Fünf und zehn Jahre Laufzeit Telekom begibt Milliarden-Anleihe in zwei Tranchen

Die Deutsche Telekom hat am Dienstag ihre angekündigte Anleihe im Volumen von zwei Milliarden Dollar in zwei Tranchen begeben, mit der sie ihre Liquidität aufstocken will. Darüber hinaus soll der Kapitalmarkt nach Worten von Telekom-Chef-Treasurer Gerhard Mischke im laufenden Jahr aber nicht mehr mit einer großvolumigen Anleihe in Anspruch genommen werden.

Reuters BERLIN. „Die Anleiheemission generierte reges Investoreninteresse sowohl in den USA und Europa und war mit einem Ordervolumen von über zehn Milliarden Dollar fünffach überzeichnet“, teilte das hoch verschuldete größte europäische Telekom-Unternehmen am späten Abend mit. Das über die niederländische Finanzierungstochter Deutsche Telekom International Finance N.V. begebene Papier soll der Refinanzierung bestehender Schulden dienen und daher die Netto-Verschuldung nicht erhöhen.

Nach Angaben eines der Konsortialführers, Bank of America Securities, liegt die Rendite für die fünfjährige Tranche im Volumen von 750 Millionen Dollar 110 Basispunkte über den entsprechenden US-Staatsanleihen. Der Kupon liege bei 3,875 Prozent, der Ausgabepreis bei 99,753 Prozent. Die zehnjährige Anleihetranche im Volumen von 1,25 Milliarden Dollar habe einen Renditevorsprung von 135 Basispunkten über der entsprechenden US-Staatsanleihe. Der Kupon betrage 5,25 Prozent und der Ausgabepreis 99,233 Prozent.

Telekom-Chef-Treasurer Mischke hatte Reuters vor der Emission gesagt: „Wir werden in diesem Jahr keine weitere Benchmark-Anleihe mehr begeben.“ Vorstellbar seien allenfalls kleine Emissionen, die in der Vergangenheit bei einem Volumen von bis zu 500 Millionen Euro gelegen hätten. Mit dem geplanten Bond sei die Telekom bis in die zweite Jahreshälfte 2005 durchfinanziert.

Die Telekom-Aktien hatte kaum auf die Ankündigung der Anleihe reagiert. Die Papiere schlossen in einem schwächeren Gesamtmarkt mit 12,79 Euro 1,3 Prozent im Minus. Am Bondmarkt reagierten die Anleger mit Verkäufen. Telekom-Bond-Analyst Brad Bugg bei Dresdner Kleinwort Wasserstein sagte, die neue Dollar-Anleihe mache Sinn. „Die Telekom hat bedeutende Refinanzierungsverpflichtungen im kommenden Jahr - zwar braucht das Unternehmen dafür keine Mittel mehr, aber wenn sie ihre Verschuldung zu den derzeit niedrigen Zinssätzen refinanzieren kann, ist das sehr sinnvoll“, sagte der Analyst. Die Telekom sei bekannt dafür, dass sie einen großzügigen finanziellen Spielraum habe.

Die Dollar-Anleihe soll nach Telekom-Angaben der Liquiditätsvorsorge dienen und die Nettoverschuldung von zuletzt 56,3 Milliarden Euro nicht erhöhen. Im laufenden Jahr hat die Telekom bereits mehrmals den Kapitalmarkt in Anspruch genommen, um die Verschuldung zu refinanzieren. Die Summe der im Jahr 2003 am Kapitalmarkt aufgenommenen Mittel liege jedoch unter dem Volumen des Vorjahres, sagte der Chef-Treasurer. „Wir müssen immer weniger Geld aufnehmen.“ Die Innenfinanzierungskraft sei stärker geworden.

Nach Einschätzung von Marktexperten besteht derzeit starke Nachfrage nach Neu-Emissionen insbesondere aus dem Telekom-Sektor. Bei der jüngsten in Aktien der Telekom wandelbaren Anleihe der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit einem Volumen von fünf Milliarden Euro war in der vergangenen Woche die Nachfrage größer als das Angebot. Die Bonität der Telekom wird derzeit knapp über Ramsch-Status eingestuft, da die hohe Verschuldung des Konzerns auf die Ratings drückt. Der Ausblick ist nach Einschätzung der führenden Ratingagenturen allerdings inzwischen wieder stabil.

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