Langfristige Rendite Anleihen gehören in jedes Depot

Wenn die Aktienkurse steigen, scheinen Anleihen oft etwas angestaubt. Dennoch sollten die Schuldenpapiere in keinem Depot fehlen. Allein: Nicht jede Anleihe eignet sich für jeden Anleger. Was es zu beachten gibt.
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Trotz niedriger Zinsen kann sich eine Anleihe-Investition durchaus lohnenswert sein. Quelle: dapd
Anleihen

Trotz niedriger Zinsen kann sich eine Anleihe-Investition durchaus lohnenswert sein.

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Deutsche Staatsanleihen machen derzeit wahrlich keine Freude. So lassen sich mit langlaufenden Bundesanleihen (acht bis zwölf Jahre Restlaufzeit) gerade einmal Renditen von 0,3 bis 0,7 Prozent pro Jahr erzielen. Bei kurzen und mittleren Laufzeiten müssen Anleger sogar noch Geld zahlen, wenn sie ihr angespartes Vermögen dem Staat als Kredit zur Verfügung stellen wollen. Dabei ist die bestenfalls magere Verzinsung nur das eine Problem.

Mindestens genauso schwer wiegt das Zinsänderungsrisiko, dem sich Besitzer von Schuldverschreibungen mit längeren Laufzeiten aussetzen. Schließlich führt ein steigendes Zinsniveau in aller Regel zu Kursverlusten bereits emittierter Papiere. Und mit steigenden Renditen ist hierzulande durchaus zu rechnen. Grundsätzlich wird die EZB noch geraume Zeit an ihrer derzeitigen Geldpolitik festhalten und den Leitzins auf seinem historisch niedrigen Niveau von 0,05 Prozent belassen. Nichtsdestotrotz geht die Notenbank selbst bei einer moderaten Abkühlung Chinas weiterhin von einer konjunkturellen Erholung der EU-Staaten und einer moderat steigenden Inflationsrate aus, die zum Jahresende etwas deutlicher anziehen sollte.

Von null auf hundert und zurück
09. Januar 2012
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Negativ verzinste deutsche Staatspapiere: Erstmals gelingt es Deutschland, kurzfristige Geldmarktpapiere  mit Gewinn zu verkaufen. Wer an diesem Tag Anleihen mit einer Laufzeit von sechs Monaten kauft, bekommt am Ende der Laufzeit weniger vom Fiskus überwiesen, als er am Anfang investiert hat.

Die Gründe sind vielfältig: Weil die Anleihen der Krisenstaaten vom Ausfall bedroht sind, flüchten alle in deutsche Titel. Gleichzeitig pumpt die EZB über großzügige Sonder-Kredite an die Banken frisches Geld in die Märkte, das die Unternehmen gar nicht ausleihen wollen. Die Nachfrage nach Krediten ist klein, das Angebot an Geld groß. Das drückt auf die Renditen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe liegt zu diesem Zeitpunkt bei 1,85 Prozent.

26. Juli 2012
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„Whatever it takes.” Investoren sind wenige Monate nach dem griechischen Schuldenschnitt in Panik. Die Kurse der Anleihen aller Euro-Randländer fallen, ihre Renditen steigen. Da spricht EZB-Chef Mario Draghi bei einer Konferenz in London ein Machtwort. „Die EZB wird innerhalb ihres Mandats alles Notwendige tun, um den Euro zu erhalten. Und glauben Sie mir, es wird ausreichen.“ Damit leitet Draghi eine Erholung der Anleihen der Euro-Randländer ein. Doch auch Bundesanleihen bleiben gefragt. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe liegt bei 1,32 Prozent – und sinkt immer weiter.

11. Juni 2014
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Zentralbankzins für Einlagen unter null: Die Euro-Zone kommt wirtschaftlich noch immer nicht vom Fleck. Obwohl die EZB die Leitzinsen immer weiter gesenkt hat, bleibt die Kreditvergabe schwach. Die Notenbank geht also noch einen Schritt weiter: Sie senkt den Leitzins auf 0,05 Prozent, der Einlagezins fällt auf minus 0,1 Prozent. Geschäftsbanken, die ihr Geld bei der EZB parken und nicht verleihen wollen, zahlen jetzt Strafe. Im September 2014 erhöht die EZB diesen „Strafzins“ auf 0,2 Prozent.

