Schuldenstreit Fitch droht USA mit Herabstufung

Nach Moody's droht nun auch die Ratingagentur Fitch den USA mit dem Entzug der Bestnote. Sollte sich das Hickhack um das Schuldenlimit wiederholen wäre das „AAA“ weg. S&P hat den USA die Topbonität bereits entzogen.
Update: 15.01.2013 - 15:03 Uhr 10 Kommentare
Ein Gebäude von Fitch Ratings in New York. Die Ratingagentur droht den USA mit einer Herabstufung. Quelle: dpa

Ein Gebäude von Fitch Ratings in New York. Die Ratingagentur droht den USA mit einer Herabstufung.

(Foto: dpa)

LondonDie Ratingagentur Fitch hat die USA erneut vor einem Verlust ihrer Topbonität gewarnt. Zwar hätten die USA im Haushaltsstreit Ende Dezember einen Kompromiss erzielt, erklärte Fitch am Dienstag. Der anschließend entbrannte Streit über die Anhebung der Schuldenobergrenze berge aber erneut das große Risiko einer Herabstufung. Fitch hatte die USA bereits im Dezember inmitten des erbittert geführten Haushaltsstreits damit konfrontiert, die Spitzennote „AAA“ verlieren zu können. Die Bonitätswächter haben ihre Bewertung bereits mit einem negativen Ausblick versehen. „Es ist beunruhigend, dass wir aufgrund dieser hausgemachten Krisen alle sechs Monate auf einen neuen Stichtag zutaumeln“, sagte Fitch-Experte David Riley.

Am Montag hatten bereits US-Notenbankchef Ben Bernanke und US-Präsident Barack Obama Alarm geschlagen. Ein Staatsbankrott müsse vermieden werden, sagte Bernanke. Finanzminister Timothy Geithner stieß ins gleiche Horn. Sollte die Schuldengrenze nicht angehoben werden, dann drohe der US-Wirtschaft ein nicht wieder gutzumachender Schaden. Obama warnte vor einer neuen Wirtschaftskrise. Die USA stünden wieder vor einer Rezession und Turbulenzen an den Finanzmärkten, sollte die Schuldenobergrenze nicht angehoben werden. Er forderte die Republikaner zu einem Kompromiss auf. Diese beharren allerdings darauf, ihre Zustimmung an eine Kürzung der Ausgaben zu knüpfen.

Die Fronten in dem von ideologischen Differenzen überlagerten Verhandlungen scheinen verhärtet. Obamas Demokraten und die Republikaner liegen seit Monaten wegen der Staatsschulden im Streit. Zum Jahreswechsel konnten sie nur mit einem Minimalkompromiss massive Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen abwenden, die ansonsten automatisch in Kraft getreten wären. Allerdings wurden die Sparmaßnahmen nur um zwei Monate verschoben. Ende Februar stößt die US-Regierung wie schon im Sommer 2011 an die Schuldenobergrenze, die damals auf nun 16,4 Billionen Dollar angehoben wurde. Um weiter Geld ausgeben zu können, muss die Grenze weiter erhöht werden.

Als erste Agentur hat bereits Standard & Poor's (S&P) den USA die Topbonität entzogen. Die dritte große Agentur Moody's hat ebenfalls wiederholt mit dem Entzug der Bestnote gedroht.

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10 Kommentare zu "Schuldenstreit: Fitch droht USA mit Herabstufung"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Obama, Bernanke und Geithner sollen mal erklären, wieso ohne eine Schuldenobergrenze die Wirtschaft in den USA aufblüht und die USA ein Traumrating erhalten.

    Wetten, daß die Drei von der FED-Tankstelle nur noch herumstottern werden?

