Griechenland Schon wieder pleite – und jetzt?

Die Politik will eine Pleite um jeden Preis abwenden. Doch Investoren sind sicher: Griechenland steht erneut vor der Zahlungsunfähigkeit. Ein weiterer Schuldenschnitt träfe diesmal auch die deutschen Steuerzahler.
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Ein Mann vor dem Parlamentsgebäude in Athen. Griechenland steht erneut vor der Pleite. Quelle: dapd

Ein Mann vor dem Parlamentsgebäude in Athen. Griechenland steht erneut vor der Pleite.

(Foto: dapd)

AthenGriechenland ist pleite – schon wieder. Die Politik scheut sich noch, das so offen auszusprechen. Aber Investoren und Ökonomen sind sich sicher, dass das Land erneut vor der Zahlungsunfähigkeit steht. Was kann Griechenland jetzt noch helfen? Noch härtere Sparmaßnahmen, ein weiterer Schuldenschnitt, ein neues Hilfspaket oder doch der Austritt aus der Euro-Zone?

„Griechenland ist insolvent und es wird einen Ausfall geben. Es ist nur die Frage, wie und wann das realisiert wird“, sagte Andrew Bosomworth, Managing Director bei Pacific Investment Management Co. (Pimco). „Es fällt sehr schwer, eine Möglichkeit zu sehen, wie das Land seine Schulden zurückzahlen könnte - ohne Unterstützung in Form eines Schuldennachlasses zu erhalten.“

Beim ersten Schuldenschnitt mussten die Gläubiger bereits 100 Milliarden Euro abschreiben. Doch nur wenige Monate nach diesem Schnitt, wird schon über den nächsten diskutiert. Denn wegen der tiefen Rezession und schleppender Reformbemühungen wächst der Schuldenberg unaufhaltsam weiter - bis 2014 wird er auf 192 Prozent des Bruttoinlandsprodukts anwachsen.

„Es macht keinen Sinn, die fiskalischen Sparmaßnahmen noch weiter zu verschärfen. Griechenland ist zahlungsunfähig trotz des Hilfspakets”, sagte David Folkerts- Landau, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, im Gespräch mit der FAZ.

Das Land benötige entweder ein weiteres Hilfspaket oder eine Schuldenreduzierung, erläuterte der Ökonom. Er forderte, dass sich an einer Schuldenreduzierung der öffentliche Sektor beteiligen sollte.

Insgesamt haben die internationale Kreditgeber 240 Milliarden Euro an Griechenland verliehen. Diesmal dürfte ein Schuldenschnitt allerdings nicht die privaten, sondern auch die staatlichen Gläubiger und die EZB treffen.
Die Europäische Zentralbank werde Verluste bei ihren griechischen Staatsanleihen hinnehmen müssen, glaubt Bosomworth von Pimco. „Letztendlich ist es die Entscheidung der griechischen Regierung, deswegen wird die EZB wohl - ohne es zu wollen - akzeptieren müssen, dass sie nicht alles zurückbekommt”, sagte Bosomworth.

Steuerzahler werden zur Kasse gebeten
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58 Kommentare zu "Griechenland: Schon wieder pleite – und jetzt?"

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  • @Luzifer
    Zitat:wen kann man wählen ? Sehe weit und breit keine - ernst zu nehmende -Alternative!
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    Also das ist ja nun erstaunlich.Es gibt Alternativen, sie müssen nur die Augen aufmachen und SEHEN:
    Ich will sie gar nicht aufzählen, nur wer selber sucht, will das ernshaft. Wer suchet , der findet.


  • Schon wieder pleite – und jetzt?
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    Was für eine Überraschung...
    Man mag sich schon gar nicht mehr ernsthaft damit beschäftigen, weil das ganze eine Verarschung von vorne bis hinten ist.Seit Jahren doktern sie an den Symtomen, geheilt wird nichts- weil man das gar nicht will. Egal warum- wir ahnen es nur.
    Und, was soll´s--sie haben doch die "Familie Europa"- die zahlt eben wieder.Da fällt mit ein Liedchen ein.
    Und die Tante eus Europa wenn sie kommt hipp hopp, ja sie rettet dann die Welt vor dem Bankrott hipp hopp ......(nach dem Lied-"die Tante aus Marokko wenn sie kommt"....)
    Wer Finanzen in 5 Jahren nicht ordnen kann, der kann es nie..seit 2007 ist das Desaster bekannt- ausgebrochen-- und--nichts ist passiert- ausser Ignoranz und schlaue Sprüche..
    Weiterwurschteln ist angesagt, egal wo-europaweit und weltweit. Das hat doch einen Grund, denn so dumm kann doch keiner sein.
    Langsam aber sicher geht mit das alles sonst wo vorbei. Macht doch was ihr wollt, verschaukelt die Völker der Welt, die Nationen Europas weiter,irgendwann werdet ihr dafür teuer bezahlen. Jeder sollte sich im Rahmen seiner Möglichkeiten vorsorgen, denn das Ende der Geschichte wird nicht lustig werden. Wer weiter träumt ist selber schuld.....

  • Die politische Kaste zu der Hochfinanz Gnaden in Europa, kann es drehen und wenden wie sie es will, Athen ist pleite.

