Hypo Alpe Adria-Krise Fiasko bei Hypo drückt andere Bank-Anleihen

Dass sich der österreichische Staat nicht deutlich zur Zukunft der verstaatlichten Krisenbank Hypo Alpe Adria positioniert, steigert die Unsicherheit an den Märkten. Moody's stuft deshalb auch Anleihen anderer Banken ab.
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Sie zieht auch andere Kreditinstitute in die Tiefe: Die mögliche Pleite der Hypo Alpe Adria Group belastet die Anleihen vieler österreichischer Banken. Quelle: Reuters

Sie zieht auch andere Kreditinstitute in die Tiefe: Die mögliche Pleite der Hypo Alpe Adria Group belastet die Anleihen vieler österreichischer Banken.

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Wien/ LondonDie Debatte um eine mögliche Pleite der Staatsbank Hypo Alpe Adria hat Folgen für andere österreichische Banken: Die Ratingagentur Moody's stufte die Bonitätsnoten von Anleihen herab. Mit Landesgarantien besicherte Anleihen von vier österreichischen Instituten werden nun um jeweils ein bis zwei Ränge schlechter bewertet – darunter Papiere der Uni Credit-Tochter Bank Austria. Eine ihrer Vorgängerbanken hatte mit Hilfe von Garantien des damaligen Eigentümers – der Stadt Wien – Anleihen begeben, deren Rating sich nach Einschätzung der Analysten nun verschlechtert.

Die Bank Austria hält den Effekt der Herabstufung für gering. „Wir erwarten keine großen Auswirkungen. Es ist ein vergleichsweise geringer Bestand an Altanleihen“, sagte ein Sprecher am Mittwoch. Betroffen sind auch die Hypo Tirol und die Schwesterbank in Vorarlberg, die sich ebenfalls mit Rückendeckung der Bundesländer mit günstigem Geld eingedeckt hatten.

Hintergrund ist die Diskussion über eine Insolvenz der Hypo Alpe Adria. Für sie haftet das Bundesland Kärnten mit Garantien von 12,5 Milliarden Euro. Eine Pleite der Bank könnte auch das Bundesland mit in den Abgrund ziehen. Die Anleihegläubiger der Hypo – die sich auf die Garantien des Landes verlassen hatten – müssten dann möglicherweise mit Verlusten rechnen.

Die Moody's-Experten monieren in ihrer Analyse, dass Österreich einen solchen Schritt bislang nicht explizit ausgeschlossen habe. Angesichts der so geschürten Unsicherheit sinke auch der Wert staatlicher Garantien für andere Banken. Die übrigen – nicht mit Haftungen besicherten Verbindlichkeiten der Banken – sind von der Herabstufung nicht betroffen.

Den Entscheidungsträgern in der Europäischen Zentralbank (EZB) bereitet die krisengeschüttelte Staatsbank hingegen keine schlaflosen Nächte mehr, sie bewerten die Lage der Hypo Alpe Adria so: „Diese Bank hat keine Liquiditätsprobleme, und es ist eine ziemlich kleine Bank und nicht von europäischer Relevanz“, sagte der österreichische Notenbankchef Ewald Nowotny in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Nowotny ist oberster Bankenaufseher Österreichs und zugleich im EZB-Rat vertreten, dem wichtigsten Entscheidungsgremium der Zentralbank. „Ich sehe keine Perspektive für ein Engagement der EZB“, sagte er.

Bei der Notverstaatlichung der Hypo Ende 2009 war das noch anders: Der damalige EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hatte darauf gedrungen, die Bank nicht pleitegehen zu lassen. Er fürchtete, dass nur gut ein Jahr nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers ansonsten neuerliche Schockwellen das europäische Finanzsystem erschüttern würden.

Österreich hatte die Bank daher Ende 2009 für einen Euro vom damaligen Mehrheitseigentümer Bayern LB übernommen. Die deutsche Landesbank wollte kein Geld mehr in die marode Tochter investieren. Um die Hypo wie von der EU verlangt abzuwickeln, erwägt die österreichische Regierung nun für das Institut eine staatliche Abbaubank – die allerdings die Staatsverschuldung deutlich nach oben treiben würde. Alternativ steht auch eine Insolvenz der Bank zur Debatte.

  • rtr
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