  • Was wäre denn, wenn Simbabwe sein Schuldenlimit erhöht hätte? Vielleicht wäre es nie so schlimm gekommen?!? Die Ratingagenturen warnen, warnen und warnen die USA, UK und Japan..die geben munter weiter Geld aus, welches sie gar nicht haben!? Am besten erst mal das Patent darauf sichern!! Es ist wirklich peinlich, so ein verarmte Land wie die USA oder UK als AAA zu bewerten. Am besten die Schuldengrenze auf 999,99 Billionen USD erhöhen, dann sollte wenigstens bis 2019 Ruhe sein und die Ratingagenturen wäre auch endlich zufrieden!

  • was solls?

    Japan liegt mit Schulden von über 200% des BIP einsam an der Spitze der Industriestaaten - und hat nicht mal ein sooo schlechtes Rating ...

    Dieses Rating von Staaten ist doch nur in Europa von Interesse, weil hier die Staaten die Banken vom Rating abhängig gemacht haben.

    der ganze Mist ist einfach nur lächerlich :-)

  • Fitch droht! Wozu bloss? Um ein Feigenblatt der Korrektheit nach aussen zu haben? Diese "Drohungen" haben wir schon letztes und vorletztes Jahr gehört. Es wird dabei bleiben und keine weitreichenden Konsequenzen haben. Warum? Der amerikanische Imperator wird den Rating-Agenturen einfach die Lizenzen, Aufträge und Regierungszahlungen streichen. Also bleibt es bei etwas warmer Luft. Dafür, nach "erfüllter Pflicht" wird dann umso herzhafter auf europäische Institutionen eingeprügelt. Immerhin weiss hier jeder in der Runde, dass man die USA gar nicht mehr tiefer herabstufen kann. Die Platinmünzen-Debatte, Gelddruck-Orgien, Zahlenfälschungen und andere kruden Beschiss-Manöver sind von der Weltgemeinschaft schon längst verinnerlicht worden. Sich selber kann man in die Tasche lügen. Uns hier nicht mehr.

  • Darf ich die HB Redaktion zu einer kritischen Würdigung der Frage anregen, warum es eine Schuldenobergrenze gibt und was sie bewirken soll? Gerne auch respektive der Situation in den USA.

    Vielleicht ein gesonderter Artikel und/oder ein Interview, sofern nicht schon existent.

  • Öffnet die Zeitung für den Leser, dann macht der Leser die Zeitung.

    Ich lese auch nur die Kommentare.

  • Diese scheinheiligen Armutsaussagen... Herabstufung der USA, wohin denn?; auch Pleite wie es schlimmer nicht geht... Geld drucken ohne Ende... wo soll das denn NOCH hinführen?
    USA haben fertig... und haben mit ihrem Spielgeld "Dollar" die Welt versaut...

  • Schmierenkomödie fürs tumbe Volk....
    Die Ratingagenturen machen was sie von UK / USA gesagt bekommen...
    Wenn ein Downgrade kommt, dann auf Befehl....

  • "Am Montag hatten bereits US-Notenbankchef Ben Bernanke und US-Präsident Barack Obama Alarm geschlagen. Ein Staatsbankrott müsse vermieden werden, sagte Bernanke. Finanzminister Timothy Geithner stieß ins gleiche Horn. Sollte die Schuldengrenze nicht angehoben werden, dann drohe der US-Wirtschaft ein nicht wieder gutzumachender Schaden."

    Ein voellig krankes Team. Schulden und Gelddrucken, das einzige Konzept. Traurig fuer die Opposition bei der Wahl, dass man gegen diesen unfaehigen Menschen so ueberzeugend verloren hat. Aber wer sowas wie G. W. Bush an die Macht bringt, kann wohl auch kuenftig nicht besser. Zumindest mordet Obama nur mit Drohnen. Anders als Mord kann man solche Hinrichtungen nicht mehr nennen, wo man ja auch voellig unbeteiligte Opfer (bewusst) trifft. Ist irgendwo wie der Bombenselbstmoerder, nicht besser. Aber manche deutsche Blaetter finden den Typen immer noch gut. Die sollten sich mal in den Spiegel schauen ;-)

  • Selbst Junk-Status wäre noch eine Belohnung.

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