US-Staatsanleihen „Der wahrscheinlich sicherste Hafen der Welt“

Die USA sind hochverschuldet, die Wirtschaft wächst kaum noch. Und doch kaufen Investoren in aller Welt amerikanische Anleihen. Kann das gut gehen? Ja, sagen die Amerikaner. Die anderen seien bloß neidisch.
Update: 10.08.2012 - 09:58 Uhr 56 Kommentare
US-Dollar und Treasuries haben trotz Bonitätsrückstufung vor gut einem Jahr nicht an Wert verloren. Quelle: AFP

US-Dollar und Treasuries haben trotz Bonitätsrückstufung vor gut einem Jahr nicht an Wert verloren.

(Foto: AFP)

Investoren aus aller Welt können gar nicht genug von amerikanischen Wertpapieren bekommen - völlig ungeachtet der Tatsache, dass die Ratingagentur Standard & Poor's Corp. (S&P) die Bonitätsnote des Landes vor gut einem Jahr reduziert hat.

Die aktuelle Rally bei US-Anlagen ist breit angelegt: Der Dollar hat andere Weltwährungen in den vergangenen zwölf Monaten hinter sich gelassen und ist gegenüber einem Korb aus sechs Devisen um zehn Prozent geklettert. Der Leitindex Dow Jones Industrial Average kletterte in dem Zeitraum um 15 Prozent und weist damit - gemessen in Dollar - die beste Entwicklung unter den Aktienmärkten auf. Auch den US-Staatsanleihen ist es gut ergangen, seit S&P am späten 5. August 2011 den USA das Top- Rating „AAA“ entzog. Treasuries gewannen seither etwa 6,4 Prozent, während es für die Bonds der G7-Industrienationen 5,9 Prozent aufwärts ging.

„Aus vielen Teilen der Welt kommen negative Nachrichten herein“, erklärt Kenneth Rogoff, Professor an der Universität Harvard und früherer Chef-Volkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF). „Der Rest der Welt sieht auf die Vereinigten Staaten und sagt: 'Ich wünschte, wir wären die Vereinigten Staaten'.“

Als weltgrößte Volkswirtschaft mit den umfangreichsten Finanzmärkten werden die USA von Investoren als sicherer Hafen angesehen, nachdem Europa die Staatsschuldenkrise nicht in den Griff bekommt und das Wachstum Chinas nachlässt. Die niedrigen Renditen von US-Bonds deuten darauf hin, dass die meisten Vermögensverwalter nicht an der Zahlungsfähigkeit des Landes zweifeln - ungeachtet der S&P-Herabstufung. Die Rendite zehnjähriger Treasuries fiel am 25. Juli auf das Rekordtief von 1,379 Prozent zurück.

„Die Herabstufung ist etwas ironisch“
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56 Kommentare zu "US-Staatsanleihen: „Der wahrscheinlich sicherste Hafen der Welt“"

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  • @Rechner:
    "dachte allerdings, CERN wäre in Genf."

    Ooops, wie peinlich. Natürlich ist das CERN in der französischen Schweiz.

  • 'whoknows' sagt
    ------------------------
    @Rechner
    "Das Internet ist nicht in den USA erfunden worden.
    Und der freie Informationszugang schon gar nicht."

    Doch doch, das Internet wurde als Regierungsprogramm der (D)ARPA als Arpanet entwickelt.

    Dann hat es sich als erstes bei den US-Unis durchgesetzt und dort wurden die Grundlagen für TCP/IP und vielen anderen Protokollen geschaffen und in RfCs dokumentiert. Gerede dadurch wurde die freie Basis des Internets geschaffen, kommerzielle Netze wie Compuserv, BTX oder MSN waren dagegen immer geschlossen.

    Sie meinen vermutlich das WWW, was lediglich eine Anwendung (HTTP) des Internet Protokolls ist. WWW wurde am Cern in Zürich entwickelt.
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    Stimmt - so hatte ich das gemeint. (dachte allerdings, CERN wäre in Genf.)

