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Schwellenländer Emerging Markets locken Investoren mit niedrigen Bewertungen

Emerging Markets sind nach Meinung von Experten einen Blick wert. Das gilt für Aktien und für Anleihen. Doch der Optimismus bleibt gebremst.
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Das Wirtschaftswachstum in Brasilien zieht an. Das wirkt sich auch auf die Finanzmärkte aus, erwarten Finanzexperten. Quelle: dpa
Rio de Janeiro

Das Wirtschaftswachstum in Brasilien zieht an. Das wirkt sich auch auf die Finanzmärkte aus, erwarten Finanzexperten.

(Foto: dpa)

Frankfurt Wenn die Kurse stark schwanken, ziehen sich viele Anleger aus fernen Weltregionen zurück. Manche Experten empfehlen aber gerade jetzt, einen Blick auf die traditionell als risikoreich geltenden Schwellenländer zu werfen. BNP Paribas Asset Management schreibt: „Emerging-Market-Anleihen haben sich nach der Korrektur im Jahr 2018 wieder gut erholt und sind dank ihrer guten Fundamentaldaten heute wieder attraktiv.“

Die Experten loben die stabilen Leistungsbilanzen und die verhaltene Inflation in den meisten Ländern. In Brasilien, Russland und Indien ziehe das Wachstum an. Südafrika, Malaysia und Chile seien politisch wieder stabiler geworden.

Als warnendes Beispiel nennt BNP aber die Türkei, die die Auswirkungen steigender US-Zinsen besonders spüre. „Die Krisenanfälligkeit des Landes ist angesichts der schwachen Fundamentaldaten keine Überraschung“, heißt es. Dabei fallen die hohe Auslandsverschuldung, der Inflationsdruck und die Einmischung der Regierung in die Geldpolitik besonders unangenehm auf.

Bryan Carter, der das Geschäft mit Schwellenländer-Bonds bei BNP leitet, sieht aber keine generelle Krise in Schwellenländern aufziehen. „Emerging-Market-Anleihen sind außerordentlich günstig bewertet“, sagt er. In den Kursen seien mögliche Ausfälle oder Kursschwankungen bereits berücksichtigt. Die Lockerung der Geldpolitik in China und die vorsichtigere Haltung der US-Notenbank sieht BNP als positiv für die Schwellenregionen an.

JP Morgan äußert sich vorsichtig zu Schwellenländer-Bonds, erwartet aber auch eine Erholung in den ersten Monaten dieses Jahres, weil diese Papiere Nachholbedarf haben. Die US-Bank hat Staatsanleihen aus diesen Regionen übergewichtet.

Beim Blick auf die Aktienmärkte der Schwelländer fällt vor allem die niedrige Bewertung auf. Nach Berechnung von Star-Capital liegt die Kennziffer CAPE für die Aktienmärkte weltweit bei 18,3, für die entwickelten Länder bei 22,2 und für die Schwellenländer bei 14,5. CAPE ähnelt dem Kurs-Gewinn-Verhältnis, wobei als Gewinne aber ein langjähriger Durchschnitt eingesetzt wird. Gemessen daran sind die US-Aktien mit 26,8 besonders teuer, die europäischen dagegen mit 16,5 deutlich günstiger.

Allerdings ist Vorsicht geboten: US-Aktien sind fast immer sehr teuer und Schwellenländerpapiere meist recht billig. Es gibt keinen Automatismus, der eine Angleichung der Bewertung herstellen würde.

JP Morgan sieht, gemessen an den erwarteten Gewinnen, bei Aktien aus Schwellenregionen eine vernünftige Bewertung im Verhältnis zu Aktien aus anderen Regionen und verglichen mit Zinspapieren. Die Bank erwartet steigende Unternehmensgewinne und eine wachsende Bewertung und sieht den Index MSCI Emerging Markets am Jahresende bei rund 1100 Punkten.

Die Analysten dort empfehlen die Länder Brasilien, Chile, Indonesien und Russland und die Branchen Gesundheit (Healthcare), Industrie und Werkstoffe. In Russland sehen sie eine attraktive Bewertung, in Indonesien stabile Gewinne und in Brasilien und Chile einen positiven Einfluss der Politik auf die Börse. Sie raten ab von Südafrika, Malaysia, Kolumbien und Peru und von den Branchen Versorger, Konsumgüter und Telekommunikation.

Allerdings prognostiziert JP Morgan für die Schwellenländer im laufenden Jahr ein Wachstum von nur noch 4,4 Prozent, nach 4,8 Prozent 2018. Als einen wichtigen Grund dafür nennen sie die gebremste Entwicklung in China.

Das Institute of International Finance (IIF), eine Organisation der internationalen Großbanken, sieht einen „scharfen“ Einbruch des Wachstums in den Schwellenländern. Der „Growth-Tracker“ des IIF, eine zeitnahe Schätzung des Wachstums, fiel im Dezember gegenüber dem Vormonat von 4,0 auf 3,4 Prozent. Ausschlaggebend waren dabei die Problemländer Argentinien und Türkei. Die Stimmung sei zwar besser als Mitte 2018, heißt es, aber die Angst vor einem weltweiten Abschwung spiele eine große Rolle.

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