Ratingagentur S&P Rom kritisiert drohende Herabstufung

Italien droht eine schlechtere Bonitätsnote der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) - der Ausblick wurde auf negativ gesenkt. Das Finanzministerium in Rom reagierte mit Unverständnis auf diese Einschätzung.
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Italiens Finanzminister Giulio Tremonti. Quelle: dapd

Italiens Finanzminister Giulio Tremonti.

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London/Rom

S&P-Experten prüfen eine Herabstufung der Staatsanleihen von Italien, wie die Agentur am Samstag mitteilt. Der Ausblick für das Rating wurde demnach auf "negativ" von bislang "stabil" gesenkt. Die Einschätzung des Ausblicks als "negativ" bedeutet, dass S&P mit einer Wahrscheinlichkeit von eins zu drei davon ausgeht, dass sich die Kreditwürdigkeit Italiens in den nächsten zwei Jahren verschlechtern wird.

S&P-Analystin Eileen Zhang sprach von schwachen Wachstumsaussichten und einem stagnierenden Reformwillen. "Ein möglicher politischer Stillstand könnte zu einer Abschwächung der Fiskallage führen", warnte Zhang. "Im Ergebnis gehen wir davon aus, dass Italiens Aussichten auf eine Reduzierung der Schulden der Regierung sich verschlechtert haben."

Das Finanzministerium in Rom reagierte mit Unverständnis auf diese Einschätzung. Diese weiche sehr stark ab von Beurteilungen internationaler Organisationen wie der OECD, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der EU-Kommission, erklärte es. Daten zum italienischen Wirtschaftswachstum und zum Haushaltsdefizit seien ständig besser ausgefallen als erwartet. Die Pläne, bis 2014 einen ausgeglichenen Haushalt zu erreichen, seien weit gediehen und erhielten voraussichtlich bis Juli die Zustimmung des Parlaments.

"Aus unserer Sicht sind die derzeitigen Wachstumschancen Italiens schwach", erklärten dagegen die Kreditwächter ihre Einschätzung. Vorerst bleibe das langfristige Rating aber bei "A+", das kurzfristige bei "A-1+". Damit steht Italien im internationalen Vergleich trotz seiner hohen Verschuldung vergleichsweise gut da.

Bislang geht die Agentur nach eigenen Angaben von einem Wachstum von 1,3 Prozent in den Jahren 2011 bis 2014 aus. Nun befürchtet sie, dass es geringer ausfallen könne. Falls die nötigen Reformen aber gelängen und Italien wettbewerbsfähiger werde, dann könne das gute Rating beibehalten werde, hieß es in der Mitteilung. Die Staatsschuld Italiens beträgt rund 119 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. In der EU ist das Staatsdefizit im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung nur in Griechenland noch höher.

Griechenland-Anleihen höchst spekulativ

Erst am Freitag hatte die Ratingagentur Fitch ihre Bewertung für das hoch verschuldete Land um drei Stufen gesenkt. Das Land werde nun mit "B+" und damit als höchst spekulativ bewertet, teilte die Agentur mit. Den Ausblick für die Bonität bezeichnete Fitch als negativ und deutete damit an, dass schon bald eine weitere Herabstufung folgen könnte. Das neue Rating spiegele das große Ausmaß der Herausforderungen für Griechenland wider, erklärte die Agentur.

  • dapd
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17 Kommentare zu "Ratingagentur S&P: Rom kritisiert drohende Herabstufung"

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  • Kleine Randbemerkung,
    wenn der Dollar zum inneren Wert zurück kehren würde,
    würde ich meinen Totalverlust genießen.

  • Passt schon !

  • http://www.handelsblatt.com/finanzen/rohstoffe-devisen/devisen/der-dollar-rutscht-der-rubel-rollt/4193652.html?slp=false&p=2&a=false#image

    Na, da mag wohl jemand keine Kritik....
    Keine Ahnung wie Sie zu Ihren Statistiken kommen, die weder Kaufkraft, Inflation und weitere Schwankungenzeigen zeigen und auch nicht angeben welche Währung hier zum Vergleich gezogen wurde.

    Aber obiger Link solte interesstant sein. Anbei die Einschätzung in kurzen Auszügen:

    Langfristig, sagt etwa der bekannte Investor Jim Rogers (SELBST AMERIKANER), sei der Dollar auf dem BESTEN WEGE eine SCHWACHWÄHRUNG zu werden. Auf Sicht von zehn Jahren hat er gegenüber VIELEN anderen Devisen verloren - dabei galt der Dollar lange Zeit als Krisenwährung Nummer eins. Doch diese Zeit scheint vorbei. Auch auf Halbjahressicht fällt der Greenback zurück.

    Der russische Rubel gilt als eine der klassischen Rohstoffwährungen. Mit den wieder steigenden Preisen gewinnt auch die Währung an Wert. Nachdem die großflächigen Waldbrände rund um Moskau die russische Wirtschaft im vergangenen Jahr deutlich belastet haben, kann der Rubel in diesem Jahr wieder punkten.

    Seit Jahresbeginn hat der Dollar gegenüber der russische Währung stark nachgelassen: - 9,06 Prozent.

    Das Schuldenproblem der Südeuropäer lockt immer wieder Spekulanten an. Seit die Europäische Zentralbank den Leitzins angehoben hat, hat sich die Gemeinschaftswährung allerdings gefangen, der Kurs gegenüber vielen anderen Währungen wieder zugelegt.

