Vermögensverwalter Pimco wirft deutsche Anleihen raus

Bei Pimco, der US-Tochter der Allianz, fürchtet man, dass Deutschland die Euro-Krise nicht unbeschadet überstehen wird. Außerdem sei die Rendite der Bundes-Bonds nicht mehr attraktiv, ließen die Amerikaner verlauten.
Update: 13.06.2012 - 18:25 Uhr 6 Kommentare
Experten fürchten, dass auch Bundesanleihen unter der Eurokrise leiden werden. Quelle: dpa

Experten fürchten, dass auch Bundesanleihen unter der Eurokrise leiden werden.

(Foto: dpa)

FrankfurtDer Vermögensverwalter Pimco hat wegen der niedrigen Renditen und der Schuldenkrise weniger Bundesanleihen in seinen Depots. "Deutschland verliert durch die zunehmenden Risiken an Qualität", erklärte Andrew Bosomworth, Fondsmanager und Deutschland-Chef der Allianz -Tochter, am Mittwoch. Schließlich drohten dem Bundeshaushalt durch die milliardenschwere Rettungsschirme und anderweitige Verluste enorme Belastungen. Pimco investiere lieber in hochklassige Unternehmensanleihen oder Anleihen außerhalb der Eurozone und habe Europa bei seinen Anlagen insgesamt untergewichtet, sagte ein Pimco-Sprecher. Deutsche Staatsanleihen würfen nicht genug Rendite ab.

Allerdings sei grundsätzlich Sicherheit das oberste Gebot in der Anlagestrategie, erläuterte der Sprecher. Bosomworth hatte gesagt, "wir achten in erster Linie auf das Rückzahlungspotenzial und erst in zweiter Linie auf die Rendite. Wenn es sein muss, nehmen wir sogar negative Real-Renditen in Kauf." Damit habe der Fondsmanager aber nicht auf die Zahlungsfähigkeit Deutschlands angespielt, sagte der Sprecher.

Die Rendite der zehnjährigen Bundespapiere war Anfang Juni auf ein Rekordtief von 1,127 Prozent gefallen. Seither sind sie auf etwa 1,5 Prozent angezogen. Zum Vergleich: Die Inflationsrate in der Euro-Zone liegt derzeit bei knapp 2,5 Prozent.

Er bevorzuge Papiere aus Staaten wie Großbritannien, Australien, Brasilien oder Südafrika, fügte der Fondsmanager hinzu. Daneben habe sein Unternehmen die Bargeldquoten ausgebaut. Bei Publikumsfonds liege diese in der Regel zwischen fünf und 15 Prozent, in Einzelfällen sogar darüber. Vor der Krise seien Quoten zwischen einem und fünf Prozent üblich gewesen.

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6 Kommentare zu "Vermögensverwalter: „Deutsche Anleihen verlieren an Qualität“"

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  • So warten wir gespannt auf die Dolchstoßlegenden
    der EU-Bankrotteure, wenn sich die BRD vom regulären
    Finanzmarkt verabschieden darf!!

  • gäääähhhnnnnnn!!!

    Ami Deppen halt.

  • Pimco hat schon öfter daneben gelegen. Ich erinnere mich an den Verzicht auf US-Treasuries vor einiger Zeit, wo Bill Gross sehr schlecht aussah. Nobody is perfect.

  • Er will ja nur seine Vermögensrisiken diversifizieren. Mit jedem Rettungspaket, das Deutschland absichert, steigt das das Ausfallrisiko Deutschlands. Wer will schon Klumpenrisiken in seinem Portfolio haben.

  • Was meint er denn mit "Bargeldquoten ausgebaut" Haben die tatsächlich Bargeld-Bündel im Tresor?

  • Ja, ja der Herr Andrew Bosomworth, der ist schlau.... Sollte er vielleicht mal bei Lehmann oder gar der HRE gearbeitet haben? In Großbritannien und Südafrika Geld anlegen und im EURO - Raum nicht. Der Herr ist nicht von dieser Welt, wirklich nicht.

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