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Produkt gegen Negativzinsen Der Bund stellt die Tagesanleihe zum Jahresende ein

Mit der Tagesanleihe des Bundes konnten vermögende Privatanleger negative Zinsen auf große Barvermögen umgehen. Doch damit ist nun endgültig Schluss.
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Der Bund stellt seine Tagesanleihe ein – das Produkt war vor allem bei vermögenden Anlegern beliebt. Quelle: dpa
Bundesfinanzministerium in Berlin

Der Bund stellt seine Tagesanleihe ein – das Produkt war vor allem bei vermögenden Anlegern beliebt.

(Foto: dpa)

Die Finanzagentur wickelt ihr Privatkundengeschäft endgültig ab. Wie die für die Auflage von Bundesanleihen zuständige Agentur am Dienstag mitteilte, nimmt der Bund seine Tagesanleihe zum Jahresende vom Markt. Eine entsprechende Entscheidung des Bundesfinanzministeriums sei im Bundesanzeiger veröffentlicht worden.

Der Grund sei, dass der Vertrieb der Tagesanleihe nicht mehr wirtschaftlich sei, sagte eine Sprecherin der Finanzagentur. Die Anleihe konnten Anleger bereits seit 2013 nicht mehr kaufen. Sie war seither nur noch für Bestandskunden zur Wiederanlage von Zinserträgen erhältlich.

Die Tagesanleihe ist ein mit null Prozent verzinster Schuldschein der Bundesrepublik. Er ist täglich verfügbar und funktioniert damit ähnlich wie ein Tagesgeldkonto. Zumindest für einige vermögende Privatanleger dürfte die Kündigung der Tagesanleihe eine schlechte Nachricht sein.

Denn gegenüber Girokonten hat die Tagesanleihe einen entscheidenden Vorteil: Wegen der Top-Bonität des Bundes ist ein Ausfall der Tagesanleihe praktisch ausgeschlossen und damit das gesamte investierte Vermögen extrem sicher angelegt. Auf dem Girokonto einer Bank sind Vermögen dagegen im Fall einer Bankpleite bis maximal 100.000 Euro durch die Einlagensicherung geschützt.

Hinzu kommt: Die Zinssatz der Tagesanleihe orientiert sich am europäischen Interbanken-Zins Eonia, er fällt jedoch nie unter null Prozent. Viele Banken verlangen bei großen Beträgen auf Tagesgeldkonten dagegen Negativzinsen, da auch der EZB-Einlagenzins negativ ist. Auch Bundesanleihen werfen bis zu einer Laufzeit von neun Jahren aktuell negative Renditen ab.

Daher ist die Tagesanleihe insbesondere für vermögenden Privatanleger als Möglichkeit, große Barreserven zu verwahren, nach wie vor attraktiv.

Derzeit haben der Sprecherin der Finanzagentur zufolge rund 23.000 Kunden noch unter einer Milliarde Euro in dem Papier investiert. Diese müssen sich zum Jahresende nach Alternativen zur Tagesanleihe umsehen.

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