Katalonien Separatisten verunsichern Anleger

Spanien gerät auch an den Märkten unter Druck: Die Aktienkurse fallen, die Risikoprämien der Anleihen steigen. Doch an eine Abspaltung Kataloniens glaubt an den Finanzmärkten kaum jemand.
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Spanien verunsichert Anleger

Frankfurt Am Sonntag stürmten spanische Landespolizisten Wahllokale in Katalonien, setzten Schlagstöcke und Gummigeschosse ein und verletzten mehr als 840 Menschen. Mit der verfassungswidrigen Abstimmung hat der Konflikt um Kataloniens Unabhängigkeit eine neue Eskalationsstufe erreicht. Ein Konflikt, der das Land in eine tiefe politische Krise stürzt und auch vor den Finanzmärkten nicht haltmacht.

Eine regelrechte Panik kommt zwar nicht auf, aber Investoren sind nervös. „Es ist nicht klar, ob es tatsächlich zu einer Unabhängigkeit der Region kommt. Aber klar ist, dass Spanien vor einer tiefen politischen Krise steht“, sagte Padhraic Garvey, Leiter der Zinsstrategie bei der niederländischen Großbank ING.

Die Unsicherheit lässt sich sowohl an den Aktien- als auch an den Anleihemärkten ablesen. Spaniens Leitindex Ibex 35 verliert bis zum Mittag gegen den Trend in Europa 1,4 Prozent. Besonders leiden die in Katalonien angesiedelten Finanzinstitute Banco de Sabadell und Caixabank.

Auch bei Anleihen geraten die Kurse unter Druck, dafür steigen die Renditen. Die Rendite der zehnjährigen spanischen Staatsanleihe erhöht sich um bis zu 0,09 Prozentpunkte auf 1,69 Prozent. So hoch lag sie zuletzt vor knapp drei Monaten. Die Risikoprämie im Vergleich zur zehnjährigen deutschen Bundesanleihe steigt auf 1,2 Prozentpunkte. Auch der Euro verliert und rutscht auf bis zu 1,1731 Dollar ab, ein Minus von 0,7 Prozent.

„Die Stimmung im Land ist vergiftet, es wird dauern, die Wunden zu heilen“, meint Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. Dennoch: Von Panik ist an den Märkten nichts zu spüren. Seit Jahresanfang liegt der Ibex 35 immer noch gut neun Prozent im Plus, und die Rendite der zehnjährigen spanischen Staatsanleihe lag im März mit 1,9 Prozent höher als derzeit.

Der Euro hat sich in diesem Jahr zum US-Dollar um mehr als elf Prozent aufgewertet. „Es gab heute eine Reaktion an den Märkten, aber schwer greifbare politische Ereignisse sorgen nicht für übermäßige Ausschläge“, sagt Christian Lenk, Zinsstratege bei der DZ Bank. Leichter Druck auf die Märkte habe sich erst mit der Ankündigung des Referendums am 5. September gezeigt – obwohl Kataloniens Ministerpräsident Puigdemont schon bei seiner Wahl Anfang 2016 ein Referendum über die Unabhängigkeit der Region angekündigt hatte.

„Letztlich kann sich der Markt wohl nicht vorstellen, dass sich Katalonien tatsächlich von Spanien trennt“, meint Lenk. „Investoren scheinen daran zu glauben, dass es doch noch eine Lösung geben wird.“ Das glaubt auch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P). Sie hatte erst am Freitag Spaniens Rating „BBB+“, das für eine ordentliche Bonität steht, mit positivem Ausblick bestätigt und geht davon aus, dass die Region Teil Spaniens bleibt. Sollte der Streit nicht eingedämmt werden, könne er sich langfristig auf das Geschäftsklima und Investitionen auswirken. Im Moment werde die wirtschaftliche Entwicklung davon wohl nicht beeinflusst, heißt es.

Markt glaubt nicht an die Abspaltung
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4 Kommentare zu "Katalonien: Separatisten verunsichern Anleger"

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  • Zweiter Tag " Netzwerkdurchsuchungsgesetz " !
    ZENSUR nach Maas !
    Und keine freie Presse regt sich auf ? Ist das nicht schlimmer, als . . . .

  • POROSCHENKO IN DER UKRAINE fragt sich bestimmt auch selber, wie die gleiche Europäische Union die Ihm einst beraten hatte die Teilung der Ukraine durchziehen zu lassen um den Friedenswillen ...

    jetzt in Katalonien / Spanien plötzlich den gleichen Friedenswillen wegen nicht einen einzigen Referendum abhalten lässt !!!

    Stattdessen über 700 VERLETZTE entstehen lässt an einem SONNTAG und dazu an Wehrlose Menschen wie etwa ältere und Kinder !

    Die menschen in der Ukraine haben auch TV um die nachrichten zu sehen um jetzt zu entscheiden wer besser ist für die Zukunft der Ukraine !!!

    RUSSLAND oder EU ???

    Beide sind Gewaltvoll !!!

  • KATALONIEN
    Separatisten verunsichern Anleger
    von:
    Andrea Cünnen
    Datum:
    02.10.2017 14:52 Uhr
    Spanien gerät auch an den Märkten unter Druck: Die Aktienkurse fallen, die Risikoprämien der Anleihen steigen. Doch an eine Abspaltung Kataloniens glaubt an den Finanzmärkten kaum jemand.

    ..........................

    Wenn nur Aktienstände für diese Europäische Union zählt dann verkaufen wir ALLE EUROPÄER alle unsere Aktien aus Europa und bringen so am deutlichsten unsere Fassungslosigkeit gegenüber der GEWALT VON GUARDIA CIVIL in Katalonien am 01.10.2017 zum AUSDRUCK !

    ZUSÄTZLICH kaufen wir alle bis nach Weihnanchten nichts mehr in Europa, nichts Weihnachtliches und nicht einmal Weihnachtsgeschenke !!!

    Dann mal sehen ob die Europäische Union endlich versteht und endlich von selber wieder geht !!!

  • Woduch doch die Anleger in der letzten Zeit immer verunsichert wurden. Ihre Schlagzeile kann man eigentlichen nur noch mit einem müden Lächeln zur Kenntnis nehmen.
    Die Aktien - Märkte haben ich immer bewegt und werden das auch in Zukunft tun, Wer bei jeder Meldung sofort zuckt und nervös wird sollte sein Geld im Sparstrumpf oder auf dem Girokonto zu Null Zinsen parken.

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