Neue Anleihen Investoren lieben Griechenland

Griechenland feiert seine Rückkehr an den Kapitalmarkt. Erstmals seit Beginn der Krise platziert das Land neue Anleihen. Die Nachfrage ist riesengroß. Die Griechen hätten deutlich mehr einnehmen können als geplant.
Update: 10.04.2014 - 16:19 Uhr 31 Kommentare

Der Euro lebt – und Griechenland ist mit dabei

Athen, DüsseldorfEs ist noch nicht lange her, da galt Griechenland als Schmuddelkind an den Kapitalmärkten. Mit dem heutigen Tag ist das Vergangenheit. Jetzt können Investoren gar nicht genug bekommen von griechischen Staatsanleihen.

Erstmals seit Beginn der Schuldenkrise hat Athen am Donnerstag eine fünfjährige Anleihe am Markt platziert. Die Auktion hat drei Milliarden Euro eingespielt. Das waren 500 Millionen Euro mehr als Analysten erwartet hatten. Die Rendite lag bei 4,75 Prozent.

Die Griechen hätten wohl sogar noch deutlich mehr einnehmen können. Das Angebot sei „mindestens acht Mal überboten“ worden, frohlockte der griechische Vizeministerpräsident Evangelos Venizelos im griechischen Fernsehen. Der Zinssatz falle niedriger aus, als man ursprünglich erwartet hätte. Die Reaktion der Märkte sei „ermutigend“, sagte Venizelos.

Es sollen Gebote über 20 Milliarden Euro eingegangen sein, hieß es in Finanzkreisen. Die Emission wurde von der Bank of America Merrill Lynch, der Deutschen Bank, Goldman Sachs, HSBC, JP Morgan und Morgan Stanley organisiert, die die Anleihen direkt bei Großinvestoren untergebracht haben. Mehr als 500 Anleger sollen für die Papiere geboten haben.

Die neuen Anleihen werden nach britischem Recht ausgegeben. Das soll für Vertrauen bei Anlegern sorgen. Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren hatte das überschuldete Griechenland seine Anleihehalter zu einem massiven Forderungsverzicht gedrängt. Im Schnitt mussten mehr als 70 Prozent vom Nennwert abgeschrieben werden. Möglich war dies, weil die umgeschuldeten Papiere griechischem Recht unterlagen. Einzelne Anleihen unter britischem oder auch schweizerischem Recht blieben damals vom sogenannten „Haircut“ verschont.

„Heute ist ein sehr guter Tag“
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31 Kommentare zu "Neue Anleihen: Investoren lieben Griechenland"

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  • Jeder normale Bürger wäre doch schon lange im Gefängnis, wegen Gewerbsmäßigen Betruges und da hier eine Gruppe von Menschen am Werke ist, käme auch noch ein kleiner Aufschlag wegen Bandenkriminalität hinzu.
    Jede Dumpfbacke weiß, dass Griechenland diese Kredite niemals zurückzahlen kann! Dieses Land liegt nicht nur am Boden, es liegt im Sterben.
    Die wirtschaftlichen Eckdaten sind grauenerregend und die Menschen werden mit einer solchen Brutalität ausgenommen, dass es mir fast schon wie ein sadistisches Experiment vorkommt, um herauszufinden wie weit man gehen kann. Eines ist klar, der Raubzug wird in Griechenland, Spanien, Italien ... , doch nicht enden.
    Warum ermitteln hier keine Staatsanwälte gegen die Initiatoren?
    Es kann doch nicht wahr sein, dass hier nicht gegen geltendes Recht verstoßen wird.
    Das ist in meinen Augen Veruntreuung von Volksvermögen, warum wird dem nicht Einhalt geboten?
    Was muss denn noch alles geschehen?

  • Keine Investoren, sondern nur Spekulanten kaufen diese Griechen-Anleihe. Da verliert man noch den allerletzten "Respekt", den man vor diesen Bankstern haben kann. Entlasst endlich die Leute wie den Bankster "Draghi" und seine getreue Merkel, die Europa ehr vernichten als zu helfen. Wie kann man von solchen Betrügern wie den Griechen heute noch Anleihen kaufen. Die hätte den Euro schon vor Jahren verlassen müssen, dann wäre das heute bereits alles "gegessen".

  • Bringt euer Geld in Sicherheit! Hier in Deutschland wird es ein böses erwachen geben. Warum in die ferne schweifen, wenn die Schweiz so nah! ;-)

  • "Der Euro lebt" ... ja, aber nur weil er mit lebensverlängernden, extrem teuren Massnahmen künstlich am Leben gehalten wird.

    Die Nebenwirkungen für die Bürger sind jedoch heftig: extrem hohe Arbeitslosigkeit, konjunkturelle Stagnation, enorme Preissteigerungen insb. für lebenswichtige Güter etc

  • Griechenland kehrt an den Finanzmarkt zurück
    ------------
    Aber nicht, weil es - plötzlich - solide wirtschaftet, sondern weil die europäischen Steuerzahler, vor allem die Deutschen, dafür haften. Deshalb jubilieren die Spekulanten!

    Ein Maulkorb für die Bedenkenträger.
    Diejenigen, die an der 240 Milliarden Euro teuren Rettungsaktion der Eurozone für Griechenland beteiligt sind, monieren weiterhin die Wankelmütigkeit des Landes bei der Umsetzung radikaler Wirtschaftsreformen. Zudem sorgen sie sich über die erdrückende Schuldenlast des Landes, die im vergangenen Jahr einen Spitzenwert von 176 Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts erreichte.

