Staatsanleihen Das Comeback von Griechenland

Kaum ebbt die Schuldenkrise ab, ist Griechenland wieder Thema: Zum Jahresende will Europas Problemfall wieder frisches Geld über die Kapitalmärkte aufnehmen. Doch glauben nicht alle Investoren an die rasche Rückkehr.
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Griechenland im Aufwind? Manche Marktteilnehmer scheinen davon überzeugt, dass sich der südeuropäischen Staat nachhaltig erholt. Quelle: dpa

Griechenland im Aufwind? Manche Marktteilnehmer scheinen davon überzeugt, dass sich der südeuropäischen Staat nachhaltig erholt.

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DüsseldorfEs ist die News der Stunde am europäischen Markt für Staatsanleihen: Denn zum Ende des neuen Jahres will sich Griechenland wieder an die Kapitalmärkte wenden, um frisches Geld aufzunehmen. Die griechische Regierung habe sich das hohe Ziel gesetzt, „so etwa um das Ende 2014 an die Märkte zu gehen“, sagte Wirtschaftsminister Konstantinos Chatzidakis am Freitag. Die Grundlage dafür sei, dass Griechenland 2013 einen primären Überschuss (ohne Zinsen) im Haushalt erreicht habe.

Schon im vergangenen Jahr hatten griechische Staatsanleihen Investoren einen so hohen Ertrag gebracht wie die Bonds keines anderen Landes in den 34 Märkte umfassenden Bloomberg World Bond Indizes. Bis einschließlich Montag dieser Woche lag der Ertrag der Papiere bei 47 Prozent. Die nächstbeste Entwicklung sahen Bonds aus Irland mit einem Plus von 12 Prozent. Irland hatte am 15. Dezember das Rettungsprogramm verlassen, das auf Grund der Staatsschuldenkrise aufgelegt worden war.

„Wir sehen griechische Anleihen konstruktiv”, erklärte Elga Bartsch, Chef-Volkswirtin für Europa bei Morgan Stanley, Anfang Dezember. Das Bruttoinlandsprodukt des Landes „sollte sich stabilisieren und dann beginnen, zu wachsen. Sie werden etwas Extra-Hilfe bekommen.”

Griechische Staatsanleihen gewinnen an Beliebtheit, nachdem die Anleihe-, Devisen- und Derivate-Märkte immer deutlicher erkennen ließen, dass die Schuldenkrise nun endlich abebbt. Investoren kehren zu den Papieren von Griechenland zurück, auch wenn die griechischen Finanzprobleme private Bondsanleger dazu zwangen, 2012 mehr als 100 Milliarden Euro abzuschreiben.

Die US-Investmentfirma Japonica erwartet, dass ihre Bestände griechischer Staatsanleihen in 2014 stark an Wert gewinnen werden. Das Unternehmen bezahlte teilweise nur 11,4 Prozent des Nominalwertes der Papiere. Es geht nun davon aus, dass der Wert bis nächstes Jahr auf über 85 Prozent anziehen wird. Eigenen Angaben zufolge ist die Firma einer der größten Investoren bei griechischen Bonds.

Manche Investoren bleiben skeptisch
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11 Kommentare zu "Staatsanleihen: Das Comeback von Griechenland"

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  • 1,7% zahlen die Griechen im Schnitt.2 % das war zu Anfang,2012 wurde der Betrag auf 1,7% gesenkt.Aber auch das war den Griechen noch nicht genug,man fordert mehr.

  • Unglaublich dieser Artikel. Grüße an die EU-Präsidentschaft? Schließlich liegen die rund 250 Mrd.€ an griechischen Staatsschulden unter den EFSF, ESM und EZB genannten Rettungsschirmen. Mit wessen Geld wird das finanziert? Der deutsche Steuerzahler wird sich noch wundern.

    Der deutsche Kleinanleger wurde schon getäuscht und betrogen. "Freiwilliger Schuldenschnitt", der nur instituionelle Anlage betreffen sollte. Deutschland war an erster Stelle dabei. Enteignet wurden zuletzt die unbeteiligten Kleinanleger. Die Griechen haben das vollzogen was verlangt wurde damit die Milliarden weiter fliessen. Das werden sie immer wieder tun. Fortgesetzter Betrug seit dem Eurobeitritt. Das Euroland verliert zunehmend die Rechtsstaatlichkeit. Solange die Beteiligten, dazu gehören alle Eurostaaten das nicht in Ordnung bringen, sind diese Eurostaatsanleihen tabu. Die Europolitiker wollen ohne Konsequenzen schon wieder zur Tagesordnung zurückkehren. Die Anleger sollten das nicht mitmachen. Korruption, Verschwendung und Schuldenschnitte sind keine Einladung für seriöse Anleger. Vielleicht für Zocker und Zockercasinos. Das Handelsblatt sollte sich noch nicht dazu zählen.

