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Mittelstandsanleihen Brühwürfel-Pionier Zamek insolvent

Das Sterben am Markt für Minibonds geht weiter. Mit dem Düsseldorfer Lebensmittelhersteller Zamek meldet der erste mittelständische Anleiheemittent in diesem Jahr Insolvenz an. Es ist die 14. Pleite in gut zwei Jahren.
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Die Tage der Würzmischung sind gezählt: Der Düsseldorfer Lebensmittelhersteller Zamek beantragt Insolvenz. Quelle: dpa

Die Tage der Würzmischung sind gezählt: Der Düsseldorfer Lebensmittelhersteller Zamek beantragt Insolvenz.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die jüngsten Unternehmenszahlen haben darauf hingedeutet, nun ist es soweit: Mit dem Düsseldorfer Lebensmittelhersteller Zamek hat ein weiterer mittelständische Anleiheemittent am Dienstag wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Anleihegläubiger müssen nun um die Rückzahlung ihrer Einlagen bangen. Insgesamt hatte sich Zamek 2012 und 2013 45 Millionen Euro am Kapitalmarkt geliehen.

Der 1932 gegründete Familienbetrieb, der unter anderem Tütensuppen, Würzmischungen und Fertiggerichte, produziert, reiht sich damit in eine leidvolle Serie von Pleiten mittelständischer Unternehmen ein. Innerhalb von gut zwei Jahren haben, Zamek eingerechnet, 14 Mittelständler Insolvenz angemeldet.

Zuletzt mussten der Windparkbetreiber Windreich, der Solarstromanbieter S.A.G Solar und der Personaldienstleister HKW die Segel streichen. Laut der Ratingagentur Scope konnten allein 2013 380 Millionen Euro an Verbindlichkeiten nicht mehr bedient werden.

Die Möglichkeit für Mittelständler, Anleihen zu emittieren und an der Börse zu platzieren, gibt es erst seit 2010. Nach Ausbruch der Finanzkrise und der damit einhergehenden schärferen Eigenkapitalvorschriften der Banken, erschien die Finanzierung über den Kapitalmarkt manchen Mittelständlern als die bessere, weil unabhängigere und im Zweifel günstigere Alternative der Fremdfinanzierung.

Zamek steckte schon länger in Schwierigkeiten

Allerdings war damals die Regulierung zu lax. So schafften es auch finanziell weniger solide Unternehmen an die Börse. Für Anleger war der Unterschied eines stabil finanzierten Unternehmens und einer Schrottfirma oftmals schwer abzusehen. Zusätzlich lockten hohe Renditen viele in die Anlage. Die Zamek-Anleihe, die 2017 fällig geworden wäre, hatte etwa einen Zinskupon von 7,75 Prozent versprochen.

Dabei steckte das Unternehmen schon seit geraumer Zeit in Schwierigkeiten. Für das Geschäftsjahr 2012/2013 musste das Unternehmen einen Verlust von mehr als 10 Millionen Euro ausweisen. Die Umsatzerlöse brachen um acht Prozent auf knapp 74 Millionen Euro ein. Ein langwieriger Streik hatte nach Unternehmensangaben die Lieferfähigkeit beeinträchtigt.

Zudem habe man bewusst auf wenig rentable Umsätze verzichtet und das Produktangebot von mehr als 1000 auf knapp 500 Artikel gestrafft, hieß es damals. Doch auch im Jahr davor hatte das Unternehmen schon rote Zahlen geschrieben.

Mehrheitsgesellschafter Bernhard Zamek hatte deshalb bereits im Oktober 2013 „drastische Einsparmaßnahmen“ und den Abbau von weiteren 85 Stellen angekündigt. Außerdem wollte das Unternehmen ein Teil der Produktion nach Polen verlagern, um Kosten einzusparen.

An der Spitze sollte der Sanierungsexperte Reiner Wenz für frischen Wind sorgen. Er ersetzte im Februar Geschäftsführerin Petra Zamek. Doch gelang es ihm offenbar nicht mehr schnell genug, das Steuer herumzureißen.

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  • dpa
  • saz
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