    Hinter vorgehaltener Hand erzählen genau diese Entscheider, dass ihre Chefs sie angewiesen hätten, ihre Bedenken über die griechische Wirtschaft für sich zu behalten.


    Und dann gab es auch noch den Schuldenschnitt von 100 Milliarden Euro. Auch dieser hat nichts am Schuldenstand geändert!

    Technische Diskussionen über den Fortschritt in Griechenland hätten inzwischen etwas Surreales, sagt ein hochrangiger Vertreter der Eurozone. Der Grund: Deutschland, das Land, das in vergangenen Sitzungen stets die härteste Position gegenüber Griechenland vertrat, sei „weich geworden". Ein anderer Vertreter aus der Eurozone fragt offen, wer denn künftig Druck auf Griechenland ausüben werde, „wenn die Deutschen nicht mehr den Bösewicht spielen wollen".

    Merkel und Schäuble behaupten doch immer: Griechenland ist auf einem "guten Weg"!

    Quelle: The Wall Street Journal
    http://www.wsj.de/article/SB10001424052702303603904579494231868863434.html

  • Hurra, Griechenland ist gerettet!
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    Griechenland kehrt an den Kapitalmarkt zurück, und hat Papiere von 2,5 Milliarden Euro ausgegeben. Es wurden allerdings bis zu 20 Milliarden Euro geboten.
    Kein Wunder, bürgt doch dafür der deutsche Steuerzahler. Somit können die Spekulanten gar nicht verlieren.
    Und der Schuldenstand hat sich seitdem nicht verändert. Er liegt immer noch bei 170%.
    Und das trotz zweier "Hilfspakete" in Höhe von 240 Milliarden Euro und einem Schuldenschnitt von 100 Milliarden Euro.
    Das versteht man also in Griechenland unter "solides Wirtschaften"!
    Die "Jubelmeldungen klingen wie Hohn"!

    ]Auch der General-Anzeiger glaubt Griechenland lange nicht gerettet. "Die internationalen Finanzinvestoren, die gestern die griechische Anleihe kauften, schenkten ihr Vertrauen nicht dem hellenischen Staat, sondern der Zusage der Euro-Länder und insbesondere der deutschen Bundeskanzlerin, Griechenland nicht fallen zu lassen. Der europäische Steuerzahler dient den Käufern als Sicherheit, nicht der griechische. (...) Von allen Euro-Schuldenstaaten bleibt Griechenland der mit dem größten Risikopotenzial. Oder, um im Bild vom Phönix zu bleiben: Außer der Asche, aus der der mythische Vogel hoffentlich aufsteigt, ist in Athen noch nicht viel zu sehen."

    Wie sagte Merkel immer: "Scheitert der Euro dann scheitert Europa! Und wenn Europa scheitert, dann gibt es KRIEG!!!
    Die sind schon listig, die Griechen!

    Und Goldman Sachs Draghila (das ist der Boss der Banca d'Italia) will ALLE Schrottpapiere aufkaufen! (OMT, ABS, LTRO, etc.)

  • Dazu der NOT-Joke:

    "Deutsche Steuerzahler lieben Griechenland - NICHT!"


    (NOT-Jokes sind bekannt seit Borat:
    http://www.youtube.com/watch?v=w4k5NwDcucc)
    http://www.youtube.com/watch?v=w4k5NwDcucc

  • Natürlich ist heute kein guter Tag, sondern ein schlechter (vor allem für Deutschland) oder einer, der zum Nebelkerzenwerfen geeignet ist. Was die europäischen Sesselkocker verbreiten, kann man getrost vergessen. Für Deutschland ist interessant, dass mit jeden Euro, den die Griechen am Kapitalmarkt ohne Auflagen aufnehmen können, unser Risiko steigt, eines Tages wieder für Rettungsaktionen bluten zu müssen.

  • Ein schlechter Tag für Griechenland und ein schlechter Tag für Deutschland

    Der Schuldenberg Griechenlands hat sich am heutigen Tage um 3 Mrd. € erhöht. Die Reformen wird der Geldregen bremsen. Das ist die schlechte Nachricht für die Griechen - zumindest für jene Griechen, die sich nicht zu den privilegierten Gruppen des Landes zählen. Von dem Geldregen werden sie nichts spüren.

    Und nun zur schlechten Nachricht für Deutschland: Liebe Steuerzahler, Ihr werden die Anleihe zurückzahlen müssen, samt Zinsen. Eine Anleihe des ESM wäre billiger gewesen. Für diese wären nur 0,8% Zinsen zu zahlen.

  • @herrkon

    "Möchten Sie gerne Morgen oder Übermorgen Hunderttausende Griechen als Nachbarn haben?"

    Wenn sie Interesse an deutscher (Finanz-)kultur haben und bereit sind deren Vor- und Nachteile zu akzeptieren statt Rosinen zu picken, warum nicht. Wenn einem die deutschen Konditionen aber zu hart sind, hat man gefälligst auch die Kosten wie Inflation und verhaltensadäquate Risikoprämien zu tragen.

    Auch möchte ich, dass wenn Umverteilung notwendig ist, um die Gravitationseffekte des Systems auszugleichen (unbezahlbare Schulden <-> unverausgabbare Vermögen) diese transparent und demokratisch erfolgt und nicht die deutsche Mittel- und Unterschicht schleichend die Hauptlast trägt und die Oberen Zehntausend sich in Griechenland, Deutschland und überal in Europa aus der Verantwortung stehlen. Wenn die deutsche Bank so tolle Gewinne macht, wie Sie schreiben, soll sie auch die Nebenkosten zahlen.

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