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Kapitalmarkt Costas Wahlsieg in Portugal hält die Anleiherenditen niedrig

Der Portugiese António Costa steht für Schuldenabbau und Haushaltsdisziplin. Am Anleihemarkt sind die Renditen bereits gesunken.
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Jubel nach der Wahl in Portugal. Quelle: dpa
António Costa

Jubel nach der Wahl in Portugal.

(Foto: dpa)

Madrid, Frankfurt Stabile Verhältnisse erwarten Anleger am portugiesischen Kapitalmarkt nach dem Wahlsieg des Sozialisten António Costa am Sonntag. Die Rendite der wichtigsten Anleihe des Landes, des zehnjährigen Staatsbonds, hat sich auf extrem niedrigem Niveau unterhalb von 0,12 Prozent eingependelt.

Für Anleger könnten langweiligere Zeiten anbrechen: Steht Costa doch für den Abbau der Staatsschulden und Haushaltsdisziplin. Zudem dürfte die Europäische Zentralbank (EZB) den Bondkurs mit ihren neuerlichen Ankäufen von Anleihen ebenfalls stützen.

Allein seit Jahresanfang trieb dies den Kurs der zehnjährigen portugiesischen Papiere um gut 16 Prozent hoch, ließ die Rendite entsprechend von 1,8 Prozent auf 0,116 Prozent zusammenschmelzen. Der Kurs zehnjähriger Bundesanleihen legte rund sieben Prozent zu, die Rendite sackte um 0,7 Prozentpunkte auf minus 0,58 Prozent. Anleiheexperten rechnen damit, dass die Niedrigrenditen auch in Portugal anhalten.

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Denn die portugiesische Wirtschaft wuchs zuletzt stärker als der Schnitt der Euro-Zone, die Arbeitslosigkeit halbierte sich unter Costa auf 6,2 Prozent, das Haushaltsdefizit sank von 4,4 auf 0,4 Prozent. Die Ratingagentur DBRS stufte Portugal kurz vor den Wahlen um eine Stufe auf BBB-high hoch, lobte die Haushaltskonsolidierung und „ein gesundes Tempo“ beim Schuldenabbau.

Analysten wie Sebastian Fellechner von der DZ Bank sehen Chancen, dass Costa seinen Kurs fortsetzt, da er nach der Wahl nur noch einen Bündnispartner brauche, also weniger auf kostspielige Ansprüche eingehen müsse.

Fraglich ist aber, ob Costa sowohl die versprochenen höheren Ausgaben als auch den Abbau der Staatsschulden von 122 Prozent des Bruttoinlandsproduktes unter einen Hut bringen kann. Bisher gelang das etwa 2018 dank des starken Wachstums von 2,4 Prozent. 2019 erwartet die EU aber nur noch 1,7 Prozent.

„Wenn Costa die Fiskalziele einhalten und die riesige Staatsverschuldung auf einem soliden Abwärtspfad halten will, wird er darauf angewiesen sein, dass die wirtschaftliche Erholung anhält“, meint Analyst Michiel van der Veen von der Rabobank. Doch „während die Anleiherenditen auf absehbare Zeit niedrig bleiben dürften, dürfte das Wirtschaftswachstum angesichts der Tatsache, dass der Handelskrieg zwischen den USA und China in vollem Gange ist und sich die Wirtschaft anderer Länder der Euro-Zone verlangsamt, nicht aufrechterhalten werden können.“ Van der Veen erwartet für 2020 nur noch ein Wachstum von 1,2 Prozent.

Investoren an den Kapitalmärkten zeigen sich von solchen Szenarien allerdings bisher unbeeindruckt. Auch DZ-Analyst Fellechner erwartet, dass die ohnehin inzwischen geringe Differenz zwischen den Anleiherenditen für portugiesische und deutsche Staatsanleihen nicht steigen wird. Seit Anfang Januar hat sich diese auch Risikoprämie für eine schwächere Bonität des kleinen iberischen Landes noch einmal deutlich verringert von 1,6 auf 0,7 Prozentpunkte. „Neben dem positiven Rating-Trend dürften auch die Nettokäufe von Staatsanleihen, die ab 1. November durch die EZB“ beginnen, die Differenz weiter geringhalten, erwartet er.

Für Anleger bedeutet das, dass die Rendite niedrig bleiben dürfte. Dass die Kurse vom heutigen Niveau aus noch deutlich weiter steigen, erwarten die Experten auch nicht. Damit haben diese Bonds wie andere Euro-Zonen-Staatspapiere den Status eines „Geldparkplatzes“ erreicht, den vor allem Großinvestoren nutzen. Immerhin vermeiden sie mit diesen zehnjährigen Staatspapieren bisher negative Renditen, müssen also fürs Geldparken nichts bezahlen.

Mehr: Der Chef von Portugals Sozialisten sichert seiner Partei einen Sieg bei der Parlamentswahl. Doch jetzt muss António Costa tiefgreifende Reformen liefern.

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