zurück oder senkt den Aussenwert des Euro noch weiter.

  • Darum geht es doch auch gar nicht, wie können die Leute nur so unendlich naiv sein. Es geht darum, wer die Party der 2000er Jahre am Ende bezahlt! Na, schon eine Ahnung, genau wir, als Sparer, Renter oder Kaufkaftgeschwächte. Aber werd das aufgrund Intelligenzvorsprung schon vor Jahren sagte wurde wahlweise als dümmlich, rechtsradikal oder Wutbürger bezeichnet. Leider ist in Deutschland mittlerweile die breite Masse so von der CDUSPDGrüne-Politik und ihren medialen Verkündungshelfern so vernebelt, dass sie es nicht mal jetzt merkt. Das nenne ich tragisch-komisch.

  • >>Das milliardenschwere Staatsanleihekaufprogramm der EZB wird kaum Früchte tragen, sagt die Ratingagentur Fitch. >>

    Das Programm der EZB ist ein ökonomischer Witz. QE war mal erfunden worden, um die Zinsen zu drücken und die Deflation zu bekämpfen.

    Das Experiment, in USA und Japan eingesetzt, war erfolglos.

    Zinsen sind in der EU auch so im bodenlosen, eine Deflationsgefahr gibt es nur bei den Südländern. Die Nordeuropäer haben eine Inflation in der Größenordnung 7 % !

    QE ist eine reine Mogelpackung.

    Dem Volk wird sie verkauft als konjunkturstützende Notwendigkeit, tatsächlich aber ist es Geld, um, nach Austritt bzw. Schuldenschnitt der Griechen den Südländischen Banken unter die Arme greifen zu können.

    Mit anderen Worten, der Mafiosi Draghi benutzt europäische Steuergelder über die EZB in Billionen € Größenordnung um Pleitebanken aus der Patsche zu helfen.

    Fuck the EU !

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