Rating gesenkt Ratingagenturen lassen Griechenland fallen

Erst hat die Ratingagentur Standard & Poor's das Rating griechischer Anleihen zurückgestuft, nun folgen vielleicht auch noch Moody's und Fitch. Die Schlinge um Griechenlands Hals zieht sich zu.
Update: 09.05.2011 - 19:12 Uhr 17 Kommentare
Die griechische Flagge weht auf Halbmast - angesichts der Finanzlage zurecht. Quelle: dpa

Die griechische Flagge weht auf Halbmast - angesichts der Finanzlage zurecht.

(Foto: dpa)

Athen/New York/BerlinDie Ratingagenturen hegen immer größere Zweifel an der Zahlungsfähigkeit von Griechenland. Standard & Poor's hat wegen der steigenden Gefahr einer Umschuldung am Montag die Kreditwürdigkeit für das hoch verschuldete Land um zwei weitere Stufen von BB- auf B abgesenkt. Und nun prüft auch noch Moody's eine Herabstufung von Griechenlands Anleihen. Eine Absenkung um mehrere Stufen sei möglich, teilte die Agentur am Montag mit. Eine Rückkehr Griechenlands an die Finanzmärkte 2012 sei immer unwahrscheinlicher. Und dann will auch noch Ratingagentur Fitch einem Zeitungsbericht zufolge die Bonitätsnote für Griechenland weiter herabstufen.

Laut einem Bericht der „Süddeutsche Zeitung“ ohne Angaben von Quellen soll die Bewertung bei Fitch auf „B“ oder „B-“ von aktuell „BB+“ fallen. Der Zeitung zufolge wollte Fitch die Meldung nicht kommentieren. Wie die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise weiter berichtete, prüft die Ratingagentur derzeit noch einen Protest der Griechen gegen die Herabstufung. Experten räumten dem Widerspruch aber kaum Erfolgschancen ein.

Standard & Poor's warnte am Montag sogar noch vor einer weiteren Herabstufung, indem sie den negativen Ausblick beibehielt. Damit ist die Bonitätsnote nur noch zwei Stufen von einer Bewertung als "extrem spekulative" Anlage mit substanziellem Ausfallrisiko entfernt. S&P drohte weitere Herabstufungen an, indem die Agentur den negativen Ausblick beibehielt.

"Nach unserer Meinung gibt es ein steigendes Risiko, dass Griechenland Maßnahmen für eine Umschuldung ergreift", begründete S&P den Schritt. Um die Schuldenlast des Staates auf ein erträgliches Niveau zu senken, müssten die Gläubiger auf mindestens 50 Prozent ihrer Forderungen verzichten.

Die neuerliche Rückstufungen der griechischen Bonität folgt auf ein weiteres turbulentes Wochenende. Am Freitag waren Gerüchte über ein Geheimtreffen der EU-Finanzminister in Luxemburg und Gedankenspiele über einen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone aufgekommen. Details über Inhalte des Treffens gibt es nicht. Ein Ausstieg aus der Euro-Zone sei aber nie Thema gewesen, heißt es seit Freitag von allen Beteiligten. Auch eine Umschuldung "steht nicht im Raum, wird nicht diskutiert, ist spekulativ", sagte ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums am Montag.

Griechenlands Finanzminister George Papaconstantinou kommt ohne weitere Hilfen der Euro-Staaten kaum noch aus. Quelle: dapd

Griechenlands Finanzminister George Papaconstantinou kommt ohne weitere Hilfen der Euro-Staaten kaum noch aus.

(Foto: dapd)

Stattdessen ringen die Staaten der Euro-Zone offenbar um ein zweites Hilfspaket für Griechenland. Der Chef der Euro-Gruppe, Jean-Claude Juncker, hatte nach dem Treffen am Freitag erklärt, ein weiteres Anpassungsprogrammsei wohl notwendig.Nach Medienberichten sind längere Laufzeiten und niedrigere Zinsen für das 110 Milliarden schwere erste Rettungspaket im Gespräch. Einen weiteren Nachlass bei den Zinsen für die Hilfskredite befürwortete CDU-Vize-Fraktionschef Michael Meister am Montag. Davon will dann auch Irland profitieren, das bereits seit längerem ebenfalls niedrigere Zinsen für die Hilfen von EU und IWF anstrebt.

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17 Kommentare zu "Rating gesenkt: Ratingagenturen lassen Griechenland fallen"

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  • Sehr geehrter Herr Stock

    ich habe eiene Rühruprente.

    Was ist die konseqeunz,wenn der Euro durch falsche
    Entscheidungen aufhört zu existieren.

    Gruß:Wilhelm Schmidt

  • Ouzo-Kater und kein Ende! Ein Trauerspiel, diese Konkursverschleppung.
    Griechenland muss sich selbst aus dem Schuldenbergen befreien d.h. Staatsbankrott
    mit allen Folgen … inkl. Austritt aus der EURO-Zone, da die Mitgliedschaft de Fact
    bisher illegal war! Deshalb Griechenland zu Regresszahlungen an die EURO-Staaten
    und deren Steuerzahler verpflichten. Wie sie das zahlen ist deren ihr Problem, Bilanzen fälschen konnten sie ja schließlich auch.
    Und wenn das von unseren Politikern (USA,EU) und den Wirtschaftsbossen nicht gewünscht wird?
    Dann sollte man endlich zur Wahrheit übergehen, den deutschen Steuerzahlern die alternativlose
    Rettung Griechenlands mitteilen und Deutschland (offiziell EU) die gesamten griechischen Schulden übernehmen und Griechenland somit einen Neuanfang ermöglichen. Einen Soli-Zuschlag für
    Griechenland (für die nächsten 100 Jahre) ist für deutsche Steuerzahler doch zumutbar oder etwa nicht? Uns geht’s doch auch nur deshalb gut, weil wir den EURO haben 

  • Dieser Micheldepp ist der Hauptprofiteur der Griechenlandkrise. Man muß nur die Exportüberschüsse der letzten Monate betrachten.