    Griechenland fehlt die Rechtsstaatlichkeit, die für das Euroland unverzichtbar ist. Raus aus dem Euro, raus aus dem Sumpf, wenn nicht Griechenland, dann wir. Wir stecken schon im Sumpf und werden sonst rettunglos weiter hineingezogen. Einfach mal nachlesen, das ist nicht das Europa, das den Menschen versprochen wurde. Das hat so keine Zukunft. Europa muss auf Rechtsstaatlichkeit, Seriosität und Solidität bauen, wenn es eine Zukunft haben will.

  • PAPPERLAPAPP – GRIECHENLAND IST PLEITE!
    Man möge in Lettland hier genau hinsehen: Ja, es ist korrekt, selbst Lettland wird letztendlich für Staatsanleihen Griechenlands bezahlen müssen.
    Außerdem ist das derzeitige Niedrigzinsniveau entkoppelt von jeglichem Risiko.
    Und das Kopplungsmanöver der griechischen Regierung an einen “irgendwie” zu rechtfertigenden Zins muß selbstverständlich scheitern, da jedem “Investor” (den es nicht gibt) der Totalverlust seiner Anleihe garantiert werden kann.
    Gewichtiger ist meiner Meinung nach der unabänderlich fortgesetzte wirtschaftliche Niedergang dieses Landes, solang es in dieser Währungsunion verbleibt.
    Und ein kurzes Gegenrechnen des Aufkaufs griechischer Anleihen für 11,4% des Nominalwertes ergibt aufgrund seiner wirtschaftlichen Daten einen Rückkaufswert von 3% seines Nominalwertes. Zinsen, Zinseszins, Verschuldungsgrad des Staates und eine Wirtschaft im Niedergang erzeugen unwiderruflich fatale Konsequenzen für jeden Beteiligten in Griechenland.
    Wenn hier kommentiert wird, dann aber auch mit dem Hinweis, dass ein Zins von 2% aus den ESM-Mitteln veranlaßt durch die EZB nichts anderes ist als illegaler Machtmißbrauch.
    So sollte der deutsche Bürger sich sehr wohl überlegen, wem er im Mai d.J. Anläßlich der Europawahlen seine Stimme gibt.

  • "Zum Jahresende will Europas Problemfall wieder frisches Geld über die Kapitalmärkte aufnehmen. Doch glauben nicht alle Investoren an die rasche Rückkehr."

    Wieso Investoren?

    Staaten verschulden sich zu 97% bei Banken und Versicherungen!!!
    (Die Versicherungs AGs gehören auch den Bankstern)

    Privatbanken haben das GELDMONOPOL und schaffen Schuldgeld (per Kredit) aus dem NICHTS und verschulden bzw. versklaven damit die ganze Menschheit!

    "So ist unser Geldsystem. Gäbe es keine Schulden, gäbe es kein Geld!" (Marriner Eccles, Präsident des privaten Federal Reserve Systems, am 30. September 1941)

    Jeder Euro/Dollar/Yen der im Umlauf ist, wurde den Staaten, Unternehmen und Menschen nur geliehen, und muss + Zinsen an die int. Bankster zurückgezahlt werden!

    Das Problem, an dem die gesamte Welt krankt, heißt verzinstes "Schuldgeldsystem" der int. Bankster!

    Warum erfahren wir in den gleichgeschalteten Massenmedien nichts über das Schuldgeldsystem der int. Bankster?

    Wer steht hinter den gleichgeschalteten Massenmedien?

    Jeder der das nicht versteht, sollte im Internet nach "Schuldgeldsystem" bzw. "Das Zwangsgeldsystem Mario Fleischmann" oder "Prof. Bernd Senf - Tiefere Ursachen der Krise" suchen.

