Anlagebetrug Auslieferung von Ex-Fonds-Manager Homm gestoppt

Ein Verwaltungsgericht in Rom setzte das Verfahren aus, sodass der mutmaßliche Anlagebetrüger Homm nicht an die USA ausgeliefert wird. Es sei nicht sicher, ob die Auslieferung mit europäischen Recht vereinbar ist.
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Der mutmaßliche Millionenbetrüger und ehemalige Hedgefond-Manager Florian Homm im Jahr 2006: Homm wird vorerst nicht an die USA ausgeliefert. Quelle: dpa

Der mutmaßliche Millionenbetrüger und ehemalige Hedgefond-Manager Florian Homm im Jahr 2006: Homm wird vorerst nicht an die USA ausgeliefert.

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RomDer mutmaßliche Anlagebetrüger und ehemalige Hedgefonds-Manager Florian Homm wird vorerst nicht an die USA ausgeliefert. Das Verwaltungsgericht in Rom setzte das Verfahren vorübergehend aus, wie Homms Anwalt Mario Zanchetti am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Die Richter sollen nun am 12. März entscheiden, ob die Auslieferung mit europäischen Recht vereinbar ist.

Bis zu der Entscheidung bleibt Homm im norditalienischen Pisa in Haft. Anfang Januar hatte das oberste italienische Berufungsgericht dem Ersuchen der USA stattgegeben, Homm auszuliefern. Nach Ansicht von Homms Anwalt war diese Entscheidung nicht korrekt. Sollte auch das Verwaltungsgericht der Auslieferung zustimmen, will er vor den Europäischen Gerichtshof ziehen.

Homm war im März 2013 nach fünf Jahren Flucht in Italien festgenommen worden. Dem Manager wird Betrug in großem Stil bei Wertpapiergeschäften vorgeworfen. Anleger sollen um einen dreistelligen Millionenbetrag geprellt worden sein. Ihm droht in den USA eine hohe Haftstrafe. Die Strafen dort gelten als besonders drakonisch - der Finanzjongleur Bernhard Madoff war zum Beispiel zu 150 Jahren Haft verurteilt worden.

Der jahrelang flüchtige Homm war bei einem Besuch in den Uffizien in Florenz von der italienischen Polizei festgenommen worden. Gemeinsam mit seiner Ex-Frau und seinem Sohn betrachtete er die Statue der „Kauernden Venus“, als ihn die Beamten baten, mitzukommen. Seitdem sitzt der mehr als zwei Meter große Deutsche in Pisa ein, wo er wegen seiner Krankheit Multiple Sklerose (MS) bereits in das Gefängniskrankenhaus verlegt wurde.

Homms krebskranke Mutter schrieb einen anrührenden Brief an die Behörden, ihren Sohn nicht auszuliefern. Homms Mutter erhob schwere Vorwürfe gegen die Haftbedingungen: „Sie alle wussten, dass er wegen falscher Ernährung von Woche zu Woche stärker abmagerte, bis er nicht mehr laufen konnte. Darauf hat man ihm wochenlang eine Gehstütze verweigert“ schreibt sie in ihrem Appell. „Am unglaublichsten ist, dass man ihm in den letzten drei Monaten seine amerikanischen Medikamente vorenthalten hat, was durch Zufall aufgedeckt wurde.“

  • dpa
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8 Kommentare zu "Anlagebetrug: Auslieferung von Ex-Fonds-Manager Homm gestoppt"

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  • ... „Am unglaublichsten ist, dass man ihm in den letzten drei Monaten seine amerikanischen Medikamente vorenthalten hat, was durch Zufall aufgedeckt wurde.“...

    Die könnte er dann in Amerika einnehmen, wenn er dorthin ausgeliefert würde.

  • Multiple Sklerose (MS) ist kein zuckerschlecken. Es kommt darauf an, wieweit seine koerperliche Behinderung schon fortgeschritten ist, inwieweit er noch gehen kann etc.

    Ich vermute mal, Homm wuerde ohne mit der Wimper zu zucken ein Jahrzehnt in einem US Gefaengnis abhaengen - wenn er dafuer keine MS haette.

