Standard & Poor's Griechenland teilweise zahlungsunfähig

Der griechische Schuldenschnitt zeigt Wirkung. Die Ratingagentur Standard & Poor's hat ihre Ankündigung wahr gemacht und Griechenland herabgestuft. Das Land gilt jetzt als teilweise zahlungsunfähig.
Update: 28.02.2012 - 04:54 Uhr 55 Kommentare
Firmenschild der Ratingagentur Standard & Poor's. Quelle: dapd

Firmenschild der Ratingagentur Standard & Poor's.

(Foto: dapd)

DüsseldorfDie US-Ratingagentur Standard & Poor's hat ihre Ankündigung in die Tat umgesetzt und Griechenland mit Bekanntgabe des Schuldenschnittangebots auf teilweise zahlungsunfähig („selective default“ - SD) gestuft.

Die Bonitätswächter begründen dies damit, dass die griechische Regierung die Anleger notfalls per Gesetz zwingen könnten, den Schuldenschnitt bei griechischen Staatsanleihen mitzumachen. Gleichzeitig stuften sie alle in den Schuldenschnitt einbezogenen Wertpapiere auf „D“, also Zahlungsausfall.

Ein Zahlungsausfall ist deshalb problematisch, weil dies die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass Kreditausfallversicherungen fällig werden. Diese sogenannten Credit Default Swaps (CDS) waren einer der Gründe, warum die Finanzkrise des Jahres 2008 so dramatische Ausmaße angenommen hatte. Damals war es zu einer Kettenreaktion im Finanzsystem gekommen.

Private Anleger: Mitziehen oder zocken?

Die Situation kann sich nach Angaben von S&P jedoch dann wieder entspannen, wenn genügend Anleihebesitzer ihre Wertpapiere wie vorgeschlagen umtauschen. In diesem Fall sei es gut möglich, dass der „teilweise Zahlungsausfall“ als abgewendet angesehen werde und die Ratingnote wieder auf ein „CCC“ steige.

Die Regierung in Athen zeigte sich nicht überrascht. Der Schritt sei erwartet worden und werde dem Bankensektor keinen Schaden zufügen. Die Notenbank habe bereits entsprechende Rückstellungen gebildet, teilte das Finanzministerium mit.

S&P hatte die Herabstufung im Januar für den Fall einer Umschuldung angekündigt und folgte nun der Ratingagentur Fitch, die die Bonität Griechenlands in der vergangenen Woche auf „C“ und damit die niedrigste Note vor einem Zahlungsausfall (“D“) herabstufte.

Was das Rating für Griechenland bedeutet
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55 Kommentare zu "Standard & Poor's: Griechenland ist teilweise zahlungsunfähig"

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  • Da lebt ein Staat jahrelang über seine Verhältnisse und verlangt nun von den EU-Partnern Unterstützung. Aber selbst ist er zu keinen Einschnitten bereit. Kaum zu glauben diese Dreistigkeit. Die Staaten die sich gegen diese Abzocke wehren, werden von der griechischen Bevölkerung bei Demonstrationen angeprangert und beschimpft. Aber lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Deshalb kann nur ein Schuldenerlass eine langfristige Lösung bringen, verbunden mit dem endgültigen Austritt Griechenlands aus der EU-Handelszone.

  • Es geht nicht wirklich um Griechenland, sondern darum: wie führe ich still und heimlich und ohne die Öffentlichkeit gegen mich aufzubringen eine Transfer-Union ein, die explizit in den bestehenden Verträgen und Gesetzen ausge-schlossen ist? Wer Griechenland wirklich als "Einzelfall" helfen will, macht das nicht mit maßlosem Geld aus Rettungsschirmen, sondern baut dort erstmal Verwaltung + Justiz auf. Die Argumentation, wir brauchen die Transfer-Union, führen die Vereinigten Staaten von Amerika ad absurdum, dort haftet niemand für einen anderen(!). Oder wir brauchen die Transferunion gegen die böse Globalisie-rung - das ist doch völliger Schwachsinn: wieso sollen wir stärker werden, wenn wir uns mit einem ganzen Kranz Fuß-kranker umgeben? Transferunion: das wird ein steuerliches Blutbad z.L. von Wachstum geben müssen, während wir gleich-zeitig durch Schlaglöcher fahren, die Rentner aus dem letzten Loch pfeifen, Bibliotheken und kommunale Ein-richtungen mangels geld schließen müssen. Merke: Durch Dauertransfers ist noch nie jemand aus dem Schlamassel gekommen, das ist, wie wenn man ein Bein eingipst.

