Nach der Abwertung Die USA verlieren ihr Top-Rating

Die USA haben erstmals ihre Spitzenbonitätsnote bei einer führenden Ratingagentur verloren. Das verärgert die chinesische Staatsführung. Der Weltwirtschaft drohen weitere Turbulenzen.
Update: 06.08.2011 - 14:54 Uhr 61 Kommentare
Auf Halbmast: Die wirtschaftliche Lage der USA wird immer bedrohlicher. Quelle: dpa

Auf Halbmast: Die wirtschaftliche Lage der USA wird immer bedrohlicher.

(Foto: dpa)

New YorkDie Ratingagentur Standard & Poor's hat die US-Bonität von der Bestnote „AAA“ auf „AA+“ herabgestuft. Zugleich warnte die Agentur, der langfristige Ausblick sei negativ. Damit droht den USA in den nächsten zwölf bis 18 Monaten eine weitere Herabstufung.

Als Konsequenz schließen Experten weitere Turbulenzen auf den Finanzmärkten nicht aus. Bereits in den vergangenen Tagen hatte es in den USA sowie in Europa erhebliche Kursverluste gegeben. Möglich seien auch Zinserhöhungen als Folge der Herabstufung.

Die bei der Anhebung der Schuldengrenze zwischen Regierung und Kongress verabredeten Sparziele reichten nicht aus, teilte S&P zur Begründung mit. Die beiden anderen großen Ratingagenturen Moody's und Fitch hatten nach der Einigung zwischen Demokraten und Republikanern am Dienstag vorerst an der Spitzennote AAA festgehalten.

Die US-Regierung kritisierte die S&P-Entscheidung. Ihr liege ein Rechenfehler zugrunde, sagte ein Sprecher der Finanzministeriums. Eine Beurteilung, die mit einem Fehler von zwei Billionen Dollar behaftet sei, spreche für sich. In Regierungskreisen hieß es, die Agentur habe die Zahl zwar aus ihrer Analyse gestrichen, der Fehler lasse aber an ihrer Glaubwürdigkeit zweifeln.

China hat die USA nach der Herabstufung ihrer Bonität durch die Ratingagentur Standard & Poor's scharf kritisiert und umfangreiche Sparmaßnahmen gefordert. In einem am Samstag von der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlichten Kommentar heißt es, die amerikanische „Schuldenabhängigkeit“ gefährde die Weltwirtschaft. Washington müsse seine „gigantischen Militär-Ausgaben und die aufgeblähten Kosten für Sozialhilfe“ kürzen. Peking hält derzeit 1,2 Billionen Dollar an US-Schulden, mehr als jedes andere Land. 

Sollten die USA dabei scheitern, „innerhalb ihrer Möglichkeiten zu leben“, würden weitere „verheerende Herabstufungen der Kreditwürdigkeit“ und globale Finanzturbulenzen folgen, hieß es bei Xinhua weiter. Als „größter Gläubiger der einzigen Supermacht der Welt“ habe China das Recht, von der US-Regierung zu fordern, dass sie ihre strukturellen Schuldenprobleme angehe.

S&P hatte bereits Mitte Juli angekündigt, die US-Bonitätsnote zu überprüfen und eine Herabstufung vom Ausgang des Schuldenstreits abhängig gemacht. Die Agentur mahnte damals einen Defizit von vier Billionen Dollar an. Der nach wochenlangem Ringen im Kongress am Dienstag besiegelte Kompromiss sieht dagegen nur Einsparungen von etwas mehr als zwei Billionen Dollar vor.

"Die Herabstufung spiegelt unsere Meinung wider, dass der Plan zur Haushaltskonsolidierung, den der Kongress und die Regierung kürzlich vereinbart haben, nicht ausreicht, um die mittelfristige Dynamik bei den Staatsschulden zu stabilisieren", erklärte S&P. Es sei zudem zweifelhaft, dass sich Demokraten und Republikaner auf zusätzliche Einsparungen einigen können.

