Senivita Börsengang soll auf Wandelanleihe folgen

Senivita will sich mit einer Wandelanleihe bis zu 50 Millionen Euro für den Bau neuer Pflegeappartments besorgen. Läuft alles nach Plan, wandelt der Immobilienspezialist die Anteile 2018 in Aktien der Gesellschaft um.
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Senivita baut Pflegezentren mit einigen Dutzend Apartments. Je nach Bedarf können die Mieter Pflegedienste bei Drittbetreibern vor Ort dazu buchen. Quelle: dpa
Immobilienspezialist Senivita

Senivita baut Pflegezentren mit einigen Dutzend Apartments. Je nach Bedarf können die Mieter Pflegedienste bei Drittbetreibern vor Ort dazu buchen.

(Foto: dpa)

MünchenDer Pflegeimmobilienentwickler Senivita Social Estate AG sammelt über eine Wandelanleihe Kapital ein und strebt auf das Börsenparkett. Die Gemeinschaftsfirma des fränkischen Altenpflegespezialisten Senivita Sozial, des Baukonzerns Züblin und des österreichischen Investors Erhard Grossnigg will sich zunächst über den Bond bis zu 50 Millionen Euro für den Bau neuer Pflegeappartments besorgen, wie das Unternehmen in der Nacht zum Dienstag mitteilte.

Den Anlegern bietet die Senivita Social Estate eine Verzinsung von 6,5 Prozent für ihr Geld. Läuft alles nach Plan, sollen die Anteile 2018 in Aktien der Gesellschaft gewandelt werden. Die Zeichnungsfrist laufe von 23. April bis 8. Mai, hieß es. Den Plänen von Gründer und Vorstandschef Horst Wiesent zufolge sollen die Schuldverschreibungen im Nominalwert von je 1000 Euro in drei Jahren in je 100 Aktien zu zehn Euro gewandelt werden.

Senivita baut Pflegezentren mit einigen Dutzend Appartments. Je nach Bedarf können die Mieter Pflegedienste bei Drittbetreibern vor Ort dazubuchen. Bereits neun solcher Häuser haben die Bayreuther bereits zusammen mit der Strabag-Tochter Züblin in Bayern gebaut.

Was spricht für, was gegen Aktien?
Pro: Kursgewinne
1 von 8

Wer zum richtigen Zeitpunkt einsteigt, dessen Einsatz lohnt sich allein dank steigender Kurse. Wer zum Beispiel Anfang 1997 zur Rückkehr des Firmengründers Steve Jobs 1000 Dollar in Papiere des am Boden liegenden Computerbauers Apple steckte, ist heute mehr als 200 000 Dollar reicher. Apple ist inzwischen das wertvollste Unternehmen der Welt.

Pro: Dividenden
2 von 8

Viele Unternehmen beteiligen ihre Anteilseigner am Geschäftserfolg. Bei Europas größtem Versicherer Allianz fällt die Gewinnbeteiligung für das erfolgreiche Geschäftsjahr 2014 besonders üppig aus: Der Münchner Dax-Konzern schüttet 6,85 Euro Dividende je Aktie aus. Viele andere Dax-Konzerne heben ihre Dividende an. K+S hebt sie um 25 auf 90 Cent, Continental will statt 2,50 nun 3,25 Euro je Aktie ausschütten.

Pro: Miteigentümer
3 von 8

Wer Aktien kauft, kauft einen Unternehmensanteil. Mit dem Geld werden neue Geschäftsideen oder der Ausbau des bestehenden Geschäfts finanziert. Das trägt im Idealfall auch dazu bei, dass Arbeitsplätze geschaffen werden oder zumindest erhalten bleiben. Angesichts des schwachen Euros und der damit verbundenen verbesserten Ausgangslage des Exportgeschäfts, kann man als Miteigentümer eines Exportunternehmen Geld verdienen.

Pro: Anlagenotstand
4 von 8

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen im Euroraum quasi abgeschafft. Davon profitieren zwar Kreditnehmer, andererseits wird die bei vielen Deutschen so beliebte Geldanlage auf Sparbuch, Tagesgeld- oder Festgeldkonten kaum noch belohnt. Dass die Menschen zunehmend selbst fürs Alter vorsorgen müssen, zwingt sie dazu mehr Risiko einzugehen. Für ein annehmbares Risiko bekommen sie auf dem Aktienmarkt akzeptable Renditen.

Kontra: Aufs falsche Pferd setzen
5 von 8

Die „Volksaktie“ Telekom startete im November 1996 bei 28,50 Deutsche Mark (14,57 Euro) und kletterte bis März 2000 auf umgerechnet knapp über 100 Euro. Aktuell ist die T-Aktie noch gut 17 Euro wert. Fachleute raten ohnehin dazu, Geld nicht nur in einen Titel zu stecken, sondern möglichst breit zu investieren und die Aktien mehrerer Unternehmen ins Depot zu nehmen, um Schwankungen ausgleichen zu können. Ein zu breite Streuung ist allerdings ebenfalls nicht erbaulich für das Depot, da sonst Gewinne durch Verluste anderer Titel vernichtet werden können.

Kontra: Zum falschen Zeitpunkt einsteigen
6 von 8

Gerade Kleinanleger lassen sich oft von einem Börsenhype mitreißen und steigen ein, wenn die Kurse schon vergleichsweise hoch sind – etwa, weil dann viel darüber berichtet wird. Profi-Investoren machen dann längst schon wieder Kasse und sorgen durch Verkäufe dafür, dass die Kurse wieder sinken. Daher sollten Kleinanleger sich über die Aktienmärkte nicht erst informieren, wenn viel auf ihnen los ist, sondern bereits vorher.

Kontra: Gebühren
7 von 8

Börsenbetreiber und Banken verdienen beim Kauf und Verkauf von Aktien und Fondsanteilen mit. Verbraucherschützer kritisieren, die Gebührenstruktur sei bisweilen unübersichtlich – zulasten der Kunden.

Die Vorgängergesellschaft der Senivita Social Estate hat bereits über die Sparkassen und Raiffeisenbanken 224 Wohnungen verkauft und kam damit auf einen Umsatz von 22,8 Millionen Euro und einen Gewinn von 9,4 Millionen Euro erwirtschaftet. Die Senivita-Gruppe, deren Kern eine gemeinnützige GmbH im Hauptbesitz von Gründer Wiesent ist, profitiert mit ihrem Joint Venture von der Reform der Pflegeversicherung zum Jahresbeginn, die eine stärkere Förderung neuer Alterspflege- und Wohnformen vorsieht.

  • rtr
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