  • falsche Hoffnung. Der ESM ist lt Vertragstext irreversibel. Kein Land kann jemals aussteigen, ohne Europa komplett zu verlassen, das jemals (einmalig) den Einstieg beschlossen hat. Und jedes Land, das mitmacht, hat keine eigene Haushaltspolitik mehr, weil der ESM selbst entscheidet, wieviel Geld er braucht...

  • @Niko. Es geht doch gar nicht mehr darum, ob man seine Schulden bezahlen kann - und schon gar nicht alle auf einmal. Es geht nur noch darum, ob man seine ZINSEN bezahlen kann. Geht auch das nicht mehr, ist man pleite. Was die reine Höhe der Schulden anbetrifft, sind wir alle schlecht dran. Aber GR kann seine Zinsen nicht mehr bedienen und auch für die Zukunft sieht es damit schlecht aus. DAS unterscheidet es (u.a.) von den Ländern, die Sie aufgezählt haben. Aber - wie es aussieht - bleibt es ja nicht mehr lange so. Wir in D werden demnächst auch keine Zinsen mehr bezahlen können...

  • banaler Kommentar

    ohne Nutzen ohne Verstand

  • Sarkozy hat das doch schon mal durchgezogen mit seiner Steuer auf Eigenheime. Was war das Resultat, Rentnerinnen, die dann ihre Eigentumswohnungen in Paris etc. verloren, weil sie diese früher mal günstig erstanden hatten, aber nicht zu den kapitalkräftigen gehören. So etwas hat man in Frankreich nicht vergessen und Sarkozy gilt als unmoralisch bei grossen Teilen der Bevölkerung genau deswegen.

  • Politiker, das dümmste Pack ohne Nutzen und Verstand.

  • "die schuldenkrise hat ursächlich mit der subprime-krise zu tun"

    Sicherlich hat die Schuldenkrise in Europa mit der Subprime-Krise zu tun, "ursächlich" aber sicher nicht. Staaten wie Italien oder Griechenland standen auch zuvor schlecht da. Der Fokus der Ratingagenturen richtete sich lediglich erst danach auf diese Länder und ihre Probleme. Die Subprime-Krise war vielleicht Anlass für Griechenlands steigende Zinsen und nun kaum abwendbare Pleite, die Ursache aber ist sie nicht.

  • Das ist unwichtig.

    Der welcher die Papiere präsentiert und Rückzahlung verlangt ist der Macker.
    Das kann ein Gorilla sein oder ein Schaf.

    Die Kernfrage ist kannst du zurückzahlen.
    wenn nicht:
    kannst du Umschulden.

    Das System ist auf Umschuldung bis jetzt aufgebaut.

  • Richtig,

    hier muss man mal eine Lanze für die Politker brechen.

    Die Bankenb haben durch ihre Beratung die Politik mißbracht.
    Dt.Bank Bank of Amerika-Citigroup-Goldman-JPM.-BNP-
    Soc-Gen-UBS-Cr. Suisse.
    Alle h
    aben für sich beraten.

    Eine gewisse Naivität und in gewissen Ländern auch
    Kriminalität der Politiker ist nicht von der Hand zu weisen.

    Aber jetzt den Deutschen-französischen-spanischen
    (den Bunge Typen laß ich bewußt weg) Politikern in die

    Schuhe zu schieben, sie wollten das Volk enteignen,
    ist starker Tobak und sinnleer.

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