Höherer Kapitalbedarf Eurohypo soll unter das Dach der Commerzbank

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Eingliederung der Eurohypo geplant

Für den Plan, die Eurohypo in die Muttergesellschaft einzugliedern, braucht Commerzbank-Chef Blessing die Unterstützung der EU-Kommission. Denn sie hat der Commerzbank wegen der erhaltenen milliardenschweren Staatshilfen eigentlich aufgegeben, die Eurohypo bis 2014 zu verkaufen. Doch ein Käufer ist nicht in Sicht.

In Kreisen der Kommission hieß es, Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia habe den Fall schon mit Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble besprochen. Rückt die EU von ihrer Forderung ab, muss die Commerzbank voraussichtlich mit anderen Auflagen aus Brüssel rechnen.

Moody's sieht die Eurohypo vor entscheidenden Monaten. Für den Immobilienfinanzierer gehe es nun darum, ob der Neugeschäfts-Stopp im Juni wieder aufgehoben werde oder ob die Bank auf eine Abwicklung zusteuere, schreibt Analystin Katharina Barten. Die Commerzbank habe jedenfalls nur dann Chancen auf ein besseres Rating, wenn sie ihre Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts deutlich zurückfahre oder die daraus resultierenden Risiken in den Griff bekomme.

Die Commerzbank wollte sich dazu nicht äußern. Sie muss den europäischen Bankenaufsehern bis zum Freitag einen Plan vorlegen, wie sie ihre Eigenkapitaldecke bis Juni 2012 um zumindest 5,3 Milliarden Euro aufbessern will. Blessing hatte seine Pläne am Montag Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble vorgestellt.

Von der Eurohypo bleiben soll Finanzkreisen zufolge nur das profitable Geschäft mit Immobilienkrediten in den europäischen Kernmärkten, auf das sich die Bank schon in den vergangenen zwei Jahren beschränkt hatte. Derzeit macht die Eurohypo jedoch kein Neugeschäft, weil die Commerzbank ihre Bilanzrisiken senken muss, um die Kapitalauflagen der EU-Bankenaufsicht zu erfüllen. Das Neugeschäft in der Finanzierung von Staaten und Kommunen hat die Eurohypo bereits aufgegeben. Doch die Probleme wirken nach: Die im Marktwert teils deutlich gesunkenen Staatsanleihen in der Eurohypo-Bilanz haben der Commerzbank allein ein Kapital-Loch von 4,8 Milliarden Euro beschert. Im restlichen Konzern sind es nur 500 Millionen.

Die Commerzbank und der Bund hatten seit November über eine Auffanglösung für die notorisch defizitäre Eurohypo verhandelt: Große Teile davon - etwa die Staatsanleihen - sollten in einer staatlichen „Bad Bank“ landen und damit aus den Büchern der Commerzbank verschwinden. Doch mit seinem öffentlichen Schwur, „nicht noch einmal“ zum Banken-Rettungsfonds SoFFin zu gehen, hatte sich Blessing in Zugzwang gebracht.

Aus Sicht des Bundes wäre eine Hilfsaktion für die Eurohypo nur zu rechtfertigen gewesen, wenn sie der Commerzbank aus einer akuten Kapitalklemme geholfen hätte, wie Branchenkenner übereinstimmend sagten. Doch dazu braucht Blessing den Staat nicht. Der für 2012 eigens wiederbelebte Bankenrettungsfonds SoFFin dürfe aber nicht dazu verwendet werden, die Commerzbank von einem hausgemachten Problem zu befreien, hieß es.

  • dpa
  • rtr
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5 Kommentare zu "Höherer Kapitalbedarf: Eurohypo soll unter das Dach der Commerzbank"

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  • Die Menschen sollten sich überlegen, bei den Banken überhaupt noch Geld zu mickrigen Zinsen als Tagesgeld usw. anzulegen. Die Banken haben eigentlich eine zu schlechte Bonität. Das Risiko für den Anleger ist extrem hoch. Bei dieser Bonität müssten Banken für Tagesgeldkonten mindestens 8 Prozent Zinsen zahlen. Den das andere Wort für "Abschreibungen" heißt "Verluste". Der Staat muss die Banken aus einem einzigen Grund retten. Es sind die Staatsanleihen. Erfolgt die Rettung der Staatsanleihen (Banken) nicht, kommt es bei den Banken möglicherweise zur sofortigen Pleite. Der EURO als bedrucktes Papier geht sofort kaputt, die Staaten crashen. Übrigens die Banken haben jetzt für kleine Goldbarren enorm lange Lieferfristen. Weiß da einer mehr?

  • Oh, wusste nicht einmal dass die COBA noch eine Top-Bonität besitzt. Vom Bauchgefühl her, steht sie bei mir schon seit Lehman bei D!

  • Ach, die commerzbank zittert? Na, wer hätte das denn gedacht ...

    Der Staat wollte diese Bank ja unbedingt retten und hat sich ohne Bedenken, ob sie sanierungswürdig ist, kopfüber in ein Finanzabenteuer gestürzt.

    die Verstaatlichung hat dann dazu geführt, daß statt wirtschaftlicher Leitlinien nunmehr politische Träume das Agieren bestimmen.

    Merke: Man kann auch einen schlechten Zustand durchaus noch verschlimmern. Indem man Politiker zu Bestimmern macht.

  • ...........................
    DIE POLITIK DER NEBELKERZEN
    ...........................
    ...........................
    es sind nicht die bewertungen bzw. die abstufungen,
    die die RATING AGENTUREN in den verdacht der manipu-
    lation kommen lassen, sondern die im vorfeld sorgsam
    gestreuten gerüchte und teilinformationen..
    ..
    zeitpunkte und die eindeutige konzentration auf den
    europäischen wirtschaftsraum -ex GB- verraten die in-
    teressenlagen der amerikanischen privatinstitute..
    ..
    sie sind der anglo-amerikanischen finanzindustie ver-
    pflichtet und ihre entscheidungen fallen deshalb etwas
    einseitig aus..
    ..

  • MEGALOL...die Kopfschmerzbank? Die Bank die im Akkord anderen Leuten jedem Mist anzudrehen versucht hat Angst um was? Um ihr Rating?

    Entschuldigung aber mich hauts gleich vom Stuhl... Die haben etwas, was man tatsächlich noch abwerten kann? :D

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