  • Der Euro btw steht stabil da: der Ansatzpunkt der Ratingagenturen ist ein hoffnungslos zerstrittenes Europa, weil die schlichtweg vergessen hatten damals bei der Euro-Einführung, daß das im Wiener Kongress nicht als wirtschaftspolitisches Instrument erzeugt worden war, sondern als völkerverständigendes Projekt.
    Leute, die sich potentiell lieber die Schädel für irgendeine Währung einschlagen werden keine Europäer.
    Und dann kann man die Währung auch in die Tonne treten: Griechenland - niemand will sich das hier eingestehen, steht für das politische Scheitern der im Wieder Kongress ins Auge gefaßten Ziele.
    Und dafür muß man nichtmal mehr wählen gehen, um sich den politischen Scherbenhaufen auch noch ansehen zu müssen, den die Blage da angerichtet hatte.
    Herr Dr. Kohl stand ja auch auf Aussitzen - lediglich nur deswegen, weil er wußte, daß er für die Erfüllung der Wiener Verträger damals (Wiener Kongress) nicht über das politische Format verfügt.
    Man kann Fiasko auch deklinieren, Herrn Dr. Kohl blieb es vorbehalten, dies Europa vorzumachen.
    Worüber sich die hiesigen Hitzköpfe gegenwärtig echauffieren indes, das bleibt Nostalgie von Leute, die mit Europa niemals etwas zu tun haben wollten, zu tun haben wollen und zu tun haben wollen werden: Nazigeschlumpfe.

  • Ob Moody s und Fitch jetzt auch noch ihren Senf dazugeben, ist eigentlich vollkommen belanglos. Griechenland ist pleite bis in die Haarspitzen. Und diese Tatsache läßt sich auch mit noch so vielen blumigen Worten nicht mehr schön reden. Die Chance, von vorneherein einen wirksamen Schnitt durchzuführen, hat man verschwätzt und aus Angst vor möglichen Folgen gelassen. Schade.

  • wie hast du dich denn vorbereitet?

  • Der Steuerzahler muss es richten, wer sonst. Ein Ausstieg aus dem Euro würde die Banken mitreißen. Die Angst vor einem großen Zusammenbruch ist zu hoch. Die Ineffektivität und Intransparenz wird weitergehen, dank unserer Politiker.

  • Die Politiker werden es schon mit dem Geld des Volkes richten....
    Die EZB hilft kräftig mit und druckt Fiat-Money welches theoretisch die nächsten Generationen abbezahlen dürfen/sollen.
    UND DIE MENSCHEN LASSEN SICH DAS GEFALLEN !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • Die Ratingagenturen sind privater Natur, Arschzäpchen der "Elite" und Raten nur was sie von denen gesagt bekommen.
    Ob Dollar oder Euro oder Umschuldung, Chaos, Krieg, Terror......alles wird von "oben" angeordnet.
    Und die Bankster, Politiker, "Wissenschaftler" etc... sind nur Marionetten....
    Das Chaos steht vor der Tür - geplanterweise !
    Seid ihr vorbereitet ?

  • Das hat mancher private Schuldner selbst erleben müssen: Zuerst wird einem das Geld aufgedrängt, damit man einen aufwendigen Lebensstil finanzieren kann.
    Dann werden Defizite aufgehäuft, als gäbe es kein Morgen. Fleißig schießen die Banken Geld nach: Alle sind glücklich!
    Dann kommen Zweifel auf, die Gläubiger bekommen nasse Füße und kommen zum Ergebnis: Kein gutes Geld dem schlechten hinterherzuwerfen. Der Schuldner stellt plötzlich fest: Bei den Sitzungen wird er gar nicht mehr so freundlich behandelt. Aus einem freundschaftlichen "Du" ist wieder ein "Sie" geworden.. Leider stellt sich auch noch heraus, dass die Einkünfte nicht reichen für günstige Kredite: Jetzt kosten die Zinsen soviel wie früher Zins+ satte Tilgung.. Statt zu investieren, wird neues Geld zur Deckung der Zinsen ausgegeben.... Dann werden noch die Vermögensgegenstände liquidiert, die aber nicht ausreichen, die Schulden annähernd abzudecken>>> Panik bei den Gläubigern, Verwertung zum Schrottpreis, Verschwörungstheorien, wie hier am board, Insolvenz.
    Das schlimmste Problem: Wenn die Gläubiger nicht mehr vertrauen, sind Irland, Portugal, Spanien, dann Frankreich, Italien und das gesamte EU Bankensystem weg. Die Eurozone kollabiert. Dann ists für uns aus mit dem Exportweltmeistertitel. Arbeitslosigkeit, Zusammenbruch unserer Sozialsysteme, Zusammenbruch der Ordnung (wir haben eh zuwendig Polizisten).

    In 20 Jahren wird es dann heißen: Deutschland hat zur Unzeit die Brüningsche Wirtschaftspolitik ausgepackt (Kaputtsparen), war unsolidarisch und ist schuld am Zusammenbruch der EU. Wie wir eigentlich schon im WWI WWII waren. Dann freut sich der Legalwaffenbesitzer, der dann nach dem Zusammenbruch der Ordnung wenigstens noch zur Selbsthilfe greifen kann (wenn er genügend Munition für seine Großkaliberwaffen hat), wo andere dem Mob ihr Hab und Gut überlassen müssen.
    Fat_bob_ger

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