    Seit Jahresanfang hat sie den Dollar abgehängt. Der verlor: -6,26 Prozent

    Viel Spaß beim weiterwährenden sau-wohlfühlen beim USD. Schönen Sonntag!!

  • Hallo,
    Tja, die Reaktion der Bürger in Nordafrika ist schon auf das Europäische Festland übergesprungen.

  • "weiß jeder schon seit mind 15 Jahren, dass der USD auf dem absterbenden Ast ist."



    Euro/Dollar Kurse:

    1979............1992.............2011

    1,41............1,41.............1,41




    bla,bla.... bla,bla,bla.....bla.......

  • Der europäische Gedanke ist wichtiger, als ein paar Milliarden an die PIIGS zu verlieren. Ein Europa ohne Euro ist kein Option, damit stirbt Europa. Alle europäischen Länder sollten sehr viel Macht verlieren -auch Deutschland mit seiner Bundesländer-Kleinstaaterei! Es macht keinen Sinn sich 27 mal verwalten zu lassen, dort liegen Synergieeffekte auf der Straße, die sich auch zum Schulden tilgen nutzen lassen. Für was brauchen wir 27 x einen Zoll für unsere gemeinsame Grenze? Eine gemeinsame Grenze kann auch eine europäische Zollbehörde beschützen. Dieser Gedanke muss noch wesentlich radikaler gedacht werden, um den europäischen Traum wahr zu machen

  • Der Dollar ist tot. Leider wird das unser Dummschule nie kapieren.

  • Ich sehe das alles etwas positiver, Europa hat eine Antwort auf das Staaten-Sterben wo andere noch nach einer Antwort suchen werden müssen.

    Bevor man den Untergang predigt, sollte man erst ABWARTEN und TEE trinken.
    Ich habe schon so oft gehört, das der Weltuntergang kommen soll, und am Ende war alles wieder gut.

    Sicher die betroffenen Länder müssen sich fragen wie es weiter geht.
    Das muss aber ganz Europa so oder so, die Politik muss das Europa schaffen von dem einstmals die Rede war; und nicht irgendwas wo am Ende keiner mehr durchblickt.

    Ich sehe darin mehr eine politische Krise.
    Die Märkte nutzen die Schwäche Europas gnadenlos aus.

  • Wer von Flugzeugträgern flankiert wird hat immer recht? Also, auch ein Nation, die Menschen in Länder entführt um sie zu foltern?
    Ich möchte Ihre Anlagestrategie in keinster Weise angreifen, nur leider weiß jeder schon seit mind 15 Jahren, dass der USD auf dem absterbenden Ast ist. Ich habe selbst in den USA gelebt und kann in keinster Weise behaupten, dass die USA in ihrer Politik, Umwelt, Handel, Ehrlichkeit oder was auch immer, besser wären als die Europäer oder der Rest der Welt und damit ein immer währendes Aushängeschild auf eine krisenfeste Währung sind. Wenn Sie beim USD bleiben wollen NUR ZU!Ich bleibe eher beim EUR, YEN, Renmimbi oder wenn’s sein muß auch beim Rubel. Gegen die wettet George Soros und Konsorten so schnell nicht (mehr), weil er gemerkt hat, dass er verliert. Die BRICS sind schon lange mit der Währung USD unzufrieden und erst vor einigen Tagen war in der FTD ( die übrigens bedeutend sachlicher als das HB ist) wieder ein großer Bericht,dass der USD als Leitwährung nicht mehr lange stehend bleiben wird. Übrigens: Rüstung gibt es auch in Europa und verkaufen Ihre „Produkte“ nicht NUR in USD und auch nicht nur in Staaten in denen mit USD bezahlt wird(ich arbeite in so einem Konzern und da bekommt man doch schon einiges mit). Und wenn das bisschen Kohle dann doch kaputt ist, dann melde ich mich und Sie dürfen sich freuen! Aber anderst rum genauso, OK? Wünsche Ihnen einen schönen Abend und bis bald!

  • Jeder der die Entwicklung seit zwei Jahren intensiv verfolgt wußte zum damaligen zeitpunkt bereits, das nach Griechenland, Irland und Portugal unsere italienischen Freunde vor der Abgrund stehen werden.
    Nur die Ignoranz und völlige Ahnungslosigkeit der Politik, fährt weiter auf Sicht auf dem allseits bekannten Narrenschiff. Ich zitiere hier Reinhard Mey, der es so treffend in einem Chanson auf den Punkt brachte:
    „Sie rüsten gegen den Feind, doch der Feind ist längst hier.
    Er hat die Hand an deiner Gurgel, er steht hinter dir.
    Im Schutz der Paragraphen mischt er die gezinkten Karten.
    Jeder kann es sehen, aber alle sehen weg,
    Und der Dunkelmann kommt aus seinem Versteck
    Und dealt unter aller Augen vor dem Kindergarten.
    Der Ausguck ruft vom höchsten Mast: Endzeit in Sicht!
    Doch sie sind wie versteinert und sie hören ihn nicht.
    Sie zieh‘n wie Lemminge in willenlosen Horden.
    Es ist, als hätten alle den Verstand verlor‘n,
    Sich zum Niedergang und zum Verfall verschwor‘n,
    Und ein Irrlicht ist ihr Leuchtfeuer geworden.

    Der Steuermann lügt, der Kapitän ist betrunken
    Und der Maschinist in dumpfe Lethargie versunken,
    Die Mannschaft lauter meineidige Halunken,
    Der Funker zu feig‘ um SOS zu funken.
    Klabautermann führt das Narrenschiff
    Volle Fahrt voraus und Kurs auf‘s Riff.“

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