Überschuldung Standard & Poor’s droht den USA mit Herabstufung

Während die Schuldenkrise in Europa seit Monaten für Schlagzeilen sorgt, ist es um die USA mit ihren immensen Staatsschulden bisher ruhig geblieben. Doch jetzt legt die Ratingagentur S&P den Finger in die Wunde.
Update: 18.04.2011 - 16:07 Uhr 7 Kommentare
Schuldenuhr der USA: Ohne Erweiterung des Schuldenspielraums droht der Staatsbankrott. Quelle: Reuters

Schuldenuhr der USA: Ohne Erweiterung des Schuldenspielraums droht der Staatsbankrott.

(Foto: Reuters)

New YorkLange Zeit galt es als undenkbar. Doch bald könnte die USA angesichts der Rekordverschuldung ihr AAA-Rating verlieren. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) kündigte an, die langfristige Kreditwürdigkeit der größten Volkswirtschaft der Welt zu überprüfen und senkte den Ausblick von stabil auf negativ. "Mehr als zwei Jahre nach Beginn der aktuellen Krise haben sich die US-Politiker noch immer nicht geeinigt, wie sie den finanzpolitischen Abwärtstrend umkehren oder den langfristigen Finanzdruck angehen", begründete S&P-Analyst Nikola G. Swann.

Laut S&P ist unklar, wie die USA das Haushaltsdefizit und den steigenden Schuldenstand angehen wollen. Es bestehe die Gefahr, dass sich Demokraten und Republikaner nicht auf eine mittelfristige Finanzplanung einigen könnten. Wenn bis 2013 nicht ernsthaft mit der Konsolidierung begonnen werde, „würde das fiskalpolitische Profil der USA unserer Meinung nach bedeutend schwächer als von anderen Ländern mit einer Note von ,AAA’ werden“, heißt es in einer offiziellen Einschätzung. Die USA hätten ein hohes Einkommen, eine diversifizierte und flexible Wirtschaft die Wachstum gefördert habe, während die Inflation niedrig gehalten wurde, teilte S&P mit. Innerhalb der kommenden zwei Jahre könnten diese Vorteile jedoch von den wachsenden Staatsschulden aufgewogen werden. Das Defizit sei 2009 auf elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts gewachsen. Das sei viel höher als die zwei bis fünf Prozent in den sechs vorangegangenen Jahren, so S&P.

An den Märkten sorgte die Entscheidung von S&P für viel Wirbel. Der US-Leitindex Dow Jones sank in den ersten Handelsminuten um 1,3 Prozent, der Dax baute seine Verluste daraufhin aus und verlor zwei Prozent an Wert. Der Eurokurs zog im Vergleich zum Dollar merklich an, während der Goldpreis auf den Rekordwert von 1490,30 Dollar kletterte.

Die USA sind mit mehr als 14 Billionen Dollar verschuldet und stehen kurz davor, die gesetzlich verankerte Schuldenobergrenze von 14,3 Billionen Dollar zu überschreiten. Ohne die Genehmigung des Kongresses in Washington, die Schuldengrenze anzuheben, droht den USA auf kurz oder lang die Staatspleite. Denn allein innerhalb des nächsten Jahres werden die Schulden den Plänen entsprechend um weitere zwei Billionen Dollar steigen.

Die US-Regierung reagierte mit scharfer Kritik auf die angedrohte Herabstufung der Kreditwürdigkeit: "Der negative Ausblick unterschätzt die Fähigkeit der Führer Amerikas, gemeinsam die schwierigen finanzpolitischen Herausforderungen anzugehen, vor denen die Nation steht", sagte Finanzstaatssekretärin Mary Miller am Montag in einer Stellungnahme. Die beiden großen politischen Lager stimmten darin überein, das Staatsdefizit zu senken.

Die USA waren trotz der ausufernden Staatsschulden bisher von den Ratingagenturen kaum kritisiert worden - ganz im Gegensatz zu den europäischen Schuldenstaaten, deren Ratings seit Monaten auf Talfahrt sind. "S&P nähert sich damit der Realität an, obwohl dieser Schritt recht spät erfolgt. Ich halte die Senkung des Ausblicks für begrüßenswert, weil sie den Druck auf die US-Regierung erhöht. Denn bislang fehlt ein Plan zur Schuldenreduzierung", sagte Folker Hellmeyer, Chef-Analyst der Bremer Landesbank. "Ich bin erstaunt, dass es bislang noch zu keinen weiteren Maßnahmen durch die großen Ratingagenturen gekommen ist. Schließlich wurde das im Verhältnis zu seiner Wirtschaftskraft weniger stark verschuldete Spanien bereits heruntergestuft."