    Wobei natürlich das Internet zu 99% als Weltnetz genutzt wird.

    TCP/IP, Addressverwaltung, ... sind das "Transportsystem" des Weltnetzes.

    Umgangsprachlich wird allerdings das Wort Internet überwiegend synonym mit Weltnetz verwendet.

    Wer weiß schon, daß und wie man über IP eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung, oder nicht-html/webaddress-basierte Netze aufbauen kann.

  • @Rechner
    "Das Internet ist nicht in den USA erfunden worden.
    Und der freie Informationszugang schon gar nicht."

    Doch doch, das Internet wurde als Regierungsprogramm der (D)ARPA als Arpanet entwickelt.

    Dann hat es sich als erstes bei den US-Unis durchgesetzt und dort wurden die Grundlagen für TCP/IP und vielen anderen Protokollen geschaffen und in RfCs dokumentiert. Gerede dadurch wurde die freie Basis des Internets geschaffen, kommerzielle Netze wie Compuserv, BTX oder MSN waren dagegen immer geschlossen.

    Sie meinen vermutlich das WWW, was lediglich eine Anwendung (HTTP) des Internet Protokolls ist. WWW wurde am Cern in Zürich entwickelt.

  • Man muss hier auch einen anderen Aspekt betrachten, denn im Grund ist die Sache klar:

    Ja, USA hat extreme Probleme. Privatverschuldung, Bildungsmissere, Staatsverschuldung, Deindustrialisierung, Immokrise, Bankenkrise......UND die USA sind ein gewisser Ancker für die weltweite Sicherheit (naher Osten), zumindest sehen das viele westliche aber auch viele viele andere Länder so.

    Um diese Funtion weiter ausüben zu können, muss der Dollar als Leitwährung überstehen. Was EXTREM auffällig ist: Nach großen Ankündigungen wurden KEINE Ratingagenturen in Europa geschafen. Und warum??? Man müsste doch jetzt eigen Agenturen schaffen, die einen Kontrapunkt zu den manipulativen US-Ratingagenturen bilden.

    Das will aber kein Europäer. Denn das würde den Dollar MASSIV unter Druck setzen. Dass die US-Ratingagenturen den Euro angreiffen, ist eine Sache, die von europ. Politikern deshalb geduldet wird.

    Fazit: Im Grunde retten die Europäer, allen voran die Nordländer, d.h. auch DE, den DOLLAR!!! Europa könnte sofort den Euro quasi retten, die Italiener sein REICH, REICHER, AM REICHSTEN, etc.

    Die Strategie beteht darin, den Euro zu retten und gleichzeitig den Dollar zu stützen, so dass der Euoro sicher ist aber hinter dem Dollar rangiert!!!!

    Wer sich mal den US-Militärhaushalt ansieht (Stichpunkt Auslandseinsätze), der weiss warum STARKE Dollars dringend gebraucht werden.

    Ein schwacher Dollar hätte graviernde machtpolitische Konsequenzen für den Westen. Sagen tut das keiner.

  • Der EINZIGE Hafen !

  • 1000 mal ist den Amerikaner der Untergang vorausgeagt worden, aber Ihr sitzt immer noch am Apple oder Intel PC /Microsoft PC und und glotzt zwischendurch aufs I-phone.
    Jajaa, 1000 mal berührt und 1000 mal nix passiert. Ihre Logok ist die richtige, die ein drei jähräger hat:
    Er steckt ebenfalls 1000 mal einen Draht in die Steckdose..
    Na sie sind mir ja ein durchschnittsdreijähriger, sie..

  • 'kit_fisto' sagt
    -------------------
    Internet und freier Informationszugang sei Dank! (Übrigens eine Erfindung/Entwicklung aus den USA, soll ja auch mal gegenüber notorischen USA-Hassern ins Gesicht gesagt werden...)
    -------------------

    Das Internet ist nicht in den USA erfunden worden.

