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Staatsanleihen US-Renditen klettern auf neues Siebenjahreshoch

Die US-Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen setzen ihren Höhenflug fort und steigen auf den höchsten Stand seit 2011. Analysten macht der Trend nervös.
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Ein Analyst an der New Yorker Wall Street Quelle: AP
USA

Ein Analyst an der New Yorker Wall Street

(Foto: AP)

New YorkEs geht weiter aufwärts: Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen stieg am Dienstag weiter an und kletterte zwischenzeitlich auf 3,26 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2011– nachdem sie bereits vergangene Woche stark angezogen hatte.

Starke Konjunkturdaten und Äußerungen von US-Notenbankchef Jerome Powell hatten die Kapitalmarktzinsen in den USA in der ersten Oktoberwoche enorm steigen lassen. Nach einem deutlichen Zuwachs am Mittwoch war der Zins für zehnjährige amerikanische Staatsanleihen am Donnerstag dann über die Marke von 3,2 Prozent gesprungen.

Analysten sehen im anhaltenden Trend ein Anzeichen, dass die Investoren noch höheres Wachstum, aber auch steigende Inflation erwarten. Vergangene Woche hatten amerikanische Konjunkturdaten erneut überzeugt. Die Beschäftigung in der Privatwirtschaft war im September deutlich angestiegen. Zudem hellte sich die Stimmung unter amerikanischen Dienstleistern auf.

Die US-Wirtschaft befindet sich seit längerem in einem stabilen Aufschwung mit moderaten Inflationsraten in der Nähe des Notenbankziels. Die Löhne und Gehälter der Arbeiter und Angestellten ziehen aber langsam an. Über eine höhere Güternachfrage könnte dies zu höheren Inflationsraten und Zinsen führen.

Powell hatte am Mittwoch gesagt, das Zinsniveau unterstütze zwar immer noch die Konjunktur, es bewege sich aber allmählich auf neutrales Niveau zu. „Wir könnten über Neutral gehen. Aber aktuell sind wir wahrscheinlich noch weit von diesem Punkt entfernt.“

Die Fed veranschlagt das neutrale Zinsniveau momentan bei etwa drei Prozent. Dieser Punkt kennzeichnet das Zinsniveau, auf dem die Wirtschaft weder gebremst noch angeschoben wird. Derzeit liegen die Leitzinsen der Fed in einer Spanne zwischen 2,0 und 2,25 Prozent. Viele Beobachter waren bisher davon ausgegangen, dass die Fed ihren Straffungskurs im Laufe des kommenden Jahres beenden wird, weil dann das neutrale Niveau erreicht sein dürfte. Dieses Szenario wird laut der Agentur Bloomberg News durch Powells Bemerkungen in Frage gestellt.

Die Entwicklung ist wegen der großen Relevanz der USA für die globale Konjunktur und das Finanzsystems von hoher Bedeutung. So erfasste der Zinsanstieg nach den Äußerungen Powells zügig Asien und Europa. In vielen Industrie- und Schwellenländern stiegen die Kapitalmarktzinsen ebenfalls kräftig an. Der amerikanische Dollar profitierte von der Entwicklung und wertete auf.

Und der US-Aktienmarkt verliert seit knapp einer Woche insgesamt an Boden. Der treibende Faktor sei eben dieser Anstieg der Renditen, kommentierte Analyst David Madden vom Broker CMC Markets UK. Er glaubt, dass der Aktienmarkt deshalb auch noch weiter und stärker unter Druck geraten könnte.

Spekulationen zu schneller ansteigenden Zinsen belasten die Anleger auch am Dienstag. „Steigende Zinsen sind ein doppelter Schlag für Aktien“, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Sie verteuerten Firmenkredite und machten Aktien im Vergleich zu den als sicherer geltenden Staatsanleihen weniger attraktiv.

Steigt die Rendite, müssen neben Staaten auch Unternehmen, Banken und private Investoren mehr für Kredite zahlen. Das kann das Wirtschaftswachstum bremsen und auch die Aktienmärkte in Turbulenzen stürzen. Aktuell ist das besonders brisant. Die Kurse an den Märkten für Anleihen, Aktien und Immobilien sind in den vergangenen Jahren massiv gestiegen und gelten als aufgebläht. Höhere Zinskosten könnten die Blasen überall platzen lassen. Weltweit haben Investoren vor einem solchen Zinsschock Angst.

Mit Material von dpa

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