Renditen: Das Ende der Minuszinsen für Bundesanleihen ist absehbar
Deutsche Bundesanleihen sind das Maß aller Dinge am europäischen Anleihemarkt.
Foto: HandelsblattFrankfurt. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, das Fundament des europäischen Kapitalmarkts, nähert sich dem Nullpunkt. Nur noch etwa ein Zehntelprozentpunkt liegt sie darunter. Damit stellt sich Anlegern, Ökonomen und Notenbanken die Frage: Geht die ungeliebte Zeit der Minus- und Niedrigzinsen zu Ende? Sehen wir eine Normalisierung der Märkte?
Kaum ein Experte erwartet einen dramatischen oder sehr schnellen weiteren Renditeanstieg. Viele gehen vielmehr davon aus, dass die zehnjährige „Bund“, wie das deutsche Papier genannt wird, in absehbarer Zeit bei oder etwas über null liegen wird. Aber nur eine Minderheit glaubt, dass sie dann dauerhaft im grünen Bereich bleibt.
Von den rund 20 Häusern, die die Nachrichtenagentur Bloomberg regelmäßig befragt, rechnen nur die US-Bank Goldman Sachs und die niederländische Großbank ING damit, dass die zehnjährige Bundrendite im Herbst bei null Prozent liegen wird.
Im Prinzip wäre eine Normalisierung wünschenswert. Wenn sichere Anleihen endlich wieder positive Renditen bringen, lassen sie sich, wie früher jahrzehntelang üblich, als Stabilitätsanker im Depot einsetzen.