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Markt-Einbruch im Oktober Panik bei Junk-Bonds

Der Markt für Junk-Bonds, Anleihen von Unternehmen mit fragwürdiger Bonität, ist im Oktober so stark eingebrochen wie noch nie. Trotz der hohen Zinsscheine brachten auf Euro lautende Junk-Bonds den Investoren nach Daten von Merrill Lynch im Schnitt einen Verlust von 19 Prozent. Entsprechend stiegen Renditen und Risikoprämien auf ein Rekordhoch.

FRANKFURT. Damit brachen die Junk-Bonds noch etwas stärker ein als die europäischen Aktienmärkte, die im vergangenen Monat - gemessen am breiten Stoxx-600 - 13 Prozent verloren. Seit Jahresanfang haben Euro-Hochzinsbonds Investoren laut Merrill Lynch Verluste von 30 Prozent eingebracht, nach minus zwei Prozent im vergangenen Jahr. In den vier Jahren davor erwirtschaften Junk-Bonds einen Ertrag von im Schnitt gut 14 Prozent.

Als Junk-Bond-Schuldner gelten Unternehmen, die von den Ratingagenturen mit Noten zwischen Doppel-B bis C oder D eingestuft werden. Oft handelt es sich dabei um kleinere Firmen. Es gibt aber auch große Konzerne, die lediglich Junk-Status haben, wie zum Beispiel die US-Autokonzerne General Motors und Ford, Fresenius oder Heidelberg Cement.

Auslöser für den verschärften Einbruch der Junk-Bonds war die Insolvenz der US-Bank Lehman Brothers Mitte September. "Seither haben wir eine totale Panik am Markt, zeitweise hatten Verkäufer ziemliche Schwierigkeiten Käufer zu finden", sagt Sune Højholt Jensen, Fondsmanager für hochverzinsliche Unternehmensanleihen bei der dänischen Sparinvest. Auch Torben Skødeberg, der Hochzinsfonds für Nordea Investment Management in Kopenhagen verwaltet, spricht von enormen Verkaufsdruck. Die größten Verkäufer seien Hedge-Fonds gefolgt von Banken. Umsätze gebe es nur in kleinen Volumina, und die würden die Kurse dann kräftig nach unten treiben.

Entsprechend sind die Renditen und Risikoprämien (Spreads) von Junk-Bonds zuletzt auf Rekordhochs geschnellt. Auf Euro lautende Hochzinsbonds brachten Ende Oktober im Hoch fast zwei Prozentpunkte mehr Rendite als deutsche Bundesanleihen. Während des Platzens der Aktienmarktblase im Jahre 2001 lagen Risikoaufschläge im Hoch bei knapp 1,7 Punkten.

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