Ramsch-Anleihen Die Zwei-Billionen-Dollar-Blase

Bei ihrer Jagd nach Rendite gehen Investoren höhere Risiken ein. Anleihen von zweifelhaften Schuldnern sind heißbegehrt. So ziemlich jeder Kreditnehmer kommt an Geld. Der Crash kommt mit Ansage.
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Keine Hemmungen: Investoren schrecken vor Ramsch-Anleihen nicht zurück. Quelle: Getty Images

Keine Hemmungen: Investoren schrecken vor Ramsch-Anleihen nicht zurück.

(Foto: Getty Images)

DüsseldorfIst es Sorglosigkeit oder Verzweiflung? Bei ihrer Jagd nach Rendite schrecken Investoren selbst vor hohen Risiken nicht zurück. Besonders begehrt sind sogenannte Ramsch-Anleihen, also Papiere von Schuldnern mit zweifelhafter Bonität.

Dieses Jahr wurden bereits Anleihen bonitätsschwacher Emittenten im Wert von etwa 340 Milliarden Dollar platziert. Damit sind die Emittenten auf einem guten Weg, das Rekordvolumen von 477 Milliarden Dollar aus 2013 zu übertreffen. Insgesamt ist der Markt rund zwei Billionen Dollar groß. Besonders aktiv sind derzeit europäische Emittenten: Nach Schätzungen ist fast jede dritte neue Anleihe in Europa ein Junk-Bond.

„Es erscheint definitiv so, als ob die Anleger höchst überschwänglich werden“, sagt Fred Senft, Anlagestratege bei der Key Private Bank in Cleveland. „Man kann eine Weile in diesem höchst überschwänglichen Zustand bleiben. Aber wenn sich das Blatt wendet, dann geht das schnell und es wird sehr hässlich.“

Selbst Anleihen von Staaten oder Unternehmen, die vor kurzem noch als Pleitekandidaten galten, finden Abnehmer. Beispiel Griechenland: Das Land war das Epi-Zentrum der Euro-Krise. Bei mehreren Umschuldungen verloren Gläubiger einen Großteil ihres Geldes. Doch nachdem Griechenland vier Jahre lang vom Kapitalmarkt abgeschnitten war, wagte es sich im April mit neuen Anleihen an den Markt. Die Emission lief so gut, dass die Griechen noch deutlich mehr als die geplanten drei Milliarden Euro hätten einnehmen können. Das Angebot sei „mindestens acht Mal überboten“ worden, erklärte das Finanzministerium.

Auf Seiten der Unternehmen sind es oft kaum bekannte Firmen wie der finnische Dämmstoffhersteller Paroc Group Oy, der französische Autohändler Autodis SA oder der Rundfunksender Clear Channel Communications, die mit Geld überschüttet werden.

„Die Emittenten können nach Lust und Laune begeben und die Sachen werden gekauft“, sagt David Newman, Leiter Hochzinsanleihen weltweit bei Rogge Global Partners in London. „An den Markt kommen immer schlechter bewertete Papiere.“

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7 Kommentare zu "Ramsch-Anleihen: Die Zwei-Billionen-Dollar-Blase"

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  • "...dann wird es richtig teuer"

    Genau!

  • "Das ist halt das Risiko"

    Genau

  • Das ist eine Milchmädchenrechnung! Geld ist immer soviel wert wie auf der anderen Seite Werte existieren. Dann setzte aber bei den Besitzenden die Gier ein gepaart mit dem Unwillen ab zu geben und der Unfähigkeit richtige Entscheidungen zu treffen.
    So wurde die Kreditexpansion ins Leben gerufen wo der Konsum nur noch durch Kredite (geliehenes Geld seitens der Besitzenden) finanziert wurde. Irgendwann konnten die nicht besitzenden Kreditnehmer ihre Schulden natürlich nicht zurück zahlen und schon wurde, durch höhere Steuern, die dem nicht Besitzenden noch mehr Geld weg nimmt und neu gedrucktes Geld, gegen gesteuert. Nur damit die Besitzenden nichts verlieren. Da der Konsum aber dadurch natürlich immer weiter abnimmt und damit immer weiter Werte zerstört werden, ist das Ende vorhersehbar. Finaler Kollaps der Währung mit vorhergehender Verarmung der Massen und Zusammenbruch der Wirtschaft.

  • Jaja es heisst da nicht umsonst Junk-Bond.
    Es geht halt nicht dadrum alles plus Zinsen wieder
    zubekommen. Daher die hohen Kupon's da kann man auch mal
    auf einen Teil der Nettosumme verzichten und hat trotzdem
    noch ein paar Prozent plus gemacht weil eben die Zinsen
    so hoch sind. Das ist halt das Risiko.

  • Die neuen griechischen Anleihen sind doch optimal. Diese sind nicht nach griechischem Recht aufgelegt, sondern nach Londoner Recht - im Fall der griechischen Staatspleite (die nahezu unausweichlich ist) zahlt u.a. der deutsche Steuerzahler. Was will man mehr als Anleihekäufer? Absolute Sicherheit mit relativ hohen Erträgen - daher auch die gigantische Nachfrage nach den griechischen Papieren!

  • Einmal mehr der klare Hinweis, dass Europäer ihr sauer verdientes Geld lieber verleihen, egal wem, anstatt sich dafür etwas Schönes zu kaufen. Z.B. dividendenstarke Aktien, die guten Cash-Flow bringen.

    Aber selbst der Firma "Wir gehen pleite und bringen vorher unsere Scherflein ins Trockene" bekommt Geld ohne Ende geliehen, wenn der Schafherde ein Kupon von 7,75% versprochen wird.

    "Wir bezahlen die Zinsen, ganz ehrlich. Wir wollten euch ja schon immer etwas schenken. Endlich bietet sich die Gelegenheit dazu!" Das Geld kann gerne auch vor meine Tür gelegt werden. Ich gebe es dann an die Firma weiter, auch ganz ehrlich.

  • Ramsch-Anleihen?
    "Die Emission lief so gut, dass die Griechen noch deutlich mehr als die geplanten drei Milliarden Euro hätten einnehmen können."
    Was heisst hier Ramsch-Anleihen? Griechische Anleihen haben im Prinzip die gleiche Bonitaet wie Bundesanleihen. Wenn es eng wird darf der Rettungs-Michel ran, alternativlos. Besonders spannend wird es wenn die Deutsche Bank gerettet werden muss, dann wird's richtig teuer.

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