    Und der freie Informationszugang schon gar nicht.

  • @Europa - Völliges Jibberish das Sie posten:

    "Und zum Thema Verluste: Stimmt, sie könnten kommen, aber was hilfts wenn jegliche Sparanstrengungen durch steigende Zinsen zerstört werden. (...) Ich bleib dabei, es hilft zur Zeit nur ein massiver Anleihekauf der EZB. (...) ...von den Amis für dumm verkauft werden und wir das Spiel mitspielen und sogar die verbreitete Meinung via Wirtschaftspresse suggeriert, dass Amiland besser dastehen würde als Europa."

    Erstens ist der Zinsdruck die Gewähr für ernsthafte Spar- und Reformbemühuingen. Zweitens konterkarieren Sie Ihr eigenes Statement, denn unkonditionale, unbegrenzte Staatstitel-Aufkäufe der EZB sind genau DAS was die USA/FED praktizieren um ihre Hilflosigkeit zu verschleiern und das Unvermeidbare hinauszuzögern, jenseits des Atlantiks empfiehlt man uns seit Jahren die Öffnung der Geldschleusen um damit den Euro zu zerstören und Zeit für die Wallstreet zu gewährleisten, noch möglichst viel Gewinne zu generieren und Verluste abwälzen zu können.

    Und zu Ihrem Eingangsstatement "die Verluste könnten kommen" - ROFL! Sie WERDEN kommen, die Frage ist bloß, wie hoch, WER Sie tragen wird, ist hingegen LÄNGST klar: Der einfache Mann - Sparer, Kleinuntermehmer, Arbeiter, Rentner.

  • @Messias
    Nehme ihre Belehrung gerne an, halte sie aber für irrelevant. Denn wer das Geld druckt, ist völlig egal. Das steht hier nicht zur Diskussion. Vielmehr ist wichtig, dass Geld gedruckt werden könnte, falls es gewünscht und nötig ist. Und es ist nötig. Und zum Thema Verluste: Stimmt, sie könnten kommen, aber was hilfts wenn jegliche Sparanstrengungen durch steigende Zinsen zerstört werden. Ich bleib dabei, es hilft zur Zeit nur ein massiver Anleihekauf der EZB. Und wie Geld auf die Welt kommt, ich glaube das wissen sie selbst...Mich regt einfach nur auf, dass wir Europäer (mir ist übrigend egal ob die Währung Euro, D-Mark oder sonst wie heißt), von den Amis für dumm verkauft werden und wir das Spiel mitspielen und sogar die verbreitete Meinung via Wirtschaftspresse suggeriert, dass Amiland besser dastehen würde als Europa. Wer im 21. Jahrhundert immer noch über die Einführung einer allgemeinen Krakenversicherung streitet, kann wohl kaum als Vorbild dienen. Bin einfach nur sauer und wütend, über das was gerade passiert, sorry es ist so.

  • @Beo, @so_what, @Gandhi, @maria, @keeper - Sehr gut! Ich habe noch nie so viele vorzügliche, zutreffende Kommentare auf einer Seite zu einem Artikel des HB gelesen!

    @easyway - SO recht haben Sie! "Neid" ist ein gesunder Affekt (und eben nur ein Affekt wie Angst, Liebe, Hass auch...) und völlig wertfrei solange er nicht mit Missgunst einhergeht. Heutzutage kann man Menschen schon die Menschlichkeit absprechen, indem man ihre Gefühle (Affektionen) politisiert und damit für seine Zwecke missbraucht. Eine emanzipatorische Konter-Revolution zur Unterdrückung des Freien Geistes - Lange aber werden die Links:Rechts-Ideologen mit ihrem Spiel, die Menschen zu vernebeln und gegeneinander auszuspielen, nicht mehr durchkommen - Internet und freier Informationszugang sei Dank! (Übrigens eine Erfindung/Entwicklung aus den USA, soll ja auch mal gegenüber notorischen USA-Hassern ins Gesicht gesagt werden...)

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