    Das es den europäischen Steuerzahler Milliarden kosten wird, war schon 2010 klar. Aber, die korrupte Politikerkaste wird schon ein paar Floskeln finden um die Verluste dann als Alternativlos, eine Sache von Krieg & Frieden, fällt der Euro, fällt Europa u.s.w. den dummen Steuerzahler & sparer zu beruhigen.
    Da brauchen wir uns nichts vorzumachen.

  • @ROBERT_LEE

    Man könnte auch sagen, die Schulden werden sozialisiert.

    Ohne weitere Erklärungen ein Auszug aus Wikipedia:

    Eigeninteresse der Gemeinschaften:
    Eine Gemeinschaft entwickelt ein Eigeninteresse, welches sich an den alltäglichen Zielsetzungen der Lebensführung der Mitglieder bemisst und entsprechend auf vielerlei Weise miteinander verflochten ist. Bestärkt wird dies durch eine deutliche Trennungslinie zwischen uns und den Anderen. Nicht selten fällt deshalb der Austritt aus der Gemeinschaft nicht leicht, wird auch behindert oder moralisch diskreditiert („Untreue“), denn einen argumentativ vorbringbaren Einzelzweck haben sie gerade nicht. Politische Zwangsverbände werden oft als „Gemeinschaften“ deklariert, um ihre Mitglieder moralisch an sie zu binden, am nachhaltigsten in totalitären Diktaturen.

    Grenzen der Vergemeinschaftung:

    Menschliche Individuen (soziale Akteure) können „Gemeinschaften“ nur begrenzt bilden. Es ist ihnen praktisch nicht möglich, zu jedem Zeitpunkt in allen ihren sozialen Beziehungen gemeinsame Ziele zu verfolgen oder jegliche Handlungen gemeinschaftlich durchzuführen. Im theoretisch strengen Sinne ist es ihnen sogar nie zur Gänze möglich, obwohl sie es anders empfinden können. Der Begriff „Gemeinschaft“ ist daher oft eine missbrauchte Fiktion. Der Begriff dient dann zumeist dazu, Menschen zu von Zweckorganisationen oder von einzelnen charismatischen Personen gewünschten Handlungen zu drängen, indem der Eindruck erweckt wird, dieses Handeln geschehe für ihm teure oder lebenswichtige Gemeinschaften (vgl. Ideologie, Derivation). So propagierten die Nationalsozialisten den Begriff der „Volksgemeinschaft“, um die von ihnen beherrschten Menschen für ihre Ziele zu gewinnen und um Unerwünschte auszuschließen.

  • ja jetzt wissen es angeblich alle Ökonomen, laut Handelsblatt. Obwohl das vor drei Jahren auch jeder Ökonom wusste, berichtet das Handelsblatt willfährig. Chefredaktuer Steingart rief zum Kauf von GR-Anleihen auf. Das Handelsblatt macht sich zum willfährigen Mitläufer der Allparteienkoalition. Früher hätte es das nicht gegeben.

    ich bin nur froh, dass die Chefredaktion wechselt und gespannt ob der linkskurs wider die Leser von ehemaligen Spiegel-Redakteuren (wie heute) fortgesetzt wird.

  • Neid und Unehrlichkeit , eine Krankheit ,die oft spät erkannt wird !
    Die Tabletten können nicht immer nur Geld sein .-
    Sich einfach nur ändern ( wollen ) !

  • Ein Volk wird versklavt!
    Die Exportgier der Industrieländer und deren Großkonzerne, durch Bestechung von korrupten Regierungen und Regierungsmitgliedern Griechenlands und mit der Mittäterschaft von deutschen und französischen Banken, hat zu dieser Überschuldung geführt.
    Jetzt wird ein ganzes Volk versklavt, während die korrupte griechische Regierungsmitglieder und unsere Bankmanager, die Verantwortliche von Siemens, Mercedes, Krauss-Maffei, Ferrostaal, Dassault, etc., etc., unbestraft, ein Leben in Luxus und Überfluss genießen können

  • Das wird schön !
    Was die Piraten an Wählern bekamen nur um " die Sau " vom Trog zu holen , kann nun sinnvoll und mit verstand erfolgen . Die Stimmen sind nicht verloren !!!
    Die fünf % bekommen die freien Wähler allemal .

    Gruß
    W.D.

  • Na, wer hätte das gedacht.
    Aber wieso zitiert das HB diesmal nicht seinen Obersozi, Gustav Horn?
    "Führender Ökonom hält weitere deutsche Transferzahlung an Griechenland für einzig gangbaren Weg!" könnte die Schlagzeile lauten.

  • @ Lieber Herr Erich Gnaerich,

    bitte brechen Sie nicht! Engagieren Sie sich lieber und überzeugen Sie sich selbst und alle Ihre Freunde und Bekannte, bei der nächsten BT-Wahl die Freien Wähler zu wählen. Die sind die Einzigen, die diesen Rettungswahnsinn ablehnen UND eine gute Handlungsalternative anbieten! Wir sind inzwischen VIELE und wir sollten unsere Stimmen nicht an lauter einzelne, kleine Parteien verschwenden. Wenn wir uns auf 1 Partei einigen könnten, wären unsere Stimmen sehr viel wert! Bitte sehen Sie über trennende Details hinweg und sehen Sie das Große und Ganze, nämlich das ENDE dieser entsetzlichen €-Rettungspolitik!
    Bitte informieren Sie sich hier: www.wahlalternative2013 und hier: www.freiewaehler.eu

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