Staatsanleihen Griechenland-Anleihen brachten größten Gewinn

Auf dem Markt für Staatsanleihen hat 2015 eine Nation geglänzt: Griechenland. Die Rettung des Lands vor der Pleite hat die Kurse griechischer Bonds getrieben. Wer die Nerven behielt, konnte eine solide Rendite einfahren.
Die Forderung nach einem Schuldenschnitt – im Juni 2015. Quelle: dpa
Graffiti in Athen

Die Forderung nach einem Schuldenschnitt – im Juni 2015.

(Foto: dpa)

New YorkGriechische Staatsanleihen haben in diesem Jahr bis Ende vergangener Woche einen Ertrag von 22 Prozent erzielt - der höchste Wert unter den Anleihen von Staaten, die in den umfassenden „Bloomberg World Bond“ Indizes abgebildet werden. Doch die Papiere schaffen es nicht, ihren schlechten Ruf abzuschütteln und bleiben daher eher etwas für spezialisierte Investoren.

Die Top-Erträge werden überdeckt von den Entwicklungen in einem Jahr, in dem Griechenland fast die Euro-Zone verlassen hätte. Und größere Fonds wollen oder können nicht damit beginnen, Bonds zu kaufen, die unterhalb von „Investment-Grade“ eingestuft sind und bei denen die Liquidität gering und die Kursschwankungen (Volatilität) recht hoch ausfallen.

„Die eingebaute Volatilität macht es für Vermögensverwalter nicht so attraktiv“, erklärt Jack Kelly, Investment-Direktor bei Standard Life Investments. Das Unternehmen verwaltet rund 250 Milliarden Pfund. „Aber natürlich ist Griechenland wegen möglicher Auswirkungen auf den Rest der europäischen Märkte wichtig. Daher muss man die Papiere immer im Auge behalten.“

So spotten Griechen über ihre Geldautomaten
Geldautomat statt Monstranz
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Die Situation im Land sei nur mit Humor zu ertragen, meint der griechische Journalist Vagelis Theodorou, der diese Fotomontage ins Netz stellte.

Spott im Netz
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"Herr, erbarme dich!" schreibt er zu einem Foto, dass ein überarbeitetes Bild einer Prozession zeigt. Statt einer Monstranz trägt eine Gruppe Männer im Anzug einen Geldautomaten spazieren.

Einer der Träger: der ehemalige griechische Ministerpräsident Antonis Samaras, Amtsvorgänger von Alexis Tsipras. Das Originalbild der Prozession scheint aus dem Jahr 2011 zu stammen.

Säcke voll Geld?
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Vielfach geteilt wurde in Griechenland am Wochenende dieses gestellte Foto.

Geldautomat in Athen am Sonntag, 28. Juni
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„Nur Abhebungen über 500 Euro. Wir haben keine 50, 20 und 10 Euro-Scheine. Gehen Sie für Wechselgeld zur deutschen Botschaft."

Pacman
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Ein beliebtes Spiel: Die Anzeige eines Geldautomaten mit einem anderen Motiv austauschen. Ein griechischer Experte für Gasgeräte teilte diese Bildmontage, die auf den Videospiel-Klassiker Pacman im Geldautomaten-Display zeigt.

Massenansturm
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Der griechische Comedian „Blink Mike“ wählte ein anderes Motiv. Er kombinierte Bilder von riesigen Rockkonzerten und einem Truppenaufmarsch aus dem Filmepos „Herr der Ringe“ und verglich sie mit dem Gedränge vor griechischen Geldautomaten.

Kein Geld hier. Nur Liebe!
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Das Foto eines Geldautomaten auf der Insel Mykonos, geschmückt mit einem ironischen Zettel: „Kein Geld hier. Nur Liebe!“

Die griechischen Anleihen waren regelrecht eingebrochen, als Syriza die Wahlen im Januar für sich entschied. Immerhin hatte es sich die Partei auf die Fahnen geschrieben, die Schulden des Landes neu zu verhandeln.

Im Juli fielen die Kurse erneut, was im Umkehrschluss bedeutet: Die die Renditen zehnjähriger Anleihen schnellten auf etwa 20 Prozent hoch. Regierungschef Alexis Tsipras brach seit fünf Monaten laufende Gespräche mit den europäischen Kreditgebern ab und setzte ein Referendum an, bei dem das Volk über die Bailout-Bedingungen abstimmen sollte. Er gewann das Votum, in dem sich das Volk gegen die auferlegten Sparmaßnahmen aussprach – doch schon kurz danach knickte Tsipras ein und gab dem neuen Rettungspaket doch seinen Segen.

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Geringer Umsatz mit Staatstiteln
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