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Staatsanleihen Draghi-Rede löst Kursfeuerwerk am Anleihemarkt aus – Frankreich-Bond erstmals negativ

Der EZB-Chef bereitet die Märkte auf eine ultralockere Geldpolitik vor. Die Anleihe-Renditen drückt das auf nie da gewesene Tiefs.
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EZB: Draghi-Rede löst Kursfeuerwerk am Anleihemarkt aus Quelle: dpa
Mario Draghi

Der Chef der Europäischen Zentralbank stellt eine ultralockere Geldpolitik in Aussicht.

(Foto: dpa)

Frankfurt EZB-Chef Mario Draghi hat am Dienstag seine Bereitschaft für eine extrem lockere Geldpolitik signalisiert. Daraufhin stiegen die Kurse für europäische Anleihen deutlich, das drückte im Gegenzug die Renditen auf neue Rekord-Tiefs. So sank die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe zwischenzeitlich auf minus 0,3 Prozent – ein historischer Tiefstwert.

Erstmals in der Geschichte des Landes ist auch die Rendite der zehnjährigen französischen Anleihe in den negativen Bereich gerutscht. Auch die Rendite zehnjähriger Titel aus Österreich wurde erstmals überhaupt in den negativen Bereich gedrückt. Die Papiere notierten am Dienstag bei minus 0,020 Prozent. Das bedeutet, dass Investoren dafür bezahlen, Frankreich und Österreich Geld leihen zu dürfen. Zu solchen Geschäften sind Anleger nur in Krisenzeiten bereit. Sie nehmen lieber einen kleinen Verlust mit Staatsanleihen in Kauf als große Verluste mit anderen Geldanlagen wie beispielsweise Aktien zu riskieren.

Die Anleger griffen zudem auch bei riskanteren Papieren wie italienischen oder griechischen Staatsanleihen zu. Mit rund 2,1 Prozent werfen zehnjährige italienische BTPs derzeit kaum mehr ab als amerikanische Staatsanleihen. Letztere zählen jedoch zu den sichersten Papieren auf dem Markt, während Italien wegen seiner populistischen Regierung und dem Haushaltsstreit mit der EU-Kommission als notorischer Wackelkandidat gilt.

EZB-Chef Draghi hob am Dienstag beim Treffen der Notenbanker im portugiesischen Sintra die schwelende Gefahr einer Rezession hervor. Er stellte „zusätzlichen Stimulus“ in Aussicht, sollte sich die Konjunktur nicht erholen. Dabei könne die EZB sowohl die Zinsen weiter senken, als auch die Anleihekaufprogramm wieder anfahren.

Derzeit liegt der Leitzins der EZB bei null Prozent, der Zinssatz für Bankeinlagen bei der EZB bei minus 0,4 Prozent. Draghi stellte sogar in Aussicht, im Notfall die Regeln für das Ankaufprogramm zu überarbeiten.

Bislang darf die EZB von einer Anleihe maximal 33 Prozent halten. Zwar hat die EZB ihr Kaufprogramm eingestellt, doch fällige Papiere werden weiterhin ersetzt. Daher ist die Notenbank in vielen Bereichen bereits nahe an der 33-Prozent-Schwelle. So befinden sich schätzungsweise 28 Prozent der ausstehenden Bundesanleihen im Besitz der Notenbank.

Doch Draghi signalisierte am Dienstag, dass das 33-Prozent-Limit auch nach oben verschoben werden könnte. Kommt es dazu, könnte die EZB ihre Position als einer der wichtigsten Spieler auf dem Anleihemarkt weiter festigen.

Mehr: Warum EZB-Chef Draghi bereit ist, die Geldpolitik wieder zu lockern.

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