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Aktienmarkt-Manipulation Richter genehmigt Auslieferung von „Flash-Boy“

Vor fünf Jahren soll er den US-Aktienindex Dow Jones zum Absturz gebracht und Millionen Dollar eingestrichen haben. Jetzt kann der Börsenhändler Navinder Sarao an die USA ausgeliefert werden. Ihm drohen 350 Jahre Haft.
Der Händler habe einen Gewinn von 40 Millionen Dollar eingestrichen, argumentieren die US-Behörden. Quelle: Reuters
Navinder Sarao

Der Händler habe einen Gewinn von 40 Millionen Dollar eingestrichen, argumentieren die US-Behörden.

(Foto: Reuters)

London Der mutmaßlich für den sogenannten Flash Crash - einen plötzlichen und kurzfristigen Absturz der Börsenkurse - an der Wall Street verantwortliche Händler Navinder Sarao kann einem Gerichtsentscheid zufolge an die USA ausgeliefert werden. Ein Amtsgericht in London gab einem entsprechenden Gesuch der USA am Mittwoch statt. Der Anwalt des 37-Jährigen kündigte aber an, in Berufung zu gehen. Der Richterspruch muss noch von der britischen Innenministerin Theresa May bestätigt werden.

Die USA werfen dem Händler Marktmanipulation vor. Der für die US-Börse Chicago Mercantile Exchange (CME) tätige Mann arbeitete vom Haus seiner Eltern in der Nähe des Londoner Flughafens Heathrow aus. Am 6. Mai 2010 soll der Trader durch seine Geschäfte einen kurzfristigen Kurssturz von mehr als 1000 Punkten im Dow-Jones-Index herbeigeführt haben - so schnell und tief wie nie zuvor. Zeitweise wurde durch den „Flash Crash“ bis zu eine Billion Dollar an Börsenwert vernichtet. Der Händler habe dabei einen Gewinn von 40 Millionen Dollar eingestrichen, sagen die US-Behörden. Dem Beschuldigten werden 22 Straftaten zur Last gelegt. Dafür drohen ihm mehr als 350 Jahre Haft.

Diese „Bad Banker“ verzocken Milliarden
EX-UBS-Banker Hayes: 14 Jahre Haft
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Im Prozess um manipulierte Zinsen hat ein Londoner Gericht den einstigen Star-Händler Tom Hayes am Montag zu 14 Jahren Haft verurteilt. Der 35-jährige Ex-Angestellte von UBS und Citigroup wurde verdächtigt, einer der Drahtzieher im weltweiten Skandal um Tricksereien beim Referenzzinssatz Libor zu sein. Hayes stand im Mittelpunkt eines Händler-Kartells, das sich über mindestens zehn Banken und Brokerhäuser erstreckte. Sie sollen sich von 2006 bis 2010 abgesprochen haben, um den Interbanken-Zinssatz Libor in die gewünschte Richtung zu lenken, damit ihre individuellen Wetten aufgingen.

(Foto: ap)
Hayes' Motiv laut Anklage: pure Gier
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Das Bild zeigt Thomas Hayes mit seiner Ehefrau Sarah auf dem Weg zum Londoner Gericht. Der Libor-Skandal hatte Großbanken rund um den Globus Milliardenstrafen gekostet. Im Verfahren hatte Hayes hatte auf nicht schuldig plädiert. Vor Gericht hatte er erklärt, er habe nicht unehrenhaft gehandelt, sondern seinen Job einfach so perfekt wie möglich machen wollen. Die Anklage sah das anders. Das Motiv des Bankers soll pure Gier gewesen sein.

(Foto: Reuters)
Jerome Kerviel: fünf Milliarden - fünf Monate
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Anders als Tom Hayes arbeitete Jerome Kerviel auf eigene Rechnung, ohne, dass Kollegen involviert waren. Als Händler bescherte er der Société Générale mit ungenehmigten Spekulationen bis 2008 Verluste in Höhe von 4,9 Milliarden Euro. Er wurde zu drei Jahren Haft sowie zum Schadensersatz der Summe verurteilt. Im Gefängnis blieb der Franzose allerding gerade einmal 150 Tage. Danach durfte er wieder nach Hause, wenn auch mit Fußfessel. Insgesamt fiel die Strafe für ihn milde aus. Nicht nur durfte er die Fessel inzwischen ablegen. Auch die knapp fünf Milliarden Euro muss er vorerst nicht zurückzahlen. Wie es mit dem Geld weitergeht, entscheiden die Richter im kommenden Jahr.

(Foto: Reuters)
Kerviel könnte Société Générale schaden
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Kerviel erlangte auch Berühmtheit, weil seine Machenschaften früh – noch vor den kollektiven Skandalen der Großbanken – aufgedeckt worden waren. Durch geschickte PR-Beratung hatte er sich als Opfer eines kranken Systems darstellen wollen, was ihm in Teilen der Öffentlichkeit auch gelang. Zuletzt belasteten Medienberichte seinen Ex-Arbeitgeber, die Société Générale. Diese soll nach Aussagen einer Ermittlerin vom Treiben Kerviels gewusst haben.

(Foto: AFP)
Noch ein UBS-Bad-Banker: Kweku Adoboli
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Bereits vor Tom Hayes wurde ein ehemaliger UBS-Händler für unlautere Machenschaften belangt. Der Ghanaer Kweku Adoboli hatte mit nicht genehmigten Spekulationen ein Loch von 2,3 Milliarden Dollar in die Konten der Schweizer Großbank gerissen, der damalige Chef musste gehen. 2012 festgenommen und wegen Betrugs zu sieben Jahren Haft verurteilt, kam Adoboli nach gut zweieinhalb Jahren im Juni 2015 wieder frei.

(Foto: dapd)
150 Jahre Haft für Bernie Madoff
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Den Rekord für die längste Strafe hält Bernie Madoff. Der einstige Vorsitzende der New Yorker Technologiebörse Nasdaq wurde 2009 zu 150 Jahren Haft verurteilt. Der Grund: Madoff betrog Emittenten von Investmentfonds sowie Anleger durch ein Schneeballsystem. Damit richtete er einen Schaden von 50 Milliarden US-Dollar an. Seitdem belegt Madoff immer wieder Spitzenplätze in den Ranglisten der meistgehassten Personen Amerikas.

(Foto: AFP)
Nick Leeson: Vernichter der Barings Bank
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Mit riskanten Spekulationsgeschäften war der Brite Nick Leeson maßgeblich für den Niedergang der britischen Barings Bank verantwortlich. Zwischen 1992 und 1995 bekleidete er hochrangige Positionen der Bank in Singapur. Mit unautorisierten Geschäften fuhr er Verluste in Höhe von 400 Millionen Pfund ein. Seine krummen Geschäfte brachten Leeson sechseinhalb Jahre Haft für Urkundenfälschung, Untreue und Betrug ein. Das Bild zeigt ihn nach Vollzug seiner Haftstrafe.

(Foto: Reuters)

Bei einer Anhörung im Februar argumentierte der Verteidiger, sein Mandant habe nur eine geringe Verbindung zu dem Börsenabsturz gehabt. Zudem seien die Anschuldigungen gegen ihn in Großbritannien keine Straftaten.

Der Handelsblatt Expertencall
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