    Einfach mal auf Wikipedia nachlesen, wie MS so verlaeuft. Oder einfach mal warten, bis Sie hilflos in Bett liegen und vielleicht darauf warten muessen dass ihre diversen Koerperexkremente zeitnah entfernt werden.

    Ich habe weitaus weniger Verstaendnis bei den diversen Steuerhinterziehern in D, die nun meinen nach Selbstanzeige waeren sie ethisch reingewaschen.

  • So du mir so ich dir, oder was? Da die USA Frau Amanda Knox nicht nach Italien ausliefern wird, liefert jetzt im Gegenzug die Italienische Justiz Herrn Homm nicht in die USA aus?!
    Nur mit dem kleinen Unterschied dass im Falle Knox keinerlei Beweise ihrer Schuld existieren und man sich zu recht fragt worauf die Verurteilung eigentlich fußt. Daher ist es schon aus menschenrechtlichen Erwägungen ein muss Frau Knox nicht in einen Staat, der weit davon entfernt ist ein Rechtstaat zu sein, auszuliefern.
    Bei Herrn Homm sieht die Sachlage freilich etwas anders aus.
    Italien macht sich zusehends immer lächerlicher.

  • Jeder kleine Steuerzahler wird eingekerkert wenn er sich einen Fehltritt leistet. Politgangster und Banker werden aber immer als "die armen Opfer" hingestellt. Diese Bananenrepublik ist nur noch zum kotzen! Der soll 150 Jahre Knast bekommen!

  • Gefängniswärter
    schön einmal solch eine Person demnächst in einem amerikanischen Gefängnis sehen zu dürfen.
    Haben solche Ganoven in Mass hier einsitzen, die Anleger abgezockt haben.
    Mitleidsgefühle brauch für diese Spezie niemand zu haben.
    Diese Spezie hat sich auf Kosten anderer bereichert und ein Luxusleben genossen.
    Das Luxusleben wird in einer kargen Zelle etwas besser ausfallen.
    Das ohne Champagner, Trüffel etc. sondern mit karger Wassersuppe. Guten Appetit schon im voraus.
    Die Italiener müssten dies Prozedere schnell abschliessen, denn es lässt sich noch Geld verdienen, wenn der Prozess durch alle Instanzen in Italien gehen soll.
    Die Justizverwaltung wird sich freuen, aber nicht mehr die Anleger, denn das Geld geht in dies Kanäle, wie auch für die Anwälte.
    Also holt das Geld oder lasst die Konten sperren, hier ist die NSA gefragt.
    Die NSA kann hier weiterhelfen.
    Ab in das Gefängnis in den Bundesstaat von Connecticut, wo schon Madoff einsitzt.

  • Ja, die Vorteile des eigenen Handelns werden gerne genommen und genossen. Wenn jedoch die Nachteile zu wirken beginnen, fängt die Jammerei an.
    Unter den Geschädigten werden wohl etliche Amerikaner sein, wodurch berechtigt ist, daß Homm mal für seine Fehler auch da vorstellig werden muß.

  • Ab mit ihm in die USA, da wird diesem Gauner der Prozess gemacht werden. Er wird schon wissen, warum er 5 Jahre geflohen ist - den Rest seines Lebens soll er in amerikanischen Gefängnissen schmoren - das dürfte ein kleiner Kontrast zu seinem ausufernden Luxusleben sein - die Millionenbeträge wird er ja vermutlich nicht zurückzahlen können, da sein Geld schon verbraucht ist.

  • Mitleidgefühle,
    unglaublich, was sich hier die Redaktion dabei gedacht hatte.
    Abzocken anderer und dann noch hier die Aufrufe der Mutter von Homm so darzustellen, dass ihr "geliebter" Sohn schwer Krank sei.
    Der hat auf Kosten anderer sich ein schönes Leben gemacht, dafür soll auch er geradestehen.
    Nehmt Abstand, von solchen Gefühlsdusseleien, liebe Redaktionskollegen.
    Habt Achtung von denen die ihr Geld diesen Halunken zum Verschwenden, statt zum Anlegen, überlassen haben.

    Homm soll auch 150 Jahr in den Knast, wie Madoff; Punkt Aus und keinen Kommentar mehr !!!

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