  • Das ist Volksverdummung pur und das Handelsblatt hinterfragt diese Meldungen nicht einmal. Es ist doch klar das sich Griechenland aktuell positiv verkaufen muss, die nächste Rate von 4,9Mrd steht an und ist gefährdet und man hat den EU Vorsitz... Das Land hat fast 165% seines BIP als Schulden, kann das also ohnehin NIE zurückzahlen, bekommt aktuell die Kredite zu ca. 2% von der EU und müsste dafür am freien Markt ca. 6-8% zahlen... da sieht man doch schon den Unfug dieser Aussagen, wie sollte man die Mehrkosten für die Kredite tragen? Die Kredite würde der Staat an die letzten großen Banken durchreichen, dann sind die wieder Zahlungsunfähig da kein Geld reinkommt und dann spricht man wieder mit der EU und greift dieses Mal die Gelder von der neuen Bankenunion komplett ab... also das Geld was wir u.a. gerade einzahlen... clever so bedient man sich aller Sicherungstöpfe der EU OHNE etwas ändern zu müssen. Dieser Staat hat in der Form keine Überlebens-Chance das es kaum funktionierende Wirtschaftszweige gibt und die wirklich gut laufenden (Reedereien) sind Steuerbefreit!

  • Griechenlandanleihen sind gefragt?! Und von wem?
    Ich vermute mal, von wenigen "Too-big-to-fail"-Anlage-Einrichtungen, die dank der Merkelschen Rettungspolitik ohne Risiko die höheren Renditen abgreifen können.

    Gehe davon aus, dass das Aufbauschen dieser "guten" Nachrichten bis zur Europawahl weitergehen wird.

  • Das Kalkül der Griechen ist doch klar: das griechische Bankensystem kauft die neuen Staatsanleihen von Griechenland und saugt sich so voll damit, dass sie wieder ToBigToFail sind. Über die relativ hohen Zinsen bei gleichzeitiger impliziter Ausfallgarantie der EZB können sich die Banken und der Staat hübsch sanieren. Ohne Begrenzung der in Griechenland geschöpften Geldmenge auf eine angemessenes Verhältnis zu den dort produzierten Gütern beruht Griechenlands angeblich Rettung auf Eurobonds durch die Hintertür.

  • Diese ganzen Behauptungen sind letzlich nur heiße Luft.

    Ein Land ohne echte Reformen ist wie ein Haus ohne gutes Fundament : nicht viel wert, bzw unglaubwürdig.

    Die Probleme begleiten Griechenland seit seiner Staatsgründung, und bis heute sind sie nicht gelöst worden.

    Aber statt gezielt und geduldig die Problem anzugehen,
    wird verschleiert,werden "Generalstreiks" zelebriert, wird die Schuld auf andere Staaten geschoben.

    Die Griechen sehen nicht ein, daß sie an ihrem Schlamassel aleine schuld sind.

    Vielleicht könnte eine gemischte Truppe aus europ. Wirtschaftsfachleuten und wirtschaftl. erfolgreichen
    Auslandsgriechen den nötigen Reformschub bringen.

  • Ja, Griechenland wird einen Boom erleben und die ganze Eurozone aus dem Elend hieven. Jungendarbeitslosigkeit in Italien rund 24%, Jugendarbeitslosigkeit in Portugal über 20%, in Spanien über 40%, in Frankreich? Die Griechen werden bis zum EURO Austritt weiterhin massiv verarmen, weil die Wirtschaft einfach nicht konkurrenzfähig ist. Aber dadurch könnten sie zum Einfallstor der asiatischen Wirtschaft nach Europa werden. Vielleicht über eine Freihandelszone in Piräus.

    Erst durften die Griechen sich eine Samsung Handy, iPhone und Flachbildschirm auf Kredit kaufen. In wenigen Jahren dürfen ihre Kinder sie dann in griechischen Werken von Samsung selbst zu Billiglöhnen zusammenbasteln. So wird Weltwirtschaft erfahrbar gemacht. :-)

  • Das ist doch eine tolle Nachricht.
    Die "Märkte" werden es kaum abwarten können.
    Bei einem so ehrlichen und zuverlässigen Partner wie Griechenland, der seine Zusagen immer einhält und nichts verschleiert, mit soliden Planungen für die prosperierende Wirtschaft, da gibts doch superhohe Zinsen für deren Anleihen.
    Griechenland ist auf einem guten Weg. (TM-Mutti)

    Soll mit solchen Artikeln ein Gesundbeten stattfinden oder was ist der Grund?

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