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Kapitalmarkt Anleger reißen sich um neue Griechenland-Anleihe

Griechenland kann erstmals seit dem Ende des Hilfsprogramms wieder eine Anleihe am Markt platzieren. Die Nachfrage ist unerwartet groß.
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Die Rendite der Anleihen dürfte bei etwa 3,6 bis 3,7 Prozent liegen. Quelle: dpa
Akropolis

Die Rendite der Anleihen dürfte bei etwa 3,6 bis 3,7 Prozent liegen.

(Foto: dpa)

AthenWas noch vor einigen Tagen wie eine Zitterpartie aussah, ist ein voller Erfolg. Bei der Auktion einer fünfjährigen griechischen Staatsanleihe rissen sich die Anleger am Dienstag förmlich um die Papiere.

Die staatliche Schuldenagentur PDMA hatte zunächst ein Volumen von zwei Milliarden Euro offeriert, platzierte dann aber nach Angaben aus Finanzkreisen 2,5 Milliarden Euro. Die Nachfrage war mit rund zehn Milliarden vier Mal so groß. Als Emissionsbanken fungierten Bank of America Merrill Lynch, Goldman Sachs, HSBC, JP Morgan, Morgan Stanley und Société Générale CIB.

Der Kupon des Bonds, der im April 2024 fällig wird, liegt mit 3,4 Prozent unter den Erwartungen von Marktbeobachtern, die mit 3,5 bis 3,7 Prozent gerechnet hatten. Die Emissionsrendite beträgt 3,6 Prozent. Das ist deutlich weniger, als Griechenland im Juli 2017 für die damalige fünfjährige Anleihe zahlen musste. Seinerzeit betrug der Kupon 4,375 Prozent, die Ausgaberendite lag bei 4,625 Prozent.

Die Emission war dreieinhalbfach überzeichnet. Zuletzt hatte Griechenland im Februar 2018 einen siebenjährigen Bond begeben. Die Wertpapiere im Volumen von drei Milliarden Euro wurden mit einem Kupon von 3,375 Prozent und einer Rendite von 3,5 Prozent platziert.

Die drei großen Ratingagenturen stufen griechische Schuldpapiere als „nicht investitionswürdig“ ein. Die Hauptgründe für die schlechte Bonität sind die extrem hohe Schuldenquote von rund 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, die prekäre Lage der griechischen Banken, die mit hohen Beständen fauler Kredite kämpfen und das immer noch schwache Wirtschaftswachstum.

Griechenland muss deswegen im Euroraum die mit Abstand höchsten Zinsen zahlen. Sie bewegen sich auf dem Niveau lateinamerikanischer Staaten. Dagegen liegen die Renditen der anderen früheren Programmländer der Eurozone viel niedriger. Der fünfjährige spanische Bond rentiert sich mit 0,2 Prozent, das vergleichbare portugiesische Papier mit 0,5 Prozent. Italien zahlt 1,57 Prozent.

Dennoch macht es für den Athener Finanzminister Sinn, frisches Geld aufzunehmen. Er kann damit wesentlich teurere Kredite des Internationalen Währungsfonds (IWF) vorzeitig tilgen. Die Griechen schulden dem IWF noch rund 9,7 Milliarden Euro. Für diese Kredite, die regulär bis 2024 zurückgezahlt werden müssen, berechnet der Fonds Griechenland bis zu fünf Prozent Zinsen.

Die Emission war für Griechenland ein wichtiger Test. Athen hatte nach achteinhalb Jahren am Tropf der Hilfskredite Ende August des vergangenen Jahres den Euro-Rettungsschirm verlassen. Dank eines aus Hilfsgeldern und eigenen Rücklagen gebildeten Liquiditätspuffers von über 26 Milliarden Euro ist das Land zwar auf über zwei Jahre durchfinanziert und braucht aktuell kein frisches Geld.

Athen will aber dennoch mit kleineren Emissionen den Markt sondieren und so das Vertrauen der Anleger schrittweise zurückgewinnen. Die Schuldenagentur PDMA will in diesem Jahr bis zu sieben Milliarden Euro am Markt aufnehmen.

Die geglückte Platzierung der Staatsanleihe am Dienstag ist auch eine gute Nachricht für die griechischen Unternehmen und die Geschäftsbanken, die damit bessere Aussichten haben, sich am Markt frisches Geld zu besorgen.

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