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Staatsanleihen Neuer Negativrekord für die Bundesanleihe

Noch nie lag die Rendite bei der Auktion einer zehnjährigen deutschen Staatsanleihe niedriger. Auch Italien nutzt das Niedrigzinsumfeld.
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Gefragte Staatsanleihen. Quelle: dpa
Bundesadler im Plenarsaal

Gefragte Staatsanleihen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDeutschland hat sich so günstig wie noch nie langfristiges Geld am Kapitalmarkt besorgt. Bei der Auktion der zehnjährigen Bundesanleihe erzielte die Deutsche Finanzagentur am Mittwoch eine Rendite von minus 0,24 Prozent. Das ist der niedrigste Wert, den die Bundesrepublik jemals bei der Ausgabe der zehnjährigen Bundesanleihe am Primärmarkt zahlen musste.

Die Bundesanleihe wird über ein Auktionsverfahren an Banken versteigert, die Anleihen an ihre Kunden, etwa Fonds und Vermögensverwalter, weitergeben. Zwar zahlt Deutschland einen positiven Kuponzins von 0,25 Prozent auf die Papiere mit zehnjähriger Laufzeit. Doch die negative Rendite kommt dadurch zustande, dass Bieter für die Papiere aktuell bereit sind, mehr zu zahlen, als sie am Ende der Laufzeit zurückbekommen.

Die jüngste Auktion zeigt, dass die Nachfrage nach deutschen Staatsanleihen weiter ungebrochen ist. Sie gelten unter Investoren als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Zuletzt hatten sich die Konjunkturdaten in der Euro-Zone und insbesondere in Deutschland eingetrübt. Zudem hat die Europäische Zentralbank (EZB) jüngst eine Anhebung der Leitzinsen auf frühestens Mitte 2020 verschoben.

Beides treibt die Nachfrage nach langlaufenden Bundesanleihen. Zudem kauft die Bundesbank im Auftrag der EZB weiter in großem Umfang deutsche Staatsanleihen. Zwar hat die Notenbank ihr Ankaufprogramm für Staats- und Unternehmensanleihen zum Jahresbeginn 2019 beendet.

Doch fällige Papiere werden weiterhin ersetzt. Die Bundesbank dürfte daher 2019 Bundesanleihen mit einem Volumen von 50 Milliarden Euro kaufen – das entspricht einem Viertel des Anleihevolumens, das in diesem Jahr auf den Markt kommt.

Gleichzeitig ist das Angebot an Bundesanleihen begrenzt. Weil sich Deutschland mit der Schuldenbremse im Grundgesetz dazu verpflichtet hat, keine neuen Schulden aufzunehmen, gibt die Finanzagentur hauptsächlich neue Anleihen aus, um alte Papiere abzulösen. Die Rally bei Bundesanleihen dürfte daher weitergehen. Christoph Rieger, Chefanlagestratege für Anleihen bei der Commerzbank, prognostiziert, dass die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen bis zum Jahresende auf minus 0,40 Prozent sinken wird.

Nachfrage nach der jüngsten Anleihe war groß

Das Umfeld extrem niedriger Zinsen für Staatsanleihen hat am Mittwoch auch Italien genutzt, um sich langfristig zu verschulden. Das Land hat eine neue Anleihe mit einer Laufzeit von 20 Jahren auf den Markt gebracht. Die Nachfrage nach der jüngsten Anleihe war groß. Bislang gingen Kaufangebote über etwa 16 Milliarden Euro ein. „Im Moment übertönen Carry-Geschäfte und die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank die schlechten Nachrichten“, sagte DZ-Bank-Stratege Daniel Lenz.

Bei Carry-Geschäften nutzen Anleger die niedrigen kurzfristigen Zinsen, um Geld zu leihen und dieses Geld in langfristige Anleihen mit höheren Zinssätzen zu investieren. Das drückte zuletzt die Renditen von Italienbonds: Die Verzinsung der zehnjährigen Anleihe etwa sank in den vergangenen Tagen um 0,3 Prozentpunkte und erreichte zeitweise ein Jahrestief von 2,28 Prozent.

Allerdings sei unklar, ob diese Nachfrage nach den Italienbonds anhalte, sagte Lenz. Italien rückt wegen seiner hohen Schulden nach einer Entscheidung der EU-Mitgliedsländer einem Strafverfahren näher.

Mehr: Die Bundesanleihe befindet sich weiter im Sinkflug. Doch wie tief kann sie überhaupt fallen?

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