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Greenbonds Nachhaltiges Investment: Deutschland prüft die Ausgabe der ersten grünen Bundesanleihe

Die Bundesrepublik öffnet sich für nachhaltige Staatsanleihen. Doch mehr Investitionen in grüne Projekte wird es dadurch vorerst nicht geben.
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Die Bundesregierung prüft die Ausgabe einer grünen Bundesanleihe. Quelle: dpa
Windenergie in Niedersachsen

Die Bundesregierung prüft die Ausgabe einer grünen Bundesanleihe.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Bundesregierung prüft die Einführung einer grünen Bundesanleihe. Die Verpflichtung des Bundes zu grünen Investitionen in einem separaten Wertpapier festzuschreiben sei eine der Möglichkeiten, die analysiert werden, bestätigte eine Sprecherin der Finanzagentur am Freitag auf Anfrage. Zuvor hatte die „Börsen-Zeitung“ über die Pläne berichtet.

Dem Bericht zufolge wird vor allem über ein Modell diskutiert, das bereits in Dänemark angewandt wird. Dabei gibt der Bund wie bisher eine Anleihe aus, ergänzt um ein separates grünes Wertpapier mit eigener Wertpapierkennnummer (ISIN). Zu Details wollte sich die Sprecherin der Finanzagentur nicht äußern.

Konkret funktioniert dieses Modell wie folgt: Die Ausgabe neuer Staatsanleihen würde faktisch aufgeteilt, in eine Bundesanleihe und einen Greenbond. Wenn der Bund beispielsweise eine Milliarde Euro am Kapitalmarkt aufnimmt und 30 Prozent der Emission über die nachhaltige Anleihe gezeichnet wird, verpflichtet sich der Bund zu grünen Staatsausgaben in Höhe von 300 Millionen Euro. Darunter fallen beispielsweise Umwelt- oder Klimaschutzprojekte.

„In Kombination mit einer klassischen Anleihe des Bundes erhielte der Investor eine grüne Bundesanleihe“, sagte Tammo Diemer, Co-Geschäftsführer der Finanzagentur, der Börsen-Zeitung. Die Transparenzverpflichtungen unterlägen dabei den Marktstandards, so Diemer.

Bei Investoren kommen die Pläne der Bundesregierung gut an: So sagt etwa Simon Bond, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter Columbia Threadneedle: „Wir begrüßen diese Entscheidung. Und wir denken, dass es auch für andere europäische Fiskalbehörden an der Zeit ist, die Emission von Green Bonds zu prüfen.“ Bislang geben in Europa beispielsweise Frankreich und Dänemark grüne Staatsanleihen aus. In Deutschland ist die staatseigene KfW-Bank ein wichtiger Emittent von grünen Anleihen.

Doch selbst wenn die grüne Bundesanleihe, wie die Börsen-Zeitung berichtet, 2020 eingeführt wird: Das führt vorerst nicht dazu, dass Deutschland mehr Geld in Umwelt- und Klimaschutzprojekte investiert. Das Geld, das der Bund durch die Emission der Anleihe einnimmt, fließt nach dem dänischen Modell weiterhin ohne jede Zweckbindung in den Bundeshaushalt. Der Teil einer Neuemission, der über die grüne Anleihe gezeichnet wurde, würde nachträglich Bundesmitteln zugeordnet, die ohnehin für grüne Projekte ausgegeben werden.

Der neue Greenbond kann die Bundesregierung höchstens langfristig dazu zwingen, mehr Geld in grüne Projekte zu stecken. Sollten grüne Bundesanleihen extrem gut ankommen bei Investoren, könnte das Finanzministerium irgendwann nicht mehr genügend Ausgaben im Bundeshaushalt identifizieren, die sich als „grün“ etikettieren ließen.

Bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Der Markt für grüne Anleihen wächst zwar rasant, ist jedoch nach wie vor eine Nische. Die Ratingagentur Moody’s schätzt, dass 2019 weltweit grüne Anleihen mit einem Volumen von 200 Milliarden Euro auf den Markt kommen. Das entspricht ziemlich genau dem Volumen, das die Bundesrepublik in diesem Jahr ausgibt. Doch gemessen am weltweiten Neuemissionsvolumen von sieben Billionen Euro ist der Anteil der Greenbonds noch extrem gering.

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