17. September 2014
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Der Bund verdient Geld mit Anleihen. Die Negativzinsen fressen sich bei Bundeswertpapieren weiter durch. Deutschland stockt erstmals eine Anleihe mit zwei Jahren Laufzeit zu einer Minusrendite auf. Diese liegt bei minus 0,07 Prozent. Aufgestockt wird die Anleihe um 3,3 Milliarden Euro. Begeben worden war sie am 20. August 2014 mit einem historisch niedrigen Zinsschein von null Prozent und einer Rendite von ebenfalls null Prozent.

16. Januar 2015
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Die Schweiz schreibt Geschichte am Anleihemarkt: Erstmals sinkt in einem Land  die Rendite einer Anleihe mit der Laufzeit von zehn Jahren unter null Prozent. Grund dafür war die überraschende Entscheidung der Schweizer Notenbank vom Vortag, den Euro-Mindestkurs zum Franken aufzuheben. Die Folge: Der Franken wertet drastisch auf, die Aktienkurse brechen ein – und Anleger fliehen in Anleihen. 

Am 9. April profitieren die Schweizer Steuerzahler von den Minuszinsen. Die Schweiz stockt die die zehnjährige Anleihe, die einen Zinsschein von 1,5 Prozent hat, zu einem Kurs von 116 Prozent auf. Daraus errechnet sich bei der Auktion eine negative Rendite von minus 0,055 Prozent. Anleger versuchen damit, den Strafzins von 0,75 Prozent zu umgehen, den die Schweizer Notenbank für kurzfristige Einlagen von Banken  festgelegt hat.

22. Januar 2015
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Die EZB macht Ernst. Die Notenbank kündigt ein massives Kaufprogramm für Wertpapiere – vor allem Staatsanleihen an. Bis mindestens September 2016 will sie öffentliche Anleihen – sprich Staatsanleihen, Anleihen von nationalen Förderbanken sowie supranationalen Institutionen kaufen. Dazu kommen die schon länger laufenden Programme für gedeckte Bankenanleihen (Covered Bonds) und Verbriefungen (ABS). Insgesamt wollen die EZB und vor allem die nationalen Notenbanken monatlich Wertpapiere über 60 Milliarden Euro erwerben – also insgesamt 1,14 Billionen Euro. Die zehnjährige Bundesanleihe wirft für Neueinsteiger nur noch 0,45 Prozent Rendite ab.

25. Februar 2015
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Der Bund verdient jetzt Geld mit einer Fünfjahres-Anleihe. Deutschland stockt erstmals eine Anleihe mit fünf Jahren auf, für die das Land von Anlegern Gebühren bekommt, statt Zinsen zu zahlen. Eingenommen werden zu einer Rendite von minus 0,08 Prozent 3,3 Milliarden Euro. Seit der Emission am 21. Januar hat auch diese fünfjährige Anleihe einen Kupon von null Prozent.

Diese Entwicklung wird die Renditen langlaufender Anleihen sukzessive nach oben bewegen. In den kommenden sechs Monaten rechnet die IKB Deutsche Industriebank AG bei zehnjährigen Bundesanleihen deshalb mit einem Renditeanstieg auf bis zu einem Prozent. Bis Ende 2016 könnte der entsprechende Wert sogar auf 1,5 Prozent zulegen. Das mag auf den ersten Blick nicht viel erscheinen, die Folgen für die Kursentwicklung der Papiere sind aber gravierend. So führt ein Renditeanstieg auf 1,5 Prozent bei zehnjährigen Staatsanleihen zu Kursverlusten von über acht Prozentpunkten.

Bankenanleihen sind profitabler als Staatsanleihen
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1 Kommentar zu "Langfristige Rendite: Anleihen gehören in jedes Depot"

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  • Natürlich gehören Anleihen in jedes Depot, die Mischung macht es eben.

    Die Aktienanlage ist zwar alternativlos , ich kaufe die intern. Marketmaker der einzelnen Branchen regelmäßig seit 50 Jahren, aber natürlich nur in Schwächephasen.
    Verluste werden keine gemacht, liegt der aktuelle Kurs unter Kaufkurs wird nichts gemacht, denn nur realisierte Verluste sind Verluste.

    Aber auch bei den Anleihen muß man die richtigen zum richtigen Zeitpunkt kaufen.
    Ist fast wie mit dem Gold, das darf auch nicht fehlen.
    Das habe ich schon vor 20 Jahre mit Preisen unter 300 gekauft.

    Also Augen auf bei der Vermögensanlage, wer es so macht wie ich macht nichts falsch.

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