Börse Inside Aktionärsschützer fordern Bonus für Aktive

Aktive Aktionäre sollen nach dem Willen der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger künftig einen Dividendenbonus erhalten.

HB FRANKFURT. Für die Ausübung des Stimmrechts auf den Hauptversammlungen solle ein Zuschlag von mindestens zehn Prozent gezahlt werden, damit mehr Aktionäre ihr Wahlrecht nutzen. Dies forderte die Vereinigung am Dienstag in Frankfurt. Damit könne verhindert werden, dass Hedgefonds bereits mit wenigen Aktien Hauptversammlungen dominieren.

Hintergrund: Bei Dax-Unternehmen werden im Schnitt nur die Hälfte der Stimmrechte ausgeübt.

Gerade viele Kleinaktionäre gehen weder auf die jährlichen Versammlungen noch Beauftragen sie Dritte, in ihrem Sinne die Abstimmung vorzunehmen. „Es wird nur noch eine Frage der Zeit sein, bis eine überraschende Hauptversammlungs-Mehrheit von Hedgefonds genutzt werden wird“, sagte Harald Petersen von der Schutzgemeinschaft.

Wenn viele Aktionäre ihre Stimmrechte nicht ausüben, kann bereits eine Minderheit der Eigentümer den Konzern dominieren und zum Beispiel den Aufsichtsrat stellen oder Grundsatzbeschlüsse fällen. Zuletzt war darüber bei der Deutschen Börse diskutiert worden, wo eine Investorengruppe eine Fusion mit der Londoner Börse verhinderten und die Führungsspitze kippte.

Als extremes Beispiel Beispiel nannte die Schutzvereinigung den Sportartikelhersteller Puma, bei dem dieses Jahr die Präsenz gerade einmal bei 12,6 Prozent gelegen habe. Zwischenzeitlich hat dort eine Vermögensverwaltungsgesellschaft rund 17 Prozent der Aktien erworben.

Aber auch bei den großen Dax-Unternehmen sei die Präsenz in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen: Lag sie im Jahr 2000 noch bei 52,66 Prozent, wurden dieses Jahr nur noch 44,98 Prozent erreicht.

Die Schutzgemeinschaft forderte zudem, so genannte Leerverkäufe von Aktien müssten wie in den USA öffentlich gemacht werden. Dabei verkaufen spekulative Anleger Aktien, die sie zu diesem Zeitpunkt gar nicht besitzen und hoffen auf fallende Kurse. Bis zum vereinbarten Lieferungstermin müssen sie die Wertpapiere dann kaufen. Für den Anleger als auch für die Unternehmen sei es wichtig zu wissen, wie hoch der Anteil dieser Leerverkäufe sei, um die Entwicklung einschätzen zu können, erklärte die Schutzgemeinschaft.

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