Volkswagen VW feiert gelungenes Comeback am Bondmarkt

Erstmals seit anderthalb Jahren wagt sich VW wieder an den Anleihemarkt. Der Dieselskandal hat für Investoren von Volkswagen seinen Schrecken verloren. Die Nachfrage nach den Bonds ist riesengroß.
Update: 23.03.2017 - 17:37 Uhr Kommentieren
Analysten werden die Einigung in den USA als eine planbare Ausgangsbasis, die es VW ermöglicht, sich wieder auf den Markt zu konzentrieren. Quelle: dpa
VW-Autohaus in Hannover

Analysten werden die Einigung in den USA als eine planbare Ausgangsbasis, die es VW ermöglicht, sich wieder auf den Markt zu konzentrieren.

(Foto: dpa)

FrankfurtWas lange währt, wird endlich gut. Seit mindestens einem halben Jahr warten Investoren darauf, dass sich Volkswagen wieder am Anleihemarkt blicken lässt. Der Konzern gehörte traditionell, wie auch die anderen Autobauer, zu den großen Schuldnern am Anleihemarkt. Doch der Diesel-Skandal hielt VW lange in Atem und ließ die Wolfsburger vor einem Kapitalmarktauftritt zurückschrecken. Nun hat der Konzern das Comeback geschafft und dabei in die Vollen gegriffen. Acht Milliarden Euro hat der Autobauer auf einen Schlag am Donnerstag eingenommen – es ist die größte Anleiheemission eines europäischen Unternehmens in diesem Jahr. Angekündigt hatte VW Anleihen über insgesamt mindestens vier Milliarden Euro.

Rekordverdächtig ist auch die Nachfrage: Die Konsortialbanken berichteten von Kaufaufträgen über mehr als 25 Milliarden Euro. Dank des großen Interesses der Investoren kam VW sogar etwas günstiger an Geld als zunächst angekündigt. Die insgesamt vier neuen Bonds mit Laufzeiten zwischen zwei und zehn Jahren boten Aufschläge um zehn Basispunkte (0,1 Prozentpunkte) im Vergleich zu ausstehenden Bonds.

Das sind die Bestseller von VW
Platz 10: VW Up - 158.795 verkaufte Fahrzeuge
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Trotz gesunkener Verkaufszahlen reicht es noch für Platz zehn: Der Kleinstwagen von VW überzeugt mit pfiffigen Lösungen auf engstem Raum. Agilität in der City und geringe Kosten, damit kann der Zweitürer ebenso punkten.

Quelle: VW Konzernbericht 2017

Platz 9: VW Gol – 203.148 verkaufte Fahrzeuge
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Der Kleinwagen wird speziell für den lateinamerikanischen Markt gebaut und ist dort eines der erfolgreichsten Autos überhaupt. 2017 konnte Volkswagen den Absatz deutlich steigern.

Platz 8: VW Santana - 293.313 verkaufte Fahrzeuge
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Auch die dritte Generation ist ein echter Verkaufserfolg. In Deutschland führte das damals noch sehr kantige Modell eher ein Langweiler-Schattendasein, machte aber international Karriere: 2013 wurde ein komplett neu entwickelter Santana speziell für den chinesischen Markt vorgestellt.

Platz 7: VW Bora - 334.900 verkaufte Fahrzeuge
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Dass der Name der fünftürigen Limousine zwischen Golf- und Passat-Größe überhaupt noch geführt wird, ist der Bedeutung des chinesischen Automarktes zu verdanken, der für die Wolfsburger so unglaublich wichtig geworden ist. Und egal was man von der Formgebung in Europa hält: Chinesen lieben nun mal klassische Limousinen.

Platz 6: VW Lavida - 507.574 verkaufte Fahrzeuge
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Und noch eine Limousine, wobei diese untere Mittelklasse sogar in China entwickelt wurde. Den hierzulande unbekannten Lavida bietet VW seit zwei Jahren auf dem größten Wachstumsmarkt an. Mit Erfolg.

Platz 5: VW Passat/Magotan - 660.996 verkaufte Fahrzeuge
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Platz, Qualität und High-Tech überzeugen viele Käufer. Die geräumige untere Mittelklasse ist in Deutschland vor allem als Kombi für Dienstwagen-Fuhrparks gefragt, der Rest der Welt findet die Limousine interessanter. Den Absatz des Bestsellers, den es schon seit mehr als 40 Jahren gibt, ging im Vergleich zum Vorjahr etwas zurück.

Platz 4: VW Polo – 755.506 verkaufte Fahrzeuge
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Egal welche Generation - der deutsche Kleinwagen-Klassiker dominiert die Neuzulassungsstatistiken oft Monat für Monat in Folge. 2017 präsentierte VW-Markenvorstand Herbert Diess die neueste Variante des Polo.

Die in zwei Jahren fällige Anleihe wird flexibel verzinst. Sie bietet einen Renditeaufschlag von 0,35 Prozentpunkten über dem dreimonatigen Interbankenzinssatz Euribor. Dieser lag zuletzt bei minus 0,3 Prozent. Investoren bekommen damit für diese Anleihe zunächst fast keinen Zins. Negativ wird die Verzinsung aber auch bei einem noch weiter fallenden Euribor nicht sein. Dazu gibt es festverzinsliche Anleihen, die in vier, sechseinhalb und zehn Jahren fällig werden. Die Renditen für diese Papiere lagen bei der Platzierung am Donnerstagabend bei knapp 0,6, Prozent, 1,26 Prozent und knapp zwei Prozent.

Die absoluten Renditen klingen nicht nach viel, doch im Niedrigzinsumfeld sind sie durchaus beachtlich. Dazu kommt, dass sich die VW-Anleihen zwar im Handel von dem Einbruch nach dem Diesel-Skandal erholt haben. Ende September 2015 waren die Renditen in die Höhe geschnellt. Eine im Januar 2014 fällige VW-Anleihe rentierte damals mit 3,4 Prozent, eine im Oktober 2021 fällige Anleihe warf damals drei Prozent Rendite ab. Dennoch bietet VW für seine Anleihen auch jetzt noch mehr Rendite als zum Beispiel BMW oder Daimler. Deren in jeweils knapp sieben Jahren fälligen Anleihen rentieren um die 0,8 Prozent.

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