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61 Kommentare zu "Nach der Abwertung: USA verlieren Top-Rating"

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  • ne ne... habe jetzt zwei short posi am laufen. eine kleine seit 6270, und bin heute bei 6180 mit einer grösseren wieder rein. entweder ich schieße beide gleich montag früh ab, oder nur die kleine. mal sehen...

    die große ist längerfristig geplant mit max. ziel 5700

    dir viel spaß heute abend mit paul van dyk, wäre auch gerne dabei.... ;-)

  • ich hab deine posts um 1348h und 1125h jedenfalls so aufgefasst, und dachte du wolltest noch schnell raus. aber kein problem, war ja auch freibleibend.
    have fun and enjoy the weekend. bin dann wieder off. lauter sexy bikini-girls hier...

  • Deal? Kann dir nicht ganz folgen. War deine Frage an mich ??

  • die modere technik macht`s möglich, z.b. ipad. heute-nacht um 135h hat paul van dyk seinen 90 min.-gig auf dem open air floor. alleine deshalb lohnt sich das ganze schon.
    was ist nun mit dem deal???

  • He he.... selbst bei feiern noch Handelsblatt lesen ;-))

    Grüss mir den Century Circus, da hab ich mich immer rumgetrieben ;-)

  • bei 6135 bin ich mal geld für size. hast du so billige stücke pour moi??? nen 10er pro pkt. settlement ist der offizielle xetra-eröffnungskurs am montag-morgen.
    liebe grüße von der nature-one (ohne drogen bei mir)

  • Die "westliche Welt" hat sich offensichtlich den kollektiven Staatsbankrott mit Währungsreformen vorgenommen. Das ist das einzige Langfristziel, das die Schuldenpolitik der letzten 10 Jahre rechtfertigen könnte. Leider waren fast alle Staaten so blöd, das geliehende Geld nicht in Infrastrukturinvestitionen einzubringen. Stattdessen wurde der Strukturwandel vor sich hergeschoben oder aber es wurden Wahlgeschenke verteilt.
    Hätte man dagegen in Frachtgleise, neue Krankenhäuser, digitale Universitäten, digitale Schulbücher, altengerechte Wohnungen in der Nähe von Krankenhäusern und Pflegestationen etc. investiert, dann wäre ein Schuldenschnitt für die Bürger einfacher verkraftbar. Dem Verlust des Sparvermögens würden dann Sachwerte der Infrastruktur entgegenstehen.

  • Um einen morgentlichen Gap mitzunehmen ist das außerbörsliche Handeln am Weekend gut. Man kann halt auf Nachrichten reagieren, wie in diesem Fall.

    Man muss nur halt zusehen dass man ab 9h morgens wieder aus dem Markt verschwindet. So wie letzen Montag. Schönen Call Gap bis 7280 ( Vorbörslich 8-9h ) mitnehmen und vor neun verkaufen oder Stopp setzen. Denn ab 9h ist alles möglich.

    Freitagsschluss war 6236. Nachbörslich dann auf 6330. Und heute auf 6130 gefallen. Für einen Samstag 200 Punkte ist schon Krass...

    Mal sehen was Asien Sonntag Nacht macht. Wir könnten mit einem schönen Down Gap Richtung 6000-5990-5970 starten. Dann würde der Dax bei -4% starten. Wenn man die letzten Tage gesehen hat nicht ungewöhnlich.

  • "China hat die Abstufung der USA ungewöhnlich scharf kritisiert."

    Titelt hier Handelsblatt bewusst falsch, um den Schuldenirrsinn zu decken? Zumindest aus dem Text geht nirgends hervor, dass China die Herabstufung selbst kritisiert (warum auch, die chinesische Rating Agentur hat die USA auch abgestuft). Vielmehr wird die Politik, die zur Abstufung führte kritisiert. Das ist ein bedeutender Unterschied. Handelsblatt sollte hier genau sein!

  • Das habe ich außerbörslich auch schon des öfteren verfolgt. Um dann am Montag ein ganz anderes Bild an den echten Börsen zu sehen. Außerbörslich ist nur was für die ganz großen Angsthasen---> Niemals mitmachen!

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