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Ölkonzern Investoren würden für Saudi-Aramco-Anleihe 30 Milliarden Dollar an Kapital bereitstellen

Investoren würden Saudi-Aramco-Anleihen in einem Volumen von 30 Milliarden Dollar zeichnen. Dabei will der Konzern nur zehn Milliarden einsammeln.
Update: 08.04.2019 - 09:59 Uhr Kommentieren
Der Ölkonzern führt einen Großteil seiner Erlöse an den saudischen Staat ab. Quelle: Reuters
Saudi-Aramco-Raffinerie

Der Ölkonzern führt einen Großteil seiner Erlöse an den saudischen Staat ab.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfDer größte Ölkonzern der Welt, Saudi Aramco, steht kurz vor der Begebung von Anleihen, die auch internationale Investoren kaufen können. Und offenbar ist das Interesse an ihnen extrem hoch.

So würden die Investoren Kapital in Höhe von 30 Milliarden US-Dollar bereitstellen, wenn sie dürften, berichtet die „Financial Times“ unter Berufung auf Insider. Dabei will der Ölkonzern Kapital in Höhe von lediglich zehn Milliarden US-Dollar einsammeln.

Inzwischen hat sich auch der saudische Energieminister, Khalid Al-Falih, in einem TV-Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg die Zahlen bestätigt.

Die Konsortialbanken – Banken, welche das Unternehmen bei der Emission der Anleihe unterstützen – würden deshalb dafür werben, die Kosten der Kapitalbeschaffung für den Konzern so weit zu senken, dass diese sogar unter denen der Staatsanleihen Saudi-Arabiens liegen, sagen die Insider. Der Zins für 10-jährige Staatsanleihen Saudi-Arabiens liegt derzeit bei 4,38 Prozent. Die Rendite für die Aramco-Anleihe dürfte nach aktuellen Stand zur Neuemission bei 3,77 Prozent liegen.

Der Verkauf der Bonds ist Teil des Plans des Kronprinzen Mohammed bin Salman, das Königreich stärker gegenüber den Weltmärkten zu öffnen – auch deshalb, weil der Börsengang des Ölkonzerns auf unbestimmte Zeit verschoben worden war. Der Kronprinz und das gesamte Königreich standen nach dem Mord am regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi in der Kritik von internationalen Politikern und Medien – aber auch von Geschäftspartnern und Investoren.

Das starke Interesse an der Anleihe lässt jedoch den Schluss zu, dass die Empörung über den Mord nachlässt – zumindest unter Finanzprofis. Ein weiterer Grund dürfte in der exzellenten Geschäftsposition des Konzerns liegen: In der vergangenen Woche legte Saudi Aramco seinen Gewinn offen. Demnach verbuchte das Unternehmen im vergangenen Jahr ein Ebitda (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 224 Milliarden US-Dollar und einen Reingewinn von 111,1 Milliarden US-Dollar.

So betonte denn auch der Finanzdirektor des Konzerns, Khalid H. Al-Dabbagh, zuletzt, dass Saudi Aramco nicht auf die Gelder der Investoren angewiesen sei – die Geschäfte des Konzerns seien „grundsolide“. Die Emission der Anleihe diene alleine der Marktöffnung.

Der Konzern macht mehr Gewinn als Alphabet, Exxon und Apple zusammen. Die Ratingagentur Moody’s bewertet den Konzern mit der Bonitätsnote „A“ – eine ungewöhnlich gute Bewertung für einen Konzern aus einem Schwellenland.

Allerdings bergen die Anleihen von Saudi Aramco auch ein Risiko: den Staat Saudi-Arabien. Über 60 Prozent seiner Erträge führt der Konzern an die Regierung ab. Diese nutzt das Geld, um das Defizit der Staatsfinanzen zu reduzieren. Dieses soll 2019 knapp 4,2 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung betragen.

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