Kreditwürdigkeit S&P hebt Ausblick für die USA

Erleichterung in den USA: Die Ratingagentur Standard & Poor's erhöht den Ausblick für die Kreditwürdigkeit von „negativ“ auf „stabil“. Die Finanzmärkte reagieren positiv.
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Standard & Poor's heben die Kreditwürdigkeit der USA an. Quelle: ap

Standard & Poor's heben die Kreditwürdigkeit der USA an.

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New YorkDie Ratingagentur Standard & Poor's droht den USA vorerst nicht mehr mit einer weiteren Herabstufung der Kreditwürdigkeit. S&P erhöhte am Montag den Ausblick für die weltgrößte Volkswirtschaft auf "stabil" von „negativ“ und sorgte damit vorübergehend für Erleichterung an den Finanzmärkten. Zugleich sinke die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Herabstufung auf weniger als ein Drittel, teilte die Agentur mit. Sie bewertet die Kreditwürdigkeit weiter mit der Note „AA+“ und damit eine Stufe unter der Top-Bonität von „AAA“, die beispielsweise Deutschland innehat. Die Ratingexperten begründeten ihren Schritt mit höheren Steuereinnahmen und Maßnahmen der Politik, die Verschuldung langfristig besser in den Griff zu bekomme.

Allerdings warf S&P Zweifel auf, ob die Regierung in Washington wegen der immer stärkeren politischen Lagerbildung in der Lage ist, die seit langer Zeit bestehenden Probleme anzugehen. "Wir glauben, dass unser aktuelles 'AA+'-Rating bereits die geringere Fähigkeit der gewählten US-Politiker berücksichtigt, schnell und effektiv auf langfristigen Druck bei den öffentlichen Finanzen zu reagieren als Abgeordnete in Staaten mit einem höheren Rating", betonte S&P. Zudem seien wieder hitzige Debatten über die Anhebung der Schuldenobergrenze zu erwarten.

Der neue S&P-Ausblick sorgte nur zeitweise für positive Reaktionen an den Finanzmärkten. „Das ist keine große Überraschung“, sagte der Chefanlagestratege der Solaris Group, Tim Ghriskey. „Der starke Aktienmarkt hat für Steuereinnahmen gesorgt und die Konjunktur erholt sich zwar langsam, aber stetig.“ Auch Todd Schoenberger von Landcolt Capital in New York reagierte eher gelassen: „Das ist eine großartige Nachricht und schön zu hören“, sagte der Analyst und fügte hinzu: „Aber die Händler an der Wall Street geben nicht viel auf Ratingagenturen.“ Bestenfalls kurzfristige Reaktionen seien da immer zu erwarten. Die Wall Street eröffnete im Plus, rutschte dann aber leicht ins Minus. Der Dax lag zeitweise 1,2 Prozent im Plus bei 8356 Zählern. Später bröckelte er aber ab und notierte zuletzt nur noch 0,3 Prozent fester.

S&P hatte den USA im August 2011 das Top-Rating "AAA" entzogen, da sich Regierung und Opposition zunächst nicht auf ein Sparpaket einigen konnten, um die hohe Verschuldung zurückzufahren. Nun erklärten die Experten, der Schuldenberg dürfte sich in den nächsten Jahren bei rund 84 Prozent der Wirtschaftskraft stabilisieren. Dies gebe der Politik etwas Zeit, um die Ausgabenprobleme durch die Alterung der Gesellschaft anzugehen.

US-Konjunktur nimmt allmählich Tempo auf

Die Konjunktur in den USA hat nach einer leichten Delle Ende 2012 inzwischen wieder Fahrt aufgenommen. Im ersten Quartal legte die Wirtschaft - auf das Jahr hochgerechnet - um 2,4 Prozent zu. Ein stärkeres Wachstum verhindert derzeit die eher schleppende Entwicklung des Arbeitsmarktes.

Die Industriestaaten-Organisation OECD traut den USA 2013 ein Wachstum von 1,9 Prozent zu, das sich nächstes Jahr auf 2,8 Prozent beschleunigen soll. Die Schweizer Wirtschaftshochschule IMD bescheinigt den USA in ihrer jährlichen Rangfolge, das wettbewerbsfähigste Land der Welt zu sein - vor allem wegen des wiedererstarkten Finanzsektors und sinkender Energiekosten wegen des Öl- und Gasbooms durch die umstrittene Fördermethode Fracking.

