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Große Nachfrage nach geplanter Anleihe der Eurohypo – Vorreiter IKB Deutsche Banken entdecken Privatanleger für nachrangige Bonds

Die Eurohypo wird diese Woche eine Anleihe über voraussichtlich 300 Mill. Euro platzieren, die sie auf ihr Kernkapital anrechnen kann.

cü FRANKFURT/M. Banken müssen ihr Geschäft mit Eigenkapital unterlegen und spezielle Bonds sind beliebt, um dieses aufzustocken. Die so genannten hybriden Tier-1-Anleihen haben eine unendliche Laufzeit und werden bei einem Konkurs des Emittenten erst nach anderen Verbindlichkeiten bedient.

Die Eurohypo begibt erst ihre zweite Tier-1-Anleihe. Zuletzt hatte die größte deutsche Spezialbank für Immobilien- und Staatsfinanzierung vor fast zwei Jahren einen solchen Bond platziert. Neu an der jetzt geplanten Anleihe ist, dass sie eine in Deutschland noch seltene Struktur hat. Außerdem wird sie über Banken vor allem an wohlhabende Privatkunden verkauft.

Experten erwarten, dass auch andere deutsche Banken Privatkunden als Zielgruppe für solche Bonds entdecken. „Die Anleihe bietet voraussichtlich in den ersten beiden Jahren einen hohen Zinsschein zwischen 6,75 und sieben Prozent“, sagte Henning Rasche, Vorstand der Eurohypo dem Handelsblatt. Danach verzinst sich der Bond laut Rasche mit einem Aufschlag zwischen 0,10 und 0,15 Prozentpunkten über dem zehnjährigen so genannten „Constant Maturity Swap“ (CMS). Dieser Tauschsatz spiegelt den Zinssatz wieder, zu dem sich Banken mit einem guten Rating für zehn Jahre lang Geld gegenseitig leihen.

Die Ausstattungsmerkmale unterscheiden die Emission von anderen, für Profis gedachte Tier-1-Anleihen. Bei denen erhöht sich der Zinsschein nach zehn Jahren meist so deutlich, dass eine vorzeitige Rückzahlung wahrscheinlich ist. Deshalb zählen Ratingagenturen solche Bonds eher zu den Verbindlichkeiten als zum Kernkapital.

Für Banken haben die auf Privatanleger zugeschnittenen Bonds folglich Vorteile. Und sie sind gefragt. Für die Anleihe der Eurohypo sammelten die Konsortialführer BNP Paribas, Deutsche Bank und Morgan Stanley in kurzer Zeit Kaufaufträge über 400 Mill. Euro ein.

„Der abzusehende Erfolg für die Eurohypo dürfte auch andere deutsche Banken veranlassen, mit solchen Emissionen an den Markt zu kommen“, sagte Gerald Rücker, der bei BNP Paribas das deutsche Kapitalmarktgeschäft leitet. Die Refinanzierungssätze seien jetzt so günstig und die Nachfrage so groß, dass viele Banken das Instrument nutzen könnten, um sich wie die Eurohypo auf Vorrat einen Kapitalpuffer zu schaffen.

Bislang gab es mit dem Vorreiter IKB Deutsche Industriebank im vergangenen Juni und der Deutschen Postbank im November und Dezember in Deutschland erst zwei Banken, die Tier-1-Bonds mit einer einfachen CMS-Struktur platzierten. In anderen Ländern – vor allem Frankreich und Österreich – nutzen viel mehr Institute diese Art der Refinanzierung. Die Bank of Ireland platzierte am Dienstag einen solchen Bond über 600 Mill. Euro.

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