Verkauf von US-Anleihen Setzt China die „Finanz-Waffe“ ein?

Die Chinesen sitzen auf einem riesigen Berg an US-Staatsanleihen. Was passiert, wenn sie alle auf einen Schlag auf den Markt werfen? Könnten sie damit die Supermacht ins Wanken bringen? Das Pentagon ist alarmiert.
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Der Dollar ist nach wie vor die Leitwährung der Welt. Der chinesische Yuan wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen. Quelle: dpa

Der Dollar ist nach wie vor die Leitwährung der Welt. Der chinesische Yuan wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen.

(Foto: dpa)

New YorkChina besitzt US-Staatsanleihen im Volumen von mehr als einer Billion Dollar. Damit besitzt das Land mit Abstand die meisten Treasuries weltweit, mal abgesehen von der US-Notenbank. Was planen die Chinesen damit? Und was passiert, wenn sie sich entschließen sollten, auf einen Schlag alle Papiere auf den Markt zu werfen? Könnten sie damit die Supermacht USA ins Wanken bringen?

Ganz abwegig sind diese Fragen nicht - immerhin hat sich das US-Verteidigungsministerium erstmals damit beschäftigt. Dies geht aus einem Bericht vom 20. Juli hervor, der Bloomberg News vorliegt. Ein „plötzlicher und bedeutender“ Verkauf stelle keine Bedrohung der nationalen Sicherheit der USA dar, so das Ergebnis.

„China hat wenig attraktive Anlagemöglichkeiten außerhalb der US-Treasuries für die Masse seiner umfangreichen Devisenreserven“, heißt es in dem Bericht des Pentagon.

Das Verteidigungsministerium untersuchte die Gründe für die chinesischen Investments und ob „die aggressive Option eines umfangreichen Verkaufs“ China Einfluss in einer politischen oder militärischen Krise verschaffen würde.

Die Republikaner hatten die Bestände der Chinesen an US-Staatschulden im aktuellen Wahlkampf als Zeichen der Verletzlichkeit der USA bezeichnet. „Leiht sich das Amerika, das wir wollen eine Billion Dollar von den Chinesen? Nein“, sagte Mitt Romney, als er am 3. August auf dem Konvent der Republikaner in Tampa in Florida die Nominierung zum US- Präsidentschaftskandidaten annahm.

Daten des US-Finanzministeriums von Mitte August zeigen, dass China zuletzt Treasuries im Volumen von 1,164 Billionen Dollar besaß. China hat seine Bestände dieses Jahr erhöht, als die Wirtschaft der USA stagnierte und sich in Europa die Staatsschuldenkrise verschärfte.

China würde sich selbst mehr schaden
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28 Kommentare zu "Verkauf von US-Anleihen: Setzt China die „Finanz-Waffe“ ein?"

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  • Ich empfehle das Buch "Geld Gold und Gottspieler" von Roland Baader. Da steht alles drin.

  • Ich hatte von der "eurasischen Idee" bisher garnichts gelesen. Aber ich werde mich informieren.

    Die Orientierung auf Asien habe ich jedoch in früheren Beiträgen als erstrebenswert dargestellt. War wohl Intuition. Ok, ist ja auch logisch wenn man des selbständigen denkens fähig ist.

  • @hasstnicht: Genau so wird es kommen! Die Eurasische Platte lässt grüssen. Diese Zukunftsversion ist seit über 100 Jahren der Albtraum der Angelsachsen (Balance of Power - Die eurasische Idee)!

  • Die Chinesen werden den Teufel tun und die Anleihen für Schwachsinn verramschen. Das wird Stück für Stück investiert. Den Chinesen ist klar das der Dollar Schrott ist. Aber man kann damit weltweit einkaufen, was sie ja auch tun. Der Rest der vlt. auf null geht oder stark entwertet wird ist egal. Vor allem Rohstoffe sind wichtig.

    China benutzt den Dollar als Waffe aber nicht um die USA in die Knie zu zwingen, sondern um sich selbst schluß und letztendlich zu einem Riesen aufzurichten.

  • +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

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  • ganz meine Meinung und auch logisch!

  • @lichtenberg: Bleiben Sie doch sachlich und werden nicht persönlich, wenn Ihnen meine Argumente und Schlußfolgerungen nicht gefallen. Soll ich vielleicht mit meinen beschränkten Möglichkeiten gerichtsfeste Beweise Ihnen zu Gefallen vorlegen? Es reicht doch allemal, den eigenen logischen Verstand zu benutzen. Dass die Kommentatoren hier (und ich auch) die meisten Dinge nicht verändern können, liegt doch an der geballten Dummheit (Uninformiertheit) der meisten Bürger, was von der Politik bis zum Erbrechen ausgenutzt wird. Gegen Dummheit kämpfen selbst Götter vergebens. Übrigens gibt es noch einige andere Kommentatoren, die ähnliche Gedanken wie ich haben und auch hier schreiben.

  • Eine gewisse Hochrossigkeit ist Ihnen nicht abzuerkennen.

    Ich hoffe man kauft noch lange Deutsche Produkte.

    Aber da gibts noch solche Dinge:

    die Hermesversicherung, ohne die der Export ins stottern kommen würde.

    Die Politik, Frau Merkel reist nicht mit
    100 Politikern, sonder 100 Industriellen nach China,
    warum wohl.

    Ich denke mal ihr Nick-geostratege- entspricht einem Wunsch,
    den sie aus meiner Sicht nicht erfüllen können.

    Und ihre Konjuktivfassungen über 50% FED sowie
    Wolframüberzug sollten sie sie zu beweisen zu suchen und nicht
    zu kolpoltieren, das wäre nett

  • Die Chinesen sind viel zu schlau, um eine solch dumpfe Angriffspolitik zu begehen.
    Stattdessen sind sie schon seit Jahren dabei, sich von ihren US$-Beständen peu a peu zu verabschieden: Über Strohmänner wird massivst Gold gekauft (allein in den letzten 12 Monaten über 120 Tonnen), dazu kauft man halb Afrika ein und geht Investments ein, bei denen man Dollars leiht, aber in Rohstoffen zurückbezahlt bekommt.
    Eines Tages gehört den Chinesen damit die halbe Welt -und ob Uncle Sam dann noch fröhlich grüne Papierscheine druckt oder nicht, interessiert dann niemanden mehr.

  • @yoski:
    Da schreiben Sie aber einen kompletten Unsinn! Die deutschen Exporteure verkaufen ihre Produkte wegen der Qualität-PreisLeistungsverhältnis-Image(+Nachfrageüberhang) in alle Welt, und nicht weil diese per Kredit verschenkt werden. Im übrigen wird es bei 6 Milliarden Weltbevölkerung immer genug Nachfrager für die Produkte eines 80 Millionen-Volkes geben!

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