Zuletzt hatte allerdings bereits der Internationale Währungsfonds IWF Alarm geschlagen. Der IWF geht davon aus, dass die Schuldenquote in den USA in den kommenden Jahren weiter drastisch steigen und bis zum Jahr 2016 von derzeit 90 auf über 110 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen wird.

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7 Kommentare zu "Überschuldung: Standard & Poor’s droht den USA mit Herabstufung"

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  • S&P ist hochradig korrupt und machen was sie ( für die "Eliten" ) machen sollen.
    Wenn sie USA negativ bewerten, dann deswegen, weil der Zeitpunkt näher kommt um den GEPLANTEN Crash durchzuziehen.....

  • Welcher trockener Hafen, stürzt die USA dann stürzt die Weltwirtschaft, außerdem stürzt kein Land wegen einer Bonitätsbewertung Japan ist mit über 200% seines BIPs verschuldet hat seine AAA Bonität längst verloren pleite ist es immer noch nicht, einfach weil es zu groß ist um es stürzten zu lassen. Die USA haben dagegen sogar noch den Vorteil, dass all ihre Schulden auf Dollar lauten und sie sich die Schulden theoretisch sogar wegdrucken können. Auch Geld ist reichlich zum Schöpfen vorhanden, die Steuern sind viel zu niedrig und allein in Gesundheitswesen findet man 2X mehr Geld als man grad an Schulden aufnimmt.


    Interessant ist aber was anderes und zwar kann die Drohung Politisch äußerst günstig, den ein Schulden Kompromiss muss her und zwar in wenigen Wochen und dies wird den Druck auf die Progressiven also Obama und den Demokratischen Senat massiv erhöhen und die Republikaner wiederum enorm starke Munition in der Schuldenschlacht liefern. Sprich dies kann man genauso gut als Schützenhilfe für die GOPs gegen Schulden Obama und den Demokratischen Senat sehen, zumal die Wirtschaft den Republikanern viel eher zugetan ist, als Obama den man als Bedrohung empfindet.

  • Was ein Gekreische und Dummgelaber,
    ist ja gut, ich kaufe keine Dollars mehr, ich bin nämlich schon seit 1,44 mit allem drin was möglich war.

    Wie schon häufig geschrieben, wenn man schon in Cash geht, sollte man wenigstens das echte Falschgeld bevorzugen.

  • Es gibt einen klitzekleinen Unterschied zwischen den USA und vielen europäischen Staaten. So hat Deutschland bspw. eine Steuer- und Sozialabgabenquote von 37 %, die USA liegen bei ca. 25 %. Die USA haben also noch einiges an Spielraum zum Anziehen der Steuerschraube im Vergleich. Netrachtet man Frankreich und die USA wird der Unterschied noch deutlicher. Natürlich lassen sich die Zahlen nicht wirklich 1:1 vergleichen, machen aber eine Tendenz deutlich.

    In Europa ist vielfach das Ende der Fahnenstange erreicht bei den Belastungen der Steuer- und Beitragszahlern, in den USA fehlt es bisher noch am politischen Willen diese Belastung zu erhöhen.......sie könnten aber.

  • Auch Hamburg müßte heruntergestuft werden, die Elbphilharmonie kostet nämlich demnächst schon 500 Mio's,
    wieder 130 Mio's mehr,
    Schuld sind die Banken, die haben ja schließlich dem Ole Van Beust die Kredite aufgeschwätzt.
    Jetzt hat der sich schnell verdrückt, weil, alles hat ja seine Zeit, das Schuldenmachen und jetzt erstmal das Leben mit dem 19 jährigen Lover.
    Gute Nacht ihr Konservativen, ich bin denn als Wähler mal weg.
    Halt stopp, bloß wohin ?


    Die Ursache für die Misere sind unsere Volksvertreter.

  • Jaaaaaaaaaaaaaaa, endlich!!!!!!!!!!!!!! Absturz mit Ansage, wer schlau war, hat seien Mäuse rechtzeitg ins Trockene gebracht nach dem Motto: Vorbeugen ist besser, als hinten runterfallen! Fast alle haben es gewußt, nur viele haben es nicht glauben wollen! Schönen Sommer und schöne Ferien, wenn Ihr sie euch noch leisten könnt, vieleicht zum letzten Mal! Goodbye US-Dollar!

  • Eine wirklich unabhängige Rating-Agentur hätte die US-Treasuries schon längst als Junk geratet.
    Es muss extrem schlecht um die Zukunft der USA und dem kranken US-Dollar bestellt sein, wenn S&P nur laut solche Gedanken anstellt.
    Da ist er wieder: Der Hässlichkeitswettbewerb zwischen US$ und €. "Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist der Hässlichste im ganzen Erdenland?"

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