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Wertpapieraufsicht Ratingagentur Fitch muss Rekordstrafe zahlen

Fitch Ratings muss gut fünf Millionen Euro an die Wertpapieraufsicht Esma zahlen. Grund ist ein Interessenkonflikt eines ehemaligen Großaktionärs.
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Schon zum zweiten Mal bittet die Wertpapieraufsicht den Bonitätsprüfer zur Kasse. Quelle: Imago
Fitch Ratings

Schon zum zweiten Mal bittet die Wertpapieraufsicht den Bonitätsprüfer zur Kasse.

(Foto: Imago)

FrankfurtDas Kapitel Ratingagenturen hat der französische Milliardär Marc Ladreit de Lacharriere vor knapp einem Jahr abgeschlossen. Damals verkaufte der Investor den letzten Anteil an seiner Holding Fimalac, zu der auch Ratingagentur Fitch Ratings gehörte, an den US-Verlag Hearst. Doch für Fitch hat das Ganze noch ein Nachspiel. Die europäische Wertpapieraufsicht Esma hat die Rekordstrafe von 5,13 Millionen Euro gegen das Kreditbewertungshaus verhängt.

Die Begründung der Aufsicht: Ein Großaktionär, der damals indirekt 20 Prozent der Anteile hielt, habe im Aufsichtsrat von drei Unternehmen gesessen, die Fitch bewertete. Das sei ein Interessenkonflikt. Die Emsa nennt den Namen Ladreit de Lacharriere nicht, doch es ist offensichtlich, dass es um ihn geht.

Die betroffenen Unternehmen sind der französische Einzelhändler Casino Guichard-Perrachon, der französische Autokonzern Renault und die französische Stiftung Fondation Nationale des Sciences Politiques (FNSP). Es geht allesamt um Fälle aus den Jahren 2013 bis 2016. Betroffen sind die Fitch-Töchter in Großbritannien, Frankreich und Spanien.

Ratingagenturen stehen erst seit rund acht Jahren unter der Aufsicht der Esma. Nach der Finanzkrise hatten die Politiker die Bonitätsprüfer, die die Kreditwürdigkeit von Staaten, Unternehmen und deren Anleihen und Krediten bewerten, an die Kandare genommen.

Obwohl inzwischen allein in Europa mehr als 30 Ratingagenturen zugelassen sind, herrscht weiter ein Oligopol. Auf S&P Global, Moody’s und Fitch entfallen 90 Prozent des Marktes, wobei Fitch unter den „großen Drei“ an den Umsätzen mit gut 15 Prozent laut Esma den geringsten Anteil hat.

Die Esma macht den Ratingagenturen viele Auflagen mit Blick auf Transparenz, interne Kontrollen und Unabhängigkeit. Dabei ist es den Agenturen seit Juni 2013 verboten, neue Ratings zu vergeben, wenn ein Anteilseigner, der mehr als 20 Prozent an der Ratingagentur hält, Führungskraft oder Aufsichtsrat in dem entsprechenden Unternehmen ist. Bei Casino und Renault vergab Fitch zwar keine neuen Ratings für die Unternehmen, sondern nur für neue Anleihen. Doch auch das wertet die Esma als Verstoß. Gleichzeitig müssen die Agenturen die Interessenkonflikte aufdecken, auch das war laut Esma nicht der Fall.

Fitch hat inzwischen Maßnahmen getroffen, um solche Verstöße gegen die Esma-Regeln künftig zu verhindern. Dies bewertet die Esma positiv und berücksichtigt es beim Strafmaß. Von Fitch Ratings selbst heißt es, man sei froh, dass die Angelegenheit nun abgeschlossen sei. Man habe nicht willentlich gegen die Regeln verstoßen und keiner der Verstöße habe Auswirkungen auf die Ratings gehabt. Inzwischen gebe es keinen Großaktionär mehr, der gleichzeitig einem Führungsgremium eines von Fitch bewerteten Unternehmens angehöre.

Insgesamt hat die Esma inzwischen ssechs Mal Geldstrafen gegen Ratingagenturen verhängt. Fitch musste dabei im Juli 2016 schon einmal 1,38 Millionen Euro zahlen. Damals ging es um Fehler bei internen Kontrollen und den Verstoß gegen ein Zeitlimit bei der Vergabe für Ratings von Staaten. Auch diese Mängel hatte die Agentur eingestellt, bevor die Strafe fällig wurde.

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