Schuldenstreit Argentinien bekommt eine Galgenfrist

Investoren verweigern den Schuldenschnitt bei der argentinischen Staatspleite von 2002. Mit einer Klage rückten sie das Land an den Rand einer erneuten Pleite. Diese stoppte ein Berufungsgericht- vorerst.
Update: 29.11.2012 - 01:41 Uhr 8 Kommentare
Argentinien bekommt im Streit um die Milliardensumme noch etwas Luft. Quelle: dpa

Argentinien bekommt im Streit um die Milliardensumme noch etwas Luft.

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New YorkIm Streit mit Anleiheninvestoren über einen Schuldenschnitt kommt Argentinien vorerst um die Zahlung einer Milliardensumme herum. Ein Berufungsgericht in New York erließ am Mittwoch eine einstweilige Verfügung, nach der ein entsprechendes Urteil eines Bundesrichters ausgesetzt wird.

Er hatte angeordnet, dass die Regierung in Buenos Aires bis zum 15. Dezember 1,3 Milliarden Dollar auf ein Treuhandkonto einzahlen muss. Das Land erhält nun mehr Zeit, dagegen seine Einwände hervorzubringen. Die mündliche Verhandlung wurde für den 27. Februar angesetzt.

Der Rechtsstreit wird zehn Jahre nach der Staatspleite Argentiniens erbittert geführt. Argentinien war 2011, da es seine Schulden von hundert Milliarden Dollar nicht mehr bedienen konnte, bankrott gegangen.

Die meisten Gläubiger beteiligten sich 2005 und 2010 am Umtausch ihrer Schuldscheine in neue Papiere mit veränderten Konditionen. Nur eine Reihe Investoren, die vielfach während der Krise Staatsanleihen zu Ramschpreisen erworben hatten, weigerten sich, an dem Tauschprogramm teilzunehmen und fordern weiterhin die gesamten Darlehen ein.

Sollten die Kläger erneut Recht bekommen, könnte dies den mit vielen Gläubigern vereinbarten Forderungsverzicht von 70 Prozent infrage stellen - und Schuldenschnitte aktueller Krisenländer wie Griechenland erschweren.

Wegen der Auseinandersetzung haben viele Investoren erneut um ihr Geld Angst. Die Ratingagentur Fitch senkte die Bonitätsnote des lateinamerikanischen Landes am Dienstag um fünf Stufen. Eine weitere Senkung wird geprüft. Mit der Bewertung "CC" ist Argentinien nur noch zwei Stufen von der Zahlungsunfähigkeit entfernt.

Die Mitte-Links-Regierung will die Forderungen der rebellischen Investoren auf keinen Fall erfüllen. Präsidentin Christina Fernandez beschimpfte die Hedgefonds zuletzt als "Aasgeier". Sie steht auch innenpolitisch unter großem Druck, nachdem es vergangene Woche den ersten Generalstreik in ihrer fünfjährigen Amtszeit gegeben hatte.

Hunderttausende protestieren gegen argentinische Präsidentin

  • rtr
  • afp
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8 Kommentare zu "Schuldenstreit: Argentinien bekommt eine Galgenfrist"

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  • Kommunisten raus!

  • Komisch, daß offenbar keiner mehr denkt, daß man seine Schulden auch zurückzahlen muß! EGAL an wen! Wenn ich das nicht will, darf ich keine Schulden aufnehmen; so einfach ist das Spiel! Wo sind wir eigentlich?

  • Jetzt kann ich die EU Politiker, die nicht von den Banken gekauft sind und trotzdem diese Wahnsinnsrettungspolitik unterstützen, ein wenig verstehen. Die haben Angst das die von GB und den USA unterstützen Hedgefonds auf Pfändungstour gehen. Sicher hat man schon ein Auge auf die reichen Rohstoffvorkommen Griechenlands. Der Fall Argentinien ist der beste Beweis wie die Finanzwelt Druck auf souveräne Staaten ausübt. Ich gehe noch weiter, die us amerikanischen Gerichte unterstützen Angriffe auf Staaten durch Privatfirmen!

  • ..ich stimme Ihnen voll zu. Und wissen Sie was mich betroffen macht: Dass die Diebe und Verbrecher so leicht damit durchkommen. Die Schafe glotzen nur. Und die vermeintlich reichen Millionäre kapieren nicht, dass auch letztlich ihr Vermögen vernichtet werden wird.

  • Ich vermute dass Argentiniens Anleihen unter Druck geraten sollen damit Hedgefonds wieder billig davon kaufen können. Daher die Klage.
    Man bedenke dass diese Argentinische Anleihen eine Verzinsung von 2,26% und danach sigar 4,6% auf den Nennwert haben, ich wiederhole auf den Nennwert, da diese Anleihe, nicht zuletzt wegen der Klage der Hedgefonds, mit nur 28,24% des Nennwertes gehandelt werden, bedeutet dies eine Verzinsung von circa 10%, später 13%, wenn man sie heute über die Börse kauft.
    Könnte es nicht sein dass gerade das von den Hedgefonds gewollt ist, um einfach billig noch mehr von den Anleihen erwerben und dann von der tollen realen Verzinsung profitieren.
    Dazu kommt dass laut Vereinbarung Argentinien sich verpflichtet hat diese Anleihen im Jahr 2035 zu 100% zurück zu zahlen!

  • Hallo DagmarK,

    da gibt es keine Logik...

    es ist einfach so dass bei den Amis das gesamt Establishment (egal welcher politischen Ausrichtung) einzig und allein der Wallstreet dient, wenn man das hier liest kann man leicht zu der Ansicht kommen, dass Goldman Sachs und Ihre Jünger sogar die angeblich unabhängige amerikanische Justiz gekauft haben ... sogar die Richter scheinen kapiert zu haben, dass Sie hier vielleicht (auf vielschichtige Art) selber ernten können...

    Auch dazu kann man anscheinend sagen ... silbst Dort ist Anstand nicht mehr vorhanden, "Lug und Betrug" allerorten

  • Wofür werden Anleihen geratet, wenn das Geld einklagbar ist? Nicht nur, daß mit dem Urteil Ratingagenturen überflüssig gemacht worden sind, auch der Begriff Risikokapital kann abgeschafft werden. (konnte er nach dem Bailout und dem Horror-Umgang mit den Pleiteländern sowieso)
    Folglich wäre es vernünftig, sämtlichen Anleihen-Schrott aufzukaufen, vor Gericht zu ziehen und das Geld einzuklagen.

    Soviel Größenwahn war nie. Schließlich droht der Richter insinnuiert mit der US-Armee - und die Blutsauger freuen sich.

    Es scheint sich nach dem gelungenen Putsch der Wirtschaft in der Eurozone ein globales Geburtrecht zum Plündern, Lügen, Heucheln etabliert zu haben.

  • Argentinien hat eine Pleite hingelegt und nun geht es langsam Berg auf. Wenn ich als Privatmensch Insolvenz anmelde und es mir nach 10 Jahren wieder besser geht, kann mir auch niemand mehr mit Altforderungen kommen. Warum sollen die Hegdefonds nun noch Forderungen stellen können? Diese Logik erschließt sich mir nicht.

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