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13 Kommentare zu "Kreditwürdigkeit: S&P hebt Ausblick für die USA"

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  • Tja, bei so viel rumfliegenden Drohnen rund um kritische Institutionen muss nun mal jeder an sich selber denken und die Resultate liefern, die gewünscht werden. Sonst ist man geliefert. Das weiss auch Standards & Poor. Von Alibaba und den 40 Räubern gehts jetzt rüber zu Tausendundeine Nacht. Spassig, was da an "Fakten" zusammenklamüsiert wird.

  • "Obama hat das Staatsdefizit in seiner Amtszeit von 8 auf knapp 17 Billionen mehr als verdoppelt.
    Allein die Zinslast ist für die Amis nicht mehr zu stemmen." Netto Zinslast 223 mrd. $. Steuereinnahmen: 2581 mrd. $. Die Zinslast ist auch noch ca. die selbe wie 2007. Zumindest das Argument mit der Zinslast ist also nicht korrekt.

  • Ich frage mich,warum bei solchen Umständen Gold und Slber noch fallen. Geld ist doch bei solchen Überschuldungen und Massenliqiditätsspritzen doch MONOPLOLY-Papier.

  • Ist doch nur logisch. Die USA kann unbegrenzt Geld drucken.
    Folglich kann sie auch alle Kredite, samt Zinsen, zurückzahlen.:-)
    So einfach ist das!

  • Die nächste Lachnumme ist das die Unternehmen die das Fracking betreiben noch keinen einzigen Dollar verdient haben.
    Die Prognostizierten Vorkommen sind künstlich hochgerechnet.
    Polen wollte auch ganz groß in Fracking einsteigen,bis sich heraustellte,daß die geschätzten Vorkommen auf ein viertel zusammengeschrumpft sind

  • Das ist politisch absolut opportun und paßt daher vorzüglich zu den USA. Zuerst Bernanke, dann S&P. Soll ich raten, wer als nächster mit welcher Botschaft dran ist?

    Die USA waren und sind immer leicht zu durchschauen, da die Gier dort derart riesig ist, daß zu jeder Zeit alles so ziemlich nach dem gleichen Muster abläuft. Gähn.

  • tja, die Masse ist eben dumm und die Elite geschmiert! Eigentlich wie in Nigeria und anderer Kolonialstaaten! Anstatt Rohstoffe, exportiert D eben höchste Industriegüter gegen wertlose Papierversprechen!

  • Was die USA hier momentan tut ist die weltweit grösste Verarschaktion aller Zeiten....da konnte bisland und wird auch lange niemand mehr toppen können.

    Dass Länder überhaupt noch Dollars als Zahlungsmittel annehmen, grenzt an einem Witz! Der letzte der sich gegen Dollars ausgesprochen hat, war....na? Gadafi!!! Er hat opffiziell gefordert keine Dollars mehr gegen Öl anzunehmen da dieses Geld keinen realen Wert mehr besitzt...die Herrschaften und ihr Friedensnobelpreisträger mögen bitte in einer anderen Währung oder mit Gold zahlen.

    Danach hats BUMM gemacht!

  • Tut mir Leid aber lächerlicher geht es nicht mehr. Die USA haben auch 2013 noch ein Defizit von über 7%. Wenn Deutschland die Beamtengehälter um 15% erhöht liegt das Defizit ähnlich (ohne die Ausgaben-und Steuereffekte der höheren Gehälter) und dann hätte D ein "dynamisches" Wachstum?!

  • "Die Schweizer Wirtschaftshochschule IMD bescheinigt den USA in ihrer jährlichen Rangfolge, das wettbewerbsfähigste Land der Welt zu sein - vor allem wegen des wiedererstarkten Finanzsektors und sinkender Energiekosten wegen des Öl- und Gasbooms durch die umstrittene Fördermethode Fracking."

    Das Fracking ist ca. 70% kostspieliger als etablierte Fördermethoden da es wesentlich mehr Bohrungen benötigt und aufwendiger in der Durchführung (Chemie, Druck etc .) ist. Typisch - mit diesen amerikanischen Uebertreibungen von billiger Energie und einer autarken USA, sollen Energiepreise gedrückt und energieintensive Unternehmen angelockt werden. Hohe Oel- und Gaspreise sind Inflationstreiber und um die weiterhin rekordtiefe Zinsen möglich zu machen wird hier seitens der Politik manipuliert.

    Das amerikanische Bankensystem wird, wenn es denn zu einer Zinswende kommt dieselben Probleme bekommen wie in 2008/09. Die Hypothekarkredite werden massenweise ausfallen und die Immopreise in den Keller fallen.
    Es hat sich nichts geändert. Die meisten US-Banken erfüllen nicht einmal Basel 2 geschweige denn die Kriterien von Basel 3.

    Aber wenn S & P das sagt, dann wird es sicher genauso stimmen wie